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Klein, kompakt und komfortabel – E-Scooter, also Tretroller mit Elektroantrieb, sollen im Frühjahr 2019 auch in Deutschland erlaubt werden. In den USA, aber auch in vielen europäischen Großstädten wie Amsterdam oder Kopenhagen gehören die kleinen Flitzer bereits zum Stadtbild.

Dauer
Sendedatum
Sendezeit
18:45 Uhr
Sender
SWR Fernsehen RP

In Deutschland muss erst die Verkehrsordnung geändert werden, um E-Scooter für den Verkehr zuzulassen. Bundesverkehrsminister Scheuer (CSU) hat einen entsprechenden Gesetzestext vorbereitet. Schon im Frühjahr 2019 soll es soweit sein.

Was sind E-Scooter?

E-Scooter werden elektrisch angetrieben. Sie haben einen Akku und wenn der vollgeladen ist, kann man bis zu 20 Kilometer weit damit fahren. Mit rund 16 Kilogramm sind die kleinen Flitzer nicht gerade ein Leichtgewicht.

Warum sind E-Scooter in Deutschland bislang verboten?

Das Problem ist: In der Bundesverkehrsordnung gibt es keine Kategorie für E-Scooter. Auf der anderen Seite gelten die kleinen Flitzer aber als Kfz, weil sie einen elektrischen Antriebsmotor haben. E-Scooter gelten eigentlich als "Elektrokleinstfahrzeuge" und müssen gewisse Vorgaben erfüllen.

Einzig und allein in einer deutschen Stadt dürfen bislang E-Scooter ganz legal rollen: Die bayerische Kleinstadt Bamberg ist Teststadt. Seit Dezember 2018 werden hier die elektrischen Tretroller im Straßenverkehr getestet. Darüber hinaus sind sie aber nach wie vor verboten. Wer dennoch erwischt wird, riskiert eine Geldstrafe und sogar einen Punkt in Flensburg.
Doch noch in diesem Frühjahr sollen E-Scooter überall in Deutschland rollen, wenn es nach dem Willen des Bundesverkehrsministers Scheuer geht. Er hat auch schon genaue Vorstellungen, welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen, damit E-Scooter künftig am Verkehr teilnehmen können.

E-Scooter (Foto: SWR)
Der Fahrrad-Club ADFC warnt bereits vor steigendem Unfallrisiko und fordert den Ausbau der Radfahrwege!

Welche Voraussetzungen müssen E-Scooter erfüllen?

Nach den bisherigen Vorstellungen und nachdem, was bislang bekannt ist, ist eine Helmpflicht für E-Scooter-Fahrer wohl vom Tisch. E-Scooter, die weniger als 12 Stundenkilometer drauf haben, sollen bereits Jugendliche ab zwölf Jahren fahren dürfen.

  • Für schnellere Gefährte soll man mindestens 14 Jahre alt sein.
  • Einen Mofa-Führerschein braucht es nach den bisherigen Plänen wohl nicht.
  • Fahrer eines solchen Gefährts brauchen eine Haftpflichtversicherung.

E-Scooter sollen in Zukunft auch in Bussen und Bahnen mittransportiert werden dürfen. Auch das ist bislang verboten.

Wo sollen E-Scooter in Zukunft fahren dürfen?

Im Prinzip da, wo sich auch alle anderen Verkehrsteilnehmer tummeln. Bei weniger als zwölf Stundenkilometer sollen E-Tretroller auf Gehwegen und auf Radwegen rollen dürfen. Wenn sie schneller als zwölf Stundenkilometer sind, müssen sie nach den jetzigen Plänen auf Radwegen fahren, wenn dort kein Platz ist, dann im Autoverkehr.

E-Scooter an einer Straße (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)
In anderen europäischen Städten können E-Scooter schon gemietet werden. Picture Alliance

So oder so ist Ärger vorprogrammiert. Schon jetzt würden sich Radfahrer, Fußgänger und Autofahrer gegenseitig behindern. In Städten wie Kopenhagen oder Amsterdam wären E-Scooter auch deshalb so erfolgreich, weil es dort gut ausgebaute Radwege gäbe.

Deswegen fordert der Fahrrad-Club ADFC eine entsprechende Infrastruktur bereitzustellen. Im Grundsatz aber sieht er großes Potential in E-Scootern, den bestehenden Verkehr vor allem in den Innenstädten zu entlasten. Gerade auf der sogenannten letzten Meile etwa von der Bahn/vom Bus bis zur Arbeit könnten E-Scooter eine große Hilfe sein.

Fazit

E-Scooter werden auch über deutsche Straßen, Radwege oder Fußgängerwege rollen. Die entsprechenden Regelungen sind ausgearbeitet. E-Scooter könnten den innerstädtischen Verkehr entlasten, wenn die entsprechende Infrastruktur ausgebaut wird. Weil sie bis zu 20 Stundenkilometer schnell sind, wird zu besonnenem Fahren aufgefordert.

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