Biene an Blüte (Foto: picture-alliance / dpa, picture-alliance / dpa -)

Weit mehr als nur Honigproduzenten

Bienen ernähren die Welt

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Bienen sind weit mehr als nur Honigproduzenten. Denn ihre Arbeit als Bestäuber unser heimischen Früchte macht das kleine Insekt zum drittwichtigsten Nutztier, nach dem Rind und dem Schwein.

Bienen ernähren die Welt. Nicht nur durch ihre Honigproduktion, sondern vor allem durch ihre Bestäubung. Die fleißigen Helfer tragen die Pollen von Blüte zu Blüte, damit sie befruchtet werden können.

Rund ein Drittel unserer Obstsorten kann nur durch Hilfe von Bienen befruchtet werden.

Doch die Bienen sind in Gefahr. Immer wieder gibt es massives Bienensterben. Die Varroa Milbe ist ihr natürlicher Feind und auch bestimmte Arten von Pestiziden lassen die Bienen zu Tausenden eingehen. Im vergangenen Jahr sind 20 Prozent aller heimischen Honigbienen gestorben, so eine Studie des Fachverbandes Bienen und Imker in Mayen.

Neben den Honigbienen gibt es noch rund 500 Arten von Wildbienen. Sie leben als Einzelbienen und nicht wie Honigbienen in hierarchischen Staatsgebilden. Auch die Wildbienen sind für die Landwirtschaft als Bestäuber unverzichtbar. Wo es zu wenig Bienen gibt fällt die Ernte geringer aus.

Imkerin hält Wabe vor ihr Gesicht (Foto: picture-alliance / dpa, picture-alliance / dpa -)
Gesichter erkennenBienen können sich menschliche Gesichter merken und so beispielsweise ihre Imker erkennen. Offenbar geben die Tiere diese Informationen sogar an folgende Generationen weiter. picture-alliance / dpa - Bild in Detailansicht öffnen
PolizeibieneBienen können besser riechen als Hunde und sind ausdauernder. Schon geringste Mengen von Sprengstoff oder Drogen können sie erschnüffeln. Deshalb interessieren sich Sicherheitsbehörden bereits für den Einsatz der Tierchen, beispielsweise an Flughäfen. Thinkstock - Bild in Detailansicht öffnen
SchweißfüßchenÜber ihre Füße sondern Bienen ein stark riechendes Sekret ab, um Futterplätze oder Wasserstellen zu markieren. So können diese von anderen Bienen besser gefunden werden. picture-alliance / dpa - Bild in Detailansicht öffnen
SWR - Jenny Weber Bild in Detailansicht öffnen
Wirtschaftsleistung in MilliardenhöheDer Spruch vom "fleißigen Bienchen" kommt nicht von ungefähr: Weltweit erwirtschaften Bienen jedes Jahr mit ihrer Bestäubungsleistung an die 300 Milliarden Euro. SWR - Bild in Detailansicht öffnen
Bienen auch in Südbaden bedroht SWR - Bild in Detailansicht öffnen
Menschliche BienenIn China ist die Konzentration von Umweltgiften in einigen Regionen so hoch, dass es dort kaum noch Bienen und Vögel gibt. Menschen übernehmen deshalb den Job der Tiere und bestäuben jede einzelne Blüte mit einem Wattebausch. picture-alliance / dpa - Bild in Detailansicht öffnen

Wie intelligent sind Bienen?

Bienen sind sehr intelligente Tiere. Wissenschaftler erforschen das Verhalten der Bienen genau. Honigbienen leben in hierarchischen Staatsgebilden. Mit der Königin an der Spitze. Die Tausende von Honigbienen, die zu einem bestimmten Stock gehören, haben bestimmte Aufgaben. Die Arbeitsabläufe sind immer die Gleichen. Die männlichen Drohnen sind weitgehend nutzlos. Sie dienen lediglich dazu, die Königin zu begatten.

Die Honig-Bienen, die für die Bestäubung verantwortlich sind, kennen sich in der Landschaft aus. Sie finden immer zu ihrem schützenden Stock zurück, fliegen gezielt zu nektarreichen Blüten und suchen neue Nistplätze.

Bienen können sich ihre Umgebung merken und verfügen so über ihr eigenes Navigationssystem.

Dabei spielt die "Tanzsprache" mit Entfernungs- und Richtungsangaben eine zentrale Rolle. Neue Nisthöhlen für Schwärme werden vor dem Erstbezug von mehreren Kundschaftern inspiziert und über die Tanzsprache deren Qualität "diskutiert".

In den vergangenen Jahren sind die Bienen stark in den Focus gerückt, vor allem, weil es immer wieder ein mysteriösem Bienensterben kommt.

Warum sterben Bienen?

Es gibt mehrere Gründe, warum Bienen sterben. Jede Honigbiene hat eine natürliche Lebensdauer von rund sechs Wochen. Die männlichen Drohnen können auch länger leben, es sei denn sie begatten die Königin, dann sterben sie direkt danach. Auch im Winter sterben üblicherweise viele Bienen.

Ein natürlicher Feind der Bienen ist die vor fast 40 Jahren aus Südostasien eingeschleppte Varroamilbe, ein Parasit, der in den Bienenbrutzellen immer noch zur Schädigung der Bienenvölker beiträgt.

Ein weiterer Grund warum Bienen regelrecht verhungern, liegt darin, dass es immer mehr landwirtschaftliche Flächen als Monokulturen betrieben werden. Sind die Felder abgeerntet, finden die Bienen keine Nahrung mehr, weil es auch immer weniger Wildwiesen gibt.

Wo kann man Bienen halten?

Bienen können überall dort gehalten werden, wo ein ausreichendes Blütenangebot während der warmen Jahreszeit zur Verfügung steht. Das kann auf dem Land aber auch in der Stadt sein, vorausgesetzt man hat die Erlaubnis des Grundstückeigentümers. Allerdings sollte man auch Verständnis für verängstigte Nachbarn haben und gegebenenfalls einen unproblematischen Standort suchen.

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