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Geimpft wird meist im Kindesalter. Für die sogenannte Grundimmunisierung, das Impfen gegen verschiedene Kinder-Krankheiten, gibt es bei uns keine Impfpflicht. Deshalb raten Ärzte oft zu den Impfungen, die die STIKO, die ständige Impfkommission, empfiehlt. Vollständig geimpfte Kinder sind geschützt vor Tetanus, Diphterie, Keuchhusten, Masern, Mumps und Röteln.

Wann sollte der Impfschutz aufgefrischt werden?

Wer seine Grundimmunisierung als Kind erhielt, hat es als Erwachsener leicht. Lediglich alle zehn Jahre sollte er die Impfung gegen Tetanus, Diphterie und Keuchhusten auffrischen lassen – alles in einer Spritze, da es sich hierbei um einen Kombi-Impfstoff handelt.

Welche Impfungen sind außerdem sinnvoll?

  • Es werden Impfungen gegen Kinderlähmung, Hepatitis B und Meningokokken empfohlen
  • Durch den zunehmenden Reiseverkehr sind die Risiken gestiegen, an Diphterie zu erkranken
  • Von Keuchhusten betroffen sind besonders Frauen zwischen 40 und 50 Jahren. Diese quälende und langwierige Atemwegserkrankung wird oft als hartnäckige Bronchitis falsch behandelt.

Mit diesen drei Impfungen ist ein Erwachsener grundsätzlich gegen die wichtigsten Krankheiten geschützt. Doch sollte man darüber hinaus mit seinem Hausarzt über seinen individuellen Impfstatus sprechen. Nicht jeder kennt ihn, manchmal sind Nachforschungen notwendig. Lebensalter oder Vorerkrankungen machen bestimmte Impfungen sinnvoll, oder aber die berufliche Tätigkeit bringt die Notwendigkeit weiterer Impfungen mit sich.

Wer sollte sich gegen FSME impfen lassen?

Die sogenannte FSME-Impfung beugt der Frühsommer-Meningo-Enzephalitis vor, die durch Zeckenstiche übertragen wird. Sie ist sinnvoll wenn man in Teilen Bayerns, Baden-Württembergs, Hessen, Rheinland-Pfalz oder Thüringen lebt oder häufiger dort ist. Dort nämlich kommt das FSME-Virus gehäuft vor. Der Hausarzt wird ebenso dazu raten, wenn Reisen nach Norditalien, in das Elsass oder auch die Schweiz anstehen.

Welche Impfungen werden speziell Erwachsenen empfohlen?

Die Masern-Impfung wird von der STIKO für alle nach 1970 geborenen Erwachsenen empfohlen, wenn nur einmal geimpft wurde oder der Impfstatus unklar ist. Möglich ist sie nur als Kombi-Impfung zusammen mit Mumps und Röteln, weil es keinen Einfachimpfstoff gibt. Gegen Röteln sollen Frauen im gebärfähigen Alter geimpft werden, wenn sie nicht als Kinder schon die Grundimmunisierung erhalten haben.

Die Masern nehmen bei vielen Erwachsenen einen so schweren Verlauf, dass die Erkrankten häufig ins Krankenhaus müssen. Zu den Komplikationen gehört die gefährliche Enzephalitis – eine Gehirnentzündung. Diese heilt nur bei etwa 60 Prozent der Patienten vollständig aus. Manchmal hinterlässt sie Dauerschäden, etwa 15 Prozent überleben die Enzephalitis nicht.

Röteln können - wenn eine Frau in der Schwangerschaft erkrankt - beim ungeborenen Kind zu schwersten Schäden führen. Mehr als 60 Prozent der Kinder, die im Mutterleib an Röteln erkranken, kommen mit Herzfehlern, Augenschäden, Hirnschäden oder taub zur Welt. Die größte Gefahr besteht in den ersten drei Monaten der Schwangerschaft. Auch hier gibt es keinen Einfachimpfstoff.

Welche Nebenwirkungen sind zu erwarten?

Die Nebenwirkungen bei allen Impfungen sind nach Angaben des Robert-Koch-Instituts in Berlin sehr gering. Für alle Impfungen gilt, dass die beschriebenen Nebenwirkungen meistens milde sind und nur für kurze Zeit auftreten.

  • Lokalreaktionen: Nach der Impfung kann es zu Verhärtungen und Rötungen an und um die Einstichstelle kommen. Auch ein leichter Schmerz ist dort möglich.
  • Allgemeine Reaktionen: Leichtes Fieber, Übelkeit, Brechreiz und Durchfall können auftreten. In sehr seltenen Fällen wurde von vorübergehenden Lähmungen berichtet.

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