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Shishas: Heute gehören sie beim Grillen oder Sonnenbaden am Baggersee dazu. Shisha-Rauchen ist einfach "in". Die dafür eingerichteten Bars schießen in jeder Großstadt wie Palmen aus dem Boden, und die dazugehörigen Shops gleich mit.

Ein süßlicher Tabakduft liegt in der Luft. Rauchschwaden ziehen durch die düsteren Bars. Überall hört man Wasser blubbern und sieht Menschen, die an Gummischläuchen saugen. Solche Bilder kennt man aus dem Urlaub: Tunesien, Türkei oder Indien.

Auch die Wasserpfeifen, Shishas genannt, sind bekannt. Früher wurden sie als dekoratives Mitbringsel auf die Kommode gestellt. Wer in eine Shisha-Bar geht, will entspannen, sich unterhalten oder einfach nur Tabak rauchen. Der schmeckt zum Beispiel nach Mango, Zitrone oder Pfefferminze. Das klingt lecker und gesund und suggeriert "nicht gefährlich".

Was bedeutet Shisha?

Shisha Rauch (Foto: picture-alliance / dpa, picture-alliance / dpa -)
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Das Wort "Shisha" kommt aus dem Arabischen und bedeutet "Wasserpfeife". Meistens wird in den Sishas ein Tabak mit einem Fruchtaroma geraucht. Dieser Rauch wird durch ein mit Wasser gefülltes Gefäß gezogen. Deshalb ist der Rauch kalt, und er kann tiefer und leichter inhaliert werden als etwa beim Rauchen von Zigaretten.

Eine Wasserpfeife kann etwa 1 1/2 Stunden geraucht werden. Die Wasserpfeife können bis zu vier Personen rauchen.

Worauf muss man beim Shisha-Rauchen achten?

Es gibt drei verschiedene Shisha-Pfeifen:

1. Die traditionelle Wasserpfeife. Sie wird mit aromatisiertem Tabak gefüllt. Konsum und Verkauf erst ab 18 Jahren.

2. E-Shisha für unterwegs. Sie ist robust und kann viele Jahre halten. Sie wird mit Hilfe eines USB-Sticks aufgeladen und meistens mit nikotinhaltigen Stäbchen gefüllt. Konsum und Verkauf erst ab 18 Jahren.

3. Einweg-Shisha: Sie ist mit nikotinfreien Stäbchen gefüllt und reicht für 600 Züge. Konsum und Verkauf ebenfalls erst ab 18 Jahren.

Warum sind Shishas bei Suchtberatern und Medizinern so umstritten?

Shisharaucher (Foto: picture-alliance / dpa, picture-alliance / dpa -)
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Laut Bundesinstitut für Risikobewertung und der Deutschen Krebsforschung hat eine Wasserpfeife die gleichen gesundheitsschädlichen Folgen wie 10 Zigaretten. Das haben Studien gezeigt. Nikotin birgt eine hohe Suchtgefahr, so dass das Shisha-Rauchen für Mediziner als Einstiegsdroge gesehen wird.

Die gesundheitlichen Schäden werden meistens erst nach 20 Jahren sichtbar. Laut Medizinern kann es bei regelmäßigem Konsum über viele Jahre zu Lungen- und Mundhöhlenkrebs kommen. Der aromatisierte Tabak suggeriert süß und ungefährlich. Besonders gefährlich jedoch für Jugendliche und Unerfahrene ist das Sucht auslösende Nikotin.

Das bei den Wasserpfeifen frei werdende Kohlenmonoxid ist für Herz-Kreislauf Patienten und Schwangere gefährlich. Es führt zu einer verminderten Sauerstoffversorgung im Blut und kann bei Neugeborenen auch zu Untergewicht führen. Außerdem entsteht beim Wasserpfeifen-Rauchen Teer.

Weiter wurden Blei, Arsen, Glycerin, Formaldehyd und krebserregende Stoffe (Nitrosamine) nachgewiesen. 10 Prozent aller Jugendlichen haben schon mal Erfahrung mit Shisha-Rauchen gemacht. Auch Einweg-Shishas sind gefährlich für die Minderjährigen. Auch hier, in den nikotinfreien Flüssigkeiten, wurden Glycerin, Formaldehyd und Nitrosamine festgestellt.

Fazit

Das Aromen-Angebot für Shisha-Raucher ist groß, die Gefahr von Nikotinsucht leider auch. Eine Wasserpfeife hat die Wirkung von zehn Zigaretten. Doch, was tatsächlich so alles im Tabak steckt, bleibt im Dunkeln, von Transparenz der Produkte keine Spur.

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