Grundrecht Arbeitskampf - Ritual im Tarifstreit

Aktuelle Streiks im öffentlichen Dienst

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Im Tarifstreit im Öffentlichen Dienst steht die dritte Verhandlungsrunde kurz bevor: Am 15. und 16. April treffen sich die Tarifpartner in Potsdam. Zuvor erhöht die Gewerkschaft "ver.di" mit zahlreichen Streikaktionen den Druck, um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen.

Von Mittwoch bis Freitag sind verschiedene Regionen in Rheinland-Pfalz betroffen: In allgemeinen Verwaltungen, Kitas, öffentlichen Krankenhäusern und bei der Müllabfuhr. Aber auch in anderen Einrichtungen, wie den Wasserstraßen- und Schifffahrtsämtern, Stadtwerken oder im öffentlichen Personennahverkehr soll gestreikt werden.  

Warum wird gestreikt?

Ein Streik ist ein legales Mittel des Arbeitskampfes. Alle Beteiligten verweigern für einen bestimmten Zeitraum die Arbeit, um ihre Forderungen an die Arbeitgeber durchzusetzen, so wie jetzt der öffentliche Dienst.

Es geht diesmal vor allem um eine bessere Bezahlung. Die Gewerkschaft "ver.di" fordert ein verhandlungsfähiges Angebot der kommunalen Arbeitgeber und des Bundes. Es geht dabei um Anerkennung der Arbeit durch bessere Löhne. 

Wenig familienfreundlich scheinen die Streiks der Erzieherinnen und Erzieher in den  Kitas  zu sein. Doch ihre Forderungen nach besserer Bezahlung sind berechtigt. Die Ansprüche an die Einrichtungen haben sich geändert, beispielsweise durch mehr integrative Arbeit mit Behinderten und Flüchtlingen.

Welche Streikbewegungen haben die Arbeitsbedingungen verbessert? 

Im 19. Jahrhundert kam es - im Zuge der zunehmenden Industrialisierung - vermehrt zu Arbeitskämpfen.
Der Begriff "Streik", hergeleitet vom englischen "Strike", "Schlag" setzte sich im allgemeinen Sprachgebrauch durch.

  • 1948 gab es den ersten wichtigen Nachkriegsstreik: Im Zuge der Wirtschafts- und Währungsreform stiegen die Preise stark an, gleichzeitig sanken die Löhne.
  • 1956 erstreikten die Beschäftigten der Metallindustrie für alle Arbeitnehmer die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, in einem der längsten Arbeitskämpfe in der Geschichte. Er war zunächst nur ein Teilerfolg, denn erst 13 Jahre später, 1969, beschloss der Bundestag die vollständige Regelung.
  • In den 80er Jahren kämpften die Gewerkschaften um eine Verkürzung der Wochenarbeitszeit auf 38,5 Stunden.

Was können Streikbetroffene tun?

Wer auf öffentliche Verkehrsmittel setzt, hat Pech gehabt (Foto: SWR, SWR -)
Ersatzlos gestrichen: Wer auf öffentliche Verkehrsmittel setzt, hat im Streikfall Pech SWR -

Vom Streik Betroffene müssen die Situation erst einmal so hinnehmen und sich soweit wie möglich selbst helfen. Streiken die Postzusteller, bleibt der Briefkasten eben leer. Auch Pendler müssen mit den Zugausfällen leben und die Fahrt zu ihrem Arbeitsplatz anders organisieren, denn der Arbeitnehmer trägt das sogenannte Wegerisiko. Erscheint er nicht pünktlich oder gar nicht am Arbeitsplatz, riskiert er arbeitsrechtliche Konsequenzen!

Fazit

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AUTOR/IN
SWR Fernsehen