Riesige Datenmengen Wie wir alle im Internet Spuren hinterlassen

Dauer
Sendedatum
Sendezeit
18:45 Uhr
Sender
SWR Fernsehen RP

Wer das Internet nutzt, hinterlässt Spuren. Dadurch fällt so genanntes Big data an, das sind riesige Datenmengen, die mithilfe von Algorithmen verarbeitet werden. Vor allem persönliche Daten sind für Unternehmen wie Google, Facebook oder Amazon sehr interessant. Für viele ist es unbedenklich, man hat ja schließlich nichts zu verbergen. Doch es geht dabei vor allem um die Privatsphäre.

Wo Daten gesammelt werden

Überall und ständig werden Daten bei der Internetnutzung gesammelt. Niemand kann sich heutzutage dem mehr entziehen. Wer mit Behörden zu tun, wer am Flughafen eincheckt, wer Sprachassistenten wie "Alexa" oder "Siri" verwendet, wer ein E-Mail-Programm nutzt, der gibt Daten bekannt. Wer ein Handy bei sich trägt, sendet permanent Informationen zu seinem Standort.

Dabei geben wir aktiv und passiv Daten preis. Aktiv heißt, wir posten ein Foto bei Facebook und Instagram oder äußern dort eine Meinung. Passiv heißt, wir merken es gar nicht, wie wir Informationen über Interessen, Wertvorstellungen und Vorlieben preisgeben, indem wir im Internet surfen.

Wie die gesammelten Daten genutzt werden

Auf Anbieterseiten sind sogenannte Tracker aktiv, die verfolgen, was wir im Internet machen und welche Seiten wir anklicken. Wer zum Beispiel in einem Onlineshop stöbert, bekommt nach jedem Klick weitere Kaufempfehlungen mitgeliefert. Ein sogenannter Algorithmus, eine mathematische Formel für den Computer, hat verarbeitet, was andere sonst noch so gekauft haben. Dieses Prinzip der Datenverarbeitung passiert aber auch auf anderen Gebieten, zum Beispiel bei Informationen zu gesellschaftspolitischen Themen.

Kaufempfehlungen in Onlineshops (Foto: SWR)
Hinter Kaufempfehlungen in Onlineshops stecken auch Algorithmen.

Algorithmen können Fehler hervorrufen

Es kommt zunächst auf den Entwickler des Algorithmus an, wie er ihn programmiert hat und bewusst oder unbewusst Fehler eingebaut hat. Ein Algorithmus kann im schlimmsten Fall manipulieren oder diskriminieren.

Auch Kaufempfehlungen oder das Ranking bei Google sind auf einen Algorithmus zurück zu führen. Für den Verbraucher stellt sich die Frage, wer und welche Kriterien entscheiden, welche Informationen mir wie gefiltert präsentiert werden. Das spielt bei den Werbeangeboten eine Rolle, aber auch wenn ich mich zu gesellschaftspolitischen Themen informieren möchte.

So ist auch bekannt, dass die Wirtschaftsauskunftei Schufa einen Algorithmus verwendet. Er berechnet den sogenannten Scorewert. Dieser entscheidet mit, ob und welchen Kredit man bei der Bank bekommt. Welche Informationen genau einfließen, ist ein Geschäftsgeheimnis. Aber der Name und auch die Wohngegend spielen eine Rolle. Verbraucherschützer sehen dies kritisch und fordern, diesen Algorithmus für die Verbraucher transparent zu machen.

Das Potential von Algorithmen

In Algorithmen steckt aber auch viel Potential. Zum Beispiel, wenn sie Daten aus Routenplanern verarbeiten. Denn Routenplaner können Verkehrströme lenken, indem sie beispielsweise Staus umfahren.

So behält man den Überblick über seine Daten

Nach dem Bundesdatenschutzgesetz hat jeder das Recht, eine Selbstauskunft zu verlangen, und zwar bei jeder Firma. Auch bei der Schufa kann man diese ein Mal im Jahr kostenlos beantragen. Auf den Seiten mancher Anbieter wie Facebook kann man sich diese Daten auch selbst abrufen. Allerdings stehen dort nur die reinen Daten, nicht was mit ihnen passiert und wie sie kombiniert werden. Außerdem macht es Sinn, Privatsphäre-Einstellungen zu überprüfen oder Konten zu löschen, die nicht mehr benutzt werden.

Fazit

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