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Sie sind klein, lästig und gefährlich! Sobald die Temperaturen draußen steigen, sind auch die Zecken wieder vermehrt unterwegs – auf der Suche nach der nächsten Blutquelle.

Dauer
Sendedatum
Sendezeit
18:45 Uhr
Sender
SWR Fernsehen RP

Wo gibt es Zecken?

Die meisten Zecken lauern in einer Höhe von 10 bis 50 cm über dem Boden. Von Bäumen fallen können sie nicht. "Sie warten auf den Grashalmen, bis ein geeigneter Wirt – wie der Mensch zum Beispiel – vorbeikommt. Die Zecken werden abgestreift von den Grashalmen und laufen dann auf dem Menschen herum, bis sie eine geeignete Stichstelle finden", sagt Janna Vogelgesang. "Und dann stechen sie zu."

Janna Vogelsang erforscht Zecken (Foto: SWR, SWR -)
Janna Vogelsang erforscht Zecken SWR -

Als Dissertantin der Veterinärmedizinischen Universität Wien erforscht sie die Plagegeister und kehrt dazu auch einmal im Monat in ihre Heimat zurück, um rund um Annweiler am Trifels Exemplare zu sammeln. Bei dem internationalen Projekt geht es um die Verbreitung und die Aktivität der Zecke.

Warum sind Zecken gefährlich?

Zecken können Infektionskrankheiten übertragen. Zu den bekanntesten gehören Borreliose und die Frühsommer-Meningoenzephalitis, kurz FSME genannt. Dabei handelt es sich um eine Hirnhaut- oder Hirnentzündung. Je nach Aktivität der virustragenden Zecken tritt FSME vermehrt im Frühjahr und Sommer auf, bei warmer Witterung jedoch auch noch im Herbst und Winter.

2018 wurden insgesamt 1.579 Fälle von Borreliose in Rheinland-Pfalz gemeldet. Das Landesuntersuchungsamt Rheinland-Pfalz hat sechs FSME-Fälle registriert. In Rheinland-Pfalz gehört nur der Landkreis Birkenfeld seit 2001 zu den FSME-Risikogebieten, da dort immer wieder vereinzelt Erkrankungen vorkommen. Anders sieht es bei Borreliose aus. Sie verursacht Kopf- und Gliederschmerzen, kann auch die Nerven befallen und Lähmungen hervorrufen.

Welche neuen Erkenntnisse gibt es?

Janna Vogelsang hat neue Zecken-Populationen im Blick (Foto: SWR, SWR -)
Janna Vogelsang hat neue Zecken-Populationen im Blick SWR -

"Wir haben in Rheinland-Pfalz schon eine neue Art gefunden, neben der Hauptart, die hier vertreten ist", ergänzt Janna Vogelgesang. "Und die unterscheidet sich in minimalen, morphologischen Merkmalen. Sie kommt eigentlich aus dem Mittelmeerraum und wurde vor zwei Jahren entdeckt. Noch wissen wir nicht, ob sie irgendwelche Krankheiten überträgt". Ihr Forschungsprojekt soll helfen, die Zecken-Population im Blick zu haben. Über drei Jahre ist es angelegt.

Im Labor werden die Zecken zum Beispiel anhand ihres Mundwerkzeuges oder ihres Kopfes bestimmt. Für jeden Standort wird die Anzahl der Zecken, die unterschiedlichen Arten und ihr Stadium bestimmt. Ziel ist ein mathematisches Modell zur Risikoabschätzung von Zecken und FSME.

Wie kann ich mich schützen?

Nicht jeder Zeckenstich führt zu einer Infektion – trotzdem sollte er vermieden werden. Beim Aufenthalt im hohen Gras oder im Unterholz am besten die Haut bedecken. Feste Schuhe, eine lange Hose und lange Ärmel bieten einen gewissen Schutz.

Der Zecke wird es so erschwert, eine geeignete Hautstelle für eine Blutmahlzeit zu finden. Bevor sie sticht, läuft sie einige Zeit auf dem Körper umher. Helle Kleidung erleichtert das Auffinden. Auch Anti-Zecken-Sprays bieten zusätzlichen Schutz – allerdings nur zeitlich begrenzt.

Was tun, wenn ich eine Zecke habe?

Nach einem Aufenthalt im Freien den Körper am besten sofort absuchen. Eine Zecke sollte so schnell wie möglich entfernt werden, um das Infektionsrisiko zu minimieren:

  • Mit einer Pinzette oder einer Zeckenzange greift man das Tier am Kopf, direkt an der Haut.
Besser, die Pinzette muss nicht zum Einsatz kommen! (Foto: SWR, SWR -)
Besser, die Pinzette kommt nicht zum Einsatz! SWR -
  • Niemals den vollgesogenen Körper drücken, sonst läuft der Mageninhalt in die Stichregion.
  • Wenn nach dem Stich eine ringförmige Hautrötung entsteht und sich ausweitet, sollte ein Arzt aufgesucht werden.
  • Ebenso, wenn nach einem Zeckenstich grippeähnliche Symptome auftauchen. Borreliose sollte so schnell wie möglich mit Antibiotikum behandelt werden.

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