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In Bettengeschäften wuchert der Matratzen-Dschungel: Unterschiedliche Materialen, Härtegrade, Füllungen - und alle Produkte versprechen besten Schlaf. Doch Vorsicht bei der Auswahl: Nicht jede Matratze passt zu jedem Menschen!

Was macht eine gute Matratze aus? 

Eine Matratze kann so gut sein, wie sie will, wenn der Lattenrost darunter nichts taugt. Das Zusammenspiel von Matratze und Rost ergeben den Schlafkomfort. Dabei spielt der Härtegrade einer Matratze zwar eine Rolle, doch die Angaben auf der Matratze sind mit Vorsicht zu genießen.

Die Position der Wirbelsäule wird vermessen und der Härtegrad der Matratze angepasst. (Foto: SWR, SWR -)
Die Position der Wirbelsäule wird vermessen, und der Härtegrad der Matratze angepasst. SWR -

Ein Härtegrad des einen Herstellers ist nicht vergleichbar mit dem Härtegrad eines anderen Herstellers. Einige Faustregeln gibt es jedoch: Je schwerer die Person, desto härter sollte die Matratze sein. Aber egal, ob H2 oder H4, wonach man sich immer richten kann: Schultern und Hüften sollten so weit einsinken, dass die Wirbelsäule gerade und waagrecht liegt. Dazu muss die Matratze an den richtigen Stellen nachgeben können. 

Doch welche Matratze für welchen Menschen geeignet ist, hat erst einmal nichts mit dem Preis zu tun. Auf einer etwas teureren Matratze schläft man nicht unbedingt besser, sie hält jedoch wahrscheinlich länger als eine billige.

Wer eine langlebige Matratze haben möchte, sollte mindestens 300 Euro in die Hand nehmen. Doch Fachleute sehen auch eine Obergrenze beim Preis. Ihrer Erfahrung nach werden Materialien und Haltbarkeit jenseits der 1.500 Euro-Marke nicht mehr entscheidend besser. 

Wann ist es Zeit für eine neue Matratze? 

Spätestens auszutauschen ist eine Matratze:

  • Wenn sich der Liegekomfort deutlich verschlechtert hat.
  • Wenn sich eine Mulde in der Matratze gebildet hat oder das Material sehr viel weicher geworden ist als am Anfang. Die Mulde erkennt man leicht, wenn man eine Wasserwaage quer über die Matratze legt. Ist die Mulde 2 Zentimeter tief oder tiefer, sollte man über eine neue Matratze nachdenken. Die Festigkeit kann man leicht überprüfen, indem man mit der Hand erst den Rand der Matratze fühlt. Dort ist die Beanspruchung in der Regel geringer. Fühlt sich die Matratze in der Mitte viel weicher an als am Rand, unterstützt die Matratze den Körper nicht mehr optimal.
  • Nach etwa zehn bis zwölf Jahren. Dann sollte man schlicht aus hygienischen Gründen die Matratze tauschen.

Welche Arten von Matratzen gibt es?

Der Klassiker ist die Federkernmatratze. Sie ist elastisch und atmungsaktiv und für korpulente Menschen geeignet. Federkerne gibt es in zwei Ausführungen. Einmal den klassischen Bonell-Federkern oder Taillen-Federkern, der oben und unten einen größeren Durchmesser hat, in der Mitte etwas eingeschnürt ist. Eine Federkernmatratze hilft, sich sehr gut von der Rücken- in die Seitenlage zu bewegen. Außerdem den Taschenfederkern, dort sind die Federkerne in einzelne Säckchen eingenäht, können dadurch unabhängig voneinander reagieren und sich somit den Körperkonturen besser anpassen. 

Kaltschaum gehört zum Innenleben der meisten Matratzen (Foto: SWR, SWR -)
Kaltschaum gehört zum Innenleben der meisten Matratzen SWR -

Das heutzutage gängigste Material ist der Kaltschaum. Je höher die Dichte des Schaums, desto haltbarer ist die Matratze. Kaltschaum ist ein elastisches Material, was sehr gut nachgeben kann oder auch den Köper stützt, je nach verschiedenen Festigkeiten über die Länge der Matratze verteilt. Kaltschaum ist außerdem sehr offenporig. Es ist auch sehr gut geeignet für Leute, die etwas stärker schwitzen. Und man kann sich sehr leicht drehen.

Eine besondere Form des Kaltschaums ist der visko-elastische oder auch Memory-Schaum. Ursprünglich für die NASA entwickelt, um die enormen G-Kräfte beim Raketenstart abzumildern, wurde schnell klar, dass das Material auch im allnächtlichen Schlaf einige Vorteile bringt. Die Trägheit des Materials führt dazu, dass man sich deutlich schwerer umdrehen kann als auf Schaum, Latex- oder Federkernmatratzen.

Latex wird gerne von ökologisch bewussten Menschen gewählt. Denn auf Latexmatratzen kann man umweltbewusst schlafen, wenn man keinen synthetischen Latex aus Mineralöl kauft, sondern eine Matratze aus natürlichem Kautschuk wählt. Die Eigenschaften von Latex sind einmal seine punktuelle Nachgiebigkeit, man kann sich sehr leicht drehen. Der Körper wird sehr gut gestützt. Latex hat allerdings ein hohes Gewicht und den Nachteil, dass das Wenden der Matratze besonders mühsam ist.

Wie entsorge ich meine alte Matratze? 

Viele Betten- und Möbelgeschäfte nehmen die alte Matratze zurück und führen sie dem Recycling zu. Wenn man allerdings die Matratze selbst entsorgen möchte, dann kann man das einfach beim Sperrmüll anmelden. Die Matratze wird kostenlos abgeholt. Oder man fährt sie selbst zum Wertstoffhof.

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