STAND

Sie bombardieren ihr Opfer mit SMS, verfolgen es auf Schritt und Tritt oder belästigen Freunde und Familie – Stalker können einem das Leben zur Hölle machen. Doch bisher wurden die Täter vergleichsweise selten zur Rechenschaft gezogen. Mit dem neuen Stalking-Gesetz soll sich das jetzt ändern. Wir erklären, was Stalking eigentlich ist und was Opfer tun können.

Was ist Stalking?

Jeden Tag Anrufe, Geschenke, Mails – häufig fängt es harmlos an. In diesem Stadium reagieren viele Stalking-Opfer noch auf die Annährungsversuche. Sie schreiben, dass sie in Ruhe gelassen werden wollen oder keinen Kontakt mehr möchten.

Das ist falsch und motiviert in vielen Fällen sogar den Stalker, weiter zu machen. Bekommt der Stalker nicht das, was er will, kann die Situation eskalieren – von Sachbeschädigung, über Körperverletzung bis hin zum Mord.

Wer stalkt?

Etwa zwei Drittel aller Stalker sind männlich. Bei den Opfern ist es genau umgekehrt: 80 Prozent der Stalking-Opfer sind Frauen. Warum jemand zum Stalker wird, kann verschiedene Ursachen haben – zum Beispiel, weil seine Liebe nicht erwidert wird. Häufig sind Stalker keine Unbekannten. Es sind Ex-Freunde und –Liebhaber, Nachbarn und Arbeitskollegen. Neue Erkenntnisse deuten daraufhin, dass es sich um eine frühkindliche Bindungskrise Mutter/Kind beim Täter handelt.

Was können Opfer tun?

Ausgehend davon, dass der Täter uneinsichtig ist, sollte am Anfang gleich ein eindeutiges und unmissverständliches "Nein" zu weiteren Kontakten ausgesprochen werden, und dabei sollte das Opfer konsequent bleiben. In Bedrohungssituationen rät die Schutzorganisation "Weißer Ring", laut auf sich aufmerksam zu machen - durch Schreien, eine Trillerpfeife oder dem Rufen nach Hilfe und die Polizei zu verständigen.

Außerdem sollten Freunde, Nachbarn und Arbeitskollegen über das Stalking informiert werden und man kann sie bitten, ebenfalls Beweise zu sammeln. Zur Beweissicherung sollte das Opfer ein ausführliches Opfer-Tagebuch führen und E-Mails, Anruflisten und SMS sammeln. Stalking-Opfer sollten bei der Polizei Strafanzeige stellen und sich Ratschläge zum Verhalten einholen. Auch ein Rechtsanwalt kann in die Beratung einbezogen werden. Falls eine psychische Belastung vorliegt, ist ein Therapeut hilfreich. Der Weiße Ring begleitet und lotst Stalking-Opfer zu den verschiedenen Anlaufstellen.

Wie wirkt sich das neue Gesetz aus?

Früher mussten Stalking-Opfer umziehen oder den Beruf wechseln. Nur so lag vor dem Gesetz eine schwere Beeinträchtigung des Lebens vor und der Täter konnte bestraft werden. Dem neuen Gesetz nach kann der Täter schon dann bestraft werden, wenn sein Verhalten objektiv für eine schwerwiegende Beeinträchtigung des Lebens sorgt.

Fazit

STAND
AUTOR/IN