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Ein Knoten in der Schilddrüse muss untersucht werden. Dazu geht man zum Beispiel ins Krankenhaus und legt sich unter eine spezielle Kamera. Dabei wird mit radioaktivem Material gearbeitet. Wenn es nicht mehr zu gebrauchen ist, kann man es aber nicht einfach in den Müll werfen.

Welche medizinischen Abfälle fallen täglich an?

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Medizinischer Sondermüll fällt massenhaft an. SWR -

Rein in die Tonne und fertig, so verfährt man normalerweise mit Müll. Im Krankenhaus geht das mit einem Großteil der Abfälle auch, Glas und Papier werden wie in jedem Haushalt entsorgt. Aber medizinische Abfälle wie sie im OP vorkommen, kann man nicht einfach so wegwerfen.

Bei einer Operation muss steril gearbeitet werden. Tücher, Binden und Verbände sind nur einmal zu benutzen. Die mit Blut und Wundsekret verschmutzten Textilien werden in Plastiksäcken gesammelt. Diese sind rot, damit man die medizinischen Abfälle sofort erkennt.

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Vielfach kontaminiert: Herausforderung medizinischer Sondermüll SWR -

Operationsbesteck wie Scheren oder Pinzetten werden sterilisiert und wiederverwendet.

Ausnahme sind Skalpelle. Die kommen nach Gebrauch in den Krankenhaus-Sondermüll, weil man sich daran verletzen könnte. Dasselbe gilt für Nadeln. Im OP-Bereich gibt es wie auf jeder Station im Krankenhaus einen Raum, um den Abfall zwischen zu lagern, bis er abgeholt wird.

Wer kümmert sich um die Abfall-Entsorgung in einem Krankenhaus?

In vielen Krankenhäusern gibt es einen Abfallbeauftragten. Besondere Richtlinien gelten für radioaktive Abfälle.

Wie werden radioaktive Abfälle risikolos entsorgt?

In der nuklearmedizinischen Abteilung werden zum Beispiel Schilddrüsen untersucht. Den Patienten wird ein schwachradioaktiver Stoff in den Körper gespritzt. Dann legen sie sich unter eine spezielle Kamera. Darunter lässt sich mit Hilfe des radioaktiven Stoffs erkennen, ob die Schilddrüse richtig arbeitet.

Die Spritze muss dann in einem strahlungsdichten Bleibehälter entsorgt werden. Auf die gleiche Weise werden auch in der Strahlentherapie Abfälle gesammelt und dann in einen geheimen, abgedichteten Raum gebracht.

Wo werden besondere medizinische Abfälle entsorgt?

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Organische Abfälle fallen regelmäßig an. SWR -

Körperflüssigkeiten wie Blut, die bei Operationen abgesaugt werden, können nicht einfach in die Tonne geworfen werden. Wenn bei einem Eingriff Gewebe oder Körperteile entfernt werden, kommen sie in ein verschlossenes Gefäß und dann zur Untersuchung in die Pathologie.

Die versiegelten Container mit Körperflüssigkeiten und Gewebe werden bei der BASF in Ludwigshafen in einem Ofen bei extrem hohen Temperaturen verbrannt. In dem Ofen werden auch sogenannten sogenannte Zytostatika verbrannt. Das sind Medikamente, die in der Chemotherapie verabreicht werden.

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