Ein Mann bekommt ein Hörgerät eingesetzt. (Foto: Getty Images, Thinkstock -)

Mit Hörgeräten Hörverlust entgegenwirken

Besser hören - Lebensqualität zurück erlangen!

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Am 3. März ist der Welttag des Hörens, er steht 2018 unter dem Motto "Hear the future" und soll für eine frühzeitige Versorgung von Hörminderungen werben. Laute Musik, Hörstürze oder das Alter: die Gründe, weshalb man sein Gehör langsam verlieren kann, sind vielfältig. Das kann für die Betroffenen und ihr soziales Umfeld belastend sein. In der Bundesrepublik gibt es etwa rund14 Millionen hörgeschädigte Menschen, davon sind 6 Millionen so schwer betroffen, dass technische Hilfsmittel, wie Hörgeräte notwendig sind. Die Schädigung des Gehörs wird von Betroffenen oft erst viel zu spät erkannt.

Warum brauchen wir ein Hörgerät?

Die Schädigung des Gehörs wird oft viel zu spät erkannt oder lange nicht akzeptiert. Keiner möchte gern ein Hörgerät tragen. Die Folge: Probleme in der Kommunikation bis hin zu einem isolierten Leben.

Was viele nicht wissen: abgestorbene Hörzellen - verursacht durch zu lautes Musikhören, durch Hörstürze oder durch Krankheit - werden nicht mehr neu produziert. Was an Hörfähigkeit verloren gegangen ist, bleibt verloren.

Wie entsteht der Hörverlust?

Bei einem Hörverlust verkümmern Nervenverbindungen und Hörzellen fallen im Innenohr aus. Diese Hörschwäche stellt sich meist schleichend ein. Der Hörverlust vergrößert sich immer mehr. Leider oft über fast fünf bis zehn Jahre, unbemerkt.

Durch mangelnde Reizung beginnen die Verbindungen im Hörzentrum zu verkümmern, weil durch den Hörverlust zu wenig Klang in das Ohr kommt. Dadurch wird die Verarbeitung im Gehirn oft eingestellt.

Diese Entwöhnung vom Hören, nennt man Neuro-Effekt. Hörgeräte halten diesen Prozess auf und sorgen für eine Stabilität des Hörorgans.

Wann sollte man sein Gehör checken lassen?

Regelmäßige Hörtest sind sinnvoll, wenn man selber merkt, dass man nicht mehr gut hört, oder wenn das Umfeld einen auf das Problem aufmerksam macht. Manchmal merken die Betroffenen es jahrelang nicht.

Welche Hörgeräte gibt es?

Der Arzt entscheidet, ob man ein Hörgerät braucht oder ein Implantat. Meistens wird ein Hörgerät erst dann implantiert, wenn die Hörfähigkeit gleich Null ist. In Deutschland gibt es über 2.000 verschiedene Hörgeräte auf dem Markt. Sie kosten zwischen 700 und 2.500 Euro.

Die meisten Hörgeräte sind klein und unscheinbar geworden. Fashion-Hörgeräte liegen im Trend. Zusammen mit einem Hörgeräteakustiker kann man sein passendes Hörgerät finden.

Wie läuft die Beratung ab?

Die Beratung kann über Wochen dauern. Dabei wird das richtige Hörgerät gesucht und individuell eingestellt.

Besser hören - Hörgeräte (Foto: SWR, SWR -)
Große Auswahl - Genaue Anpassung SWR -

Meistens kann der Kunde die Geräte mit nach Hause nehmen und im Alltag testen. Während der Anpassung wird ein begleitendes Hörtraining angeboten. Das speziell ausgerichtete Hörtraining ist ein Jogging für die Sinneszellen zur sicheren Verarbeitung der neuen Klangreize.
Durch das regelmäßige Wiederholen der Übungen wird eine noch bessere Hörleistung erreicht. 

Welche Kosten übernimmt die Krankenkasse?

2013 wurden neue Verträge zwischen der Bundesinnung der Hörakustiker und den gesetzlichen Krankenkassen abgeschlossen. Nach diesen Vereinbarungen wird dem Kunden ein höherer Festbetrag für sein Hörsystem gewährt, etwa 700 Euro pro Ohr, bei den privaten Kassen etwa doppelt so viel.

Zusätzlich wurden die technischen Mindestanforderungen der Geräte erhöht. Unterm Strich profitiert der Endverbraucher nun von besseren und immer noch zuzahlungsfreien Hörgeräten.

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