Illustration eines Smartphones, welches mit verschiedenen Haushaltsgeräten verbunden ist. (Foto: Colourbox, Foto: Colourbox.de -)

Einladung für Hacker?

Sicherheitsrisiko Smart Home

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Ob Smart TV, die Heizung oder Überwachungskameras, immer mehr Geräte sind aus der Ferne über das Internet steuerbar. Allerdings nicht nur für ihren Besitzer. Schlecht gesichert sind sie eine Einladung für Kriminelle und Einbrecher, die unbemerkt in die eigenen vier Wände eindringen können. Wir erklären, wie Sie Ihr Zuhause schützen können.

Was sind Smart Homes?

Übersetzt bedeutet "Smart Home" intelligentes Zuhause. Die Geräte sind vernetzt, können so miteinander kommunizieren und sind mit ihrem Besitzer via Internet oder auch per Funk verbunden.

Smart Home-Besitzer können beispielsweise ihre Heizung auf dem Heimweg über ihr Handy einschalten, damit es bei der Heimkehr schön warm ist. An der Decke installierte Präsenzmelder erkennen, ob jemand im Raum ist. Ist das nicht der Fall, geben sie einen Befehl an die Lichtanlage und die Lampen werden ausgeschaltet. Der Kühlschrank informiert seinen Besitzer sobald der Milchvorrat aufgebraucht ist oder er bestellt sogar direkt frische im Internet.

Wo liegen die Gefahren?

Weil die Geräte mit dem Internet verbunden sind, gelten für sie die gleichen Gefahren und Risiken wie bei Computern, Laptops und Smartphones. Kriminelle können sie also hacken und für ihre Zwecke missbrauchen. 

Häufig werden Webcams von Nutzern für alltägliche Dinge installiert. Um zum Beispiel zu kontrollieren, ob das Baby noch schläft. Dabei ahnen sie nicht, dass sie bei ungenügender Sicherung Fremden aus der ganzen Welt den Blick ins eigene Zuhause gewähren. Auch Smart TVs mit Kamera- und Mikrofonfunktion können angezapft werden. Das bedeutet freie Sicht für Voyeure.

Doch das ist noch nicht alles: Übers Internet können Kriminelle die Smart Homes sogar steuern. Zu finden sind die schlecht gesicherten Eigenheime über spezielle Suchmaschinen. Ein Klick genügt und schon ist man auf der Bedieneroberfläche.

Durch Bewegungsmelder haben Einbrecher leichtes Spiel: Ist niemand zuhause, bleibt das Licht aus. Dann könnten sie die Alarmanlage, die Rollläden, Fenster und Türen steuern und ungehindert das Haus ausräumen. Alles ganz leicht machbar, ohne jede Vorkenntnisse.

Wieso interessieren sich Kriminelle für Smart Homes?

Nicht nur für Einbrecher, auch für Hacker sind Smart Homes attraktiv. Eine Studie von Internet-Security-Experten zeigt, welche Folgen das voreingestellte Standard-Passwort haben kann. Im Testzeitraum zählten sie täglich rund 3800 Zugriffsversuche auf das Smart Home. Jeden Tag gelang es durchschnittlich einem Angreifer, in das System einzudringen, leicht hätte er es von außen steuern können.

Wenn Cyberkriminelle es erst mal geschafft haben, ein einzelnes Smart Home-Gerät zu knacken, können sie oft auch auf andere Komponenten zugreifen, dadurch sogar Passwörter und persönliche Daten ausspähen.

Außerdem können sich Hacker die Rechenleistung des fremden Smart Home zu Nutze machen, um die Geräte in ein sogenanntes Botnetz einbinden. So kann jeder zum Opfer und auch zum Täter werden.

Wie kann ich mein Smart Home sicher machen?

Der häufigste Fehler ist ein fehlendes oder unsicheres Passwort. Viele Hersteller smarter Geräte liefern gleich ein Kennwort mit. Doch das sollte nicht verwendet werden. Denn die Hersteller vergeben nur eine begrenzte Anzahl solcher Passwörter. Und die sind bei einer Internetsuche nach der Modellnummer schnell zu finden, das nutzen Hacker gerne aus.

Außerdem ist zu empfehlen, eine Firewall einzurichten und den Router sowie das Heimnetzwerk zu schützen. Nur wenn die intelligenten Geräte auf dem aktuellen Stand sind, sind sie auch sicher.

Checken Sie, ob ihr smartes Gerät wirklich mit dem Internet verbunden werden muss. Häufig reicht es aus, wenn nur innerhalb ihres Heimnetzwerks auf das Gerät zugegriffen werden kann.

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AUTOR/IN
SWR Fernsehen