Verheerend und schwer vorhersehbar Gefährliche Sommergewitter

Dauer
Sendedatum
Sendezeit
18:45 Uhr
Sender
SWR Fernsehen RP

Immer wieder kracht es derzeit. Wir sind mitten in der Gewittersaison 2019. Sommergewitter können große Schäden anrichten, so wie kürzlich in Trier. Hagel und Starkregen haben für vollgelaufene Keller, überschwemmte Straßen und umgestürzte Bäume gesorgt. Menschen kamen zum Glück nicht zu Schaden.

Gewitter sind lebensgefährlich. Bei einem Blitzschlag können 100 Millionen Volt auf den Menschen treffen. Selbst den Meteorologen gelingt es nicht immer vorherzusagen, wo das nächste Sommergewitter seine Spuren hinterlassen wird.

Wieso sind Sommergewitter so schwer vorherzusagen?

Prognosen der Wettercomputer versagen bei Wärmegewittern regelmässig. Das ist wie bei einem Kochtopf auf der Herdplatte: Das Wasser wird kochen und es werden Blasen aufsteigen – aber wo? Meteorologen wissen auch: es werden Gewittertürme aufsteigen – aber wo? 

Wo blitzt es am meisten in Rheinland-Pfalz?

Messstation (Foto: SWR)
Erfasst werden die Blitze mit Hilfe von Antennen, wie beispielsweise am Flugplatz in Winningen bei Koblenz.

Die Daten von 150 Messstationen in Europa laufen beim Blitzinformationsdienst in Karlsruhe zusammen. Bis auf 200 Meter können die Experten berechnen, wo ein Blitz eingeschlagen ist.
Auf den Verlauf von Gewittern haben auch unsere Mittelgebirge Einfluss. Hier ziehen Gewitterfronten besonders häufig entlang. Eine der typischen Gewitterzugbahnen verläuft von Südwesten kommend nördlich der Mosel entlang, überspringt bei Koblenz den Rhein und zieht dann weiter nördlich der Lahn entlang Richtung Limburg.
Eine andere typische Gewitterleitlinie verläuft an der Südkante des Hunsrücks entlang. Von Merzig kommend ziehen sie nördlich des Nahelands Richtung Kreuznacher Land, springen bei Bingen über den Rhein und landen wegen des Taunus nördlich von Wiesbaden und ziehen weiter nach Hessen. Mainz bleibt deshalb oft verschont.

Wie schützt man sich bei plötzlichen Sommergewittern ?

Wenn man dem Gewitter wirklich nicht entkommen kann, sollte man Türme und Masten meiden. Wer mit dem Rad unterwegs ist, sollte wegen des Metallgestänges absteigen. Besser ist sich in einem Haus aufzuhalten, noch besser in einem Auto. Wer total überrascht wird und keine Chance hat sich in eine Unterkunft zu retten, sollte versuchen seine Körperoberfläche gering zu halten. Dafür sollte man in die Hocke gehen und die Kopf zwischen die leicht auseinander gestellten Knie legen. Wegrennen ist keine gute Idee. Denn schlägt der Blitz ein, wird der Strom kreisförmig über den Boden verteilt. Beim Laufen entsteht dann zwischen den Beinen Spannung. Strom fließt und entlädt sich im Körper.

Blitz (Foto: SWR)
Die Wahrscheinlichkeit von einem Blitz getroffen zu werden ist gering, dennoch sollte man bei Gewitter bestimmte Orte vermeiden.

Bei Gewitter unbedingt Gewässer meiden. Außerdem: Mobiltelefon, iPod und andere tragbare Elektrogeräte ausschalten und keinen Schirm aufspannen. Denn das sind alles Ziele, in die Blitze häufig einschlagen.

Auch ohne Messgeräte kann man halbwegs berechnen, wie weit ein Gewitter entfernt ist. Sieht man einen Blitz, zählt man die Sekunden, bis man die ersten Signale des dazu gehörenden Donners (nicht das anschließende Grollen) hört. Diese Zeit teilt man dann durch drei, weil der Schall in einer Sekunde ungefähr einen drittel Kilometer zurücklegt. Wenn also sechs Sekunden zwischen Blitzlicht und den ersten Donnertönen liegen, ist das Gewitter nur noch zwei Kilometer entfernt. Zu bedenken ist: Blitze können bis zu 20 Kilometer streuen. Deshalb werden viele Menschen auch bei blauem Himmel von Blitzen überrascht.

Fazit

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