Schlangen im Land

Schuppige Rheinland-Pfälzer

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Gut getarnt schlängeln sie sich durch die Natur. Manche in Wiesen und Steinbrüchen, andere im Wasser und im Dickicht - unsere heimischen Schlangen. Wir erklären, welche Schlangen es in Rheinland-Pfalz überhaupt gibt, wo sie vorkommen und ob sie gefährlich sind.

Welche Schlangen gibt es?

In Rheinland-Pfalz gibt es vier verschiedene Arten. Eine wurde erst vor kurzem zu einer neuen Art ernannt und kommt nur im Westen von Rheinland-Pfalz vor: die "Barrenringelnatter". Früher wurde sie als Unterart der Ringelnatter bezeichnet, doch Wissenschaftler haben kürzlich nach einer umfangreichen genetischen Untersuchung festgestellt, dass sie sich von der Ringelnatter (Natrix natrix natrix) unterscheidet und eine eigene Art bildet.

Neben der Ringelnatter gibt es noch die Schlingnatter und Würfelnatter. Die Würfelnatter kommt nur in Rheinland-Pfalz vor und ist sogar vom Aussterben bedroht. Alle Schlangenarten sind geschützt.

Bundesweit gibt es sieben verschiedene Schlangenarten. Neben den vier heimischen in Rheinland-Pfalz, gibt es noch die Äskulapnatter in Hessen sowie die Kreuzotter und Aspisviper in Baden-Württemberg.

Sind diese Schlangen gefährlich?

Alle vier in Rheinland-Pfalz vorkommenden Arten sind nicht giftig und damit ungefährlich für uns Menschen. Die Kreuzotter und die Aspisviper in Baden-Württemberg gelten als giftig. Besonders Kinder und ältere Menschen sollten nach einem Biss den Arzt aufsuchen. Ansonsten ist ein Biss nicht wirklich lebensbedrohlich. Schlangen sind scheu und flüchten vor den Menschen, so dass ein Biss eher unwahrscheinlich ist.

Ringelnatter (Foto: picture-alliance / dpa, picture-alliance / dpa -)
Ringelnatter Vorkommen: An Gewässern und in Feuchtgebieten auch in Rheinland-Pfalz Aussehen: blau-grau bis grün-grau, manchmal auch bräunlich. Hauptmerkmal sind die zwei gelben bis weißen "Halbmondflecken" im Nacken, bis zu 1,50 Meter lang Ungiftig: Kann sich bei Gefahr tot stellen und ein stinkendes Sekret abgeben - ist aber völlig ungefährlich. picture-alliance / dpa - Bild in Detailansicht öffnen
Barrenringelnatter Vorkommen: In Rheinland-Pfalz in Feuchtwiesen und Teichen Aussehen: blau-grau bis grün-grau, manchmal auch bräunlich, meist etwas heller als die Ringelnatter; statt Punkte eher Striche an der Seite ihres Körpers, sogenannte Barren; wird bis zu 1,60 Meter lang Ungiftig picture-alliance / dpa - Bild in Detailansicht öffnen
Äskulapnatter Vorkommen: in Hessen in steinigen, trockenen, mit Büschen bewachsenen Gebieten und lichten Waldregionen, auch auf Bäumen Aussehen: gelbbraun, bräunlich, olivfarben bis graubraun oder grauschwarz; Schuppen haben weiße Ränder, dadurch entsteht ein weißes Fleckenmuster, kann bis zu zwei Meter lang werden Ungiftig picture-alliance / dpa - Bild in Detailansicht öffnen
Würfelnatter Vorkommen: An und in Gewässern in Rheinland-Pfalz Aussehen: graubraun bis graugrün und ockerfarben, dunkle V-Zeichnung im Nacken, die Schuppen sind stark gekiehlt und auf dem Rücken Würfelzeichnung, bis zu einem Meter lang Ungiftig: Vom Aussterben bedroht, kann sich bei Gefahr tot stellen und ein stinkendes Sekret abgeben - ist aber völlig ungefährlich. picture-alliance / dpa - Bild in Detailansicht öffnen
Schlingnatter Vorkommen: trockenere Plätze: Bahndämme, Steinbrüche und auf Magerwiesen auch in Rheinland-Pfalz Aussehen: grau-braun gefärbt, ein dunkles Band zwischen Auge und Maul, bis zu 80 Zentimeter Ungiftig: beißt in Gefahrensituationen, ist aber ungefährlich Benny Trapp - Bild in Detailansicht öffnen
Kreuzotter Vorkommen: in Baden-Württemberg in unterschiedliche Lebensräume von Mooren bis zu Bergwiesen und Waldlichtungen; meidet trockene, heiße Plätze Aussehen: braun, grau, blaugrau, gelblich, olivgrün, orange, rotbraun bis schwarz mit einer dunklen X- oder V-Zeichnung auf dem dreieckigen Kopf sowie ein dunklen Zickzackband auf dem Rücken, meist bis 80 Zentimeter lang Giftig: Biss verursacht zwar Schmerzen, ist aber relativ harmlos - ein Arzt sollte dennoch aufgesucht werden. picture-alliance / dpa - Bild in Detailansicht öffnen
Aspisviper Vorkommen: In Baden-Württemberg in Berglandschaften auf trockenen und sonnigen Hügeln Aussehen: hellgrau, graugelb, graubraun und rotbraun bis orange, auf dem Rücken zwei Reihen dunkler, rechteckiger Flecken, welche auch zu einem Zickzack- oder Wellenband verschmolzen sein können, bis zu 90 Zentimeter lang Giftig: Ihr Gift verursacht zwar Schmerzen, ist aber relativ "harmlos". Es wird empfohlen, im Falle eines Bisses mit Antiserum zu behandeln. imago62199625h - Bild in Detailansicht öffnen
Blindschleiche Vorkommen: Auch in Rheinland-Pfalz, in Wald, Wiese, Parks und Gärten Aussehen: gräulich bis bräunlich, manchmal auch bläulich gefärbt, meist 30 bis 40 Zentimeter Ungiftig: Keine Schlange, sondern eine Echsenart picture-alliance / dpa - Bild in Detailansicht öffnen

Wie unterscheidet man sie?

Die Schlingnatter kommt an Bahndämmen, in Steinbrüchen und auf Magerwiesen vor. Sie wird 80 bis 90 Zentimeter lang und hat einen Strich am Auge und einen großen Fleck auf dem Kopf, der als "Krönchen" bezeichnet wird. Sie beißt, wenn sie sich bedroht fühlt. Ihre Opfer, vorwiegend Eidechsen, umschlingt und erdrückt sie dann. Daher der Name "Schlingnatter".

Die Ringelnatter bevorzugt Feuchtwiesen und Teiche. Sie jagt am Teichufer oder unter Wasser kleine Amphibien. Die Ringelnatter kann bis zu 1,50 Meter lang werden und ist gut an einem Halbmond-Fleck am Kopf zu erkennen. Außerdem hat sie an der Seite Punkte.

Anders die neu ernannte "Barrenringelnatter". Sie hat statt Punkte eher Striche an der Seite ihres Körpers, sogenannte Barren, daher ihr Name. Auch sie wird 1,50 Meter lang und liebt Feuchtwiesen und Teiche.

Die Würfelnatter ist an ihrem würfelähnlichen Muster zu erkennen. Sie lebt an Bachläufen und Flüssen. Hier jagt sie Kleinsäuger und im Wasser Fische. Die Männchen werden etwa 80 Zentimeter lang, die Weibchen bis zu 1,30 Meter. Sie ist die seltenste Schlangenart.

Warum sind alle Schlangenarten geschützt?

Schlangen brauchen eine kleinstrukturierte Landschaft: artenreiche Magerwiesenflächen, Steinbrüche und Feuchtbiotope mit sauberen Teichen und Bachläufen. Doch diese kleinstrukturierte Landschaft ist in den vergangenen Jahren immer mehr verloren gegangen und mit ihr die Schlangen. Eine extensive Landwirtschaft würde ihnen helfen zu überleben. "Das Problem, das alle Schlangenarten haben," sagt der Biologe Philipp Schiefenhövel von der Masgeik-Stiftung im Westerwald, "sie brauchen sehr ein abwechslungsreiches Terrain mit vielen kleinen unterschiedlichen Strukturen. Und diese Lebensräume gehen zurück."

Können Schlangen auch im Garten vorkommen?

Wenn man einen naturnahen Garten mit Teich, Trockenmauern und Komposthaufen hat, dann kann man durchaus eine Ringelnatter oder Schlingnatter entdecken. Einen Teich brauchen sie zum Jagen, die Steine zum Sonnen und den Komposthaufen, um ihre Eier darin abzulegen.

Fazit

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