Wald (Foto: SWR, SWR -)

Trockenheit und Borkenkäfer bedrohen den Wald Wie der Klimawandel unsere Wälder verändert

Der Wald in Rheinland-Pfalz: Mehr als eine halbe Milliarde Bäume wachsen hier. Neben Hessen ist Rheinland-Pfalz mit einem Flächenanteil von 42 Prozent das waldreichste Gebiet Deutschlands. Ein Gebiet, das in den letzten Monaten stark gelitten hat.

Dauer

Warum war 2018 ein schwieriges Jahr für den Wald?

Das Jahr 2018 war ein außergewöhnliches, in einigen Bereichen extremes Jahr für unseren Wald. Das Frühjahr begann fruchtbar und niederschlagsfreudig, weshalb die Bäume eifrig Früchte bildeten.

Noch vor einigen Jahren trat bei Eichen nur alle fünf bis sieben Jahre ein Mastjahr in Erscheinung. Heute beobachten Experten bei Eichen alle zwei Jahre ein Mastjahr. Grund ist neben der Wärmeentwicklung im Klimawandel zu viel Stickstoff im Boden durch Abgase aus Verkehr und Industrie oder durch zusätzlichen Ammoniak, der aus der Landwirtschaft in den Boden gelangt. Für die Bäume bedeutet diese Entwicklung Dauerstress, denn sie haben nicht mehr genug Zeit, sich von den fruchtbaren, energieraubenden Jahren zu erholen.

Nadelwald (Foto: SWR, SWR -)
Der klimaresistente Mischwald ist der Wald der Zukunft. SWR -

Bäume gewinnen Nährstoffe aus dem Boden, die durch Wasser gelöst werden. Bleibt das Wasser aus, kann der Baum keine Nährstoffe mehr aus dem Boden ziehen und leidet Hunger. Frühzeitige Blattverfärbungen schon im August waren vielerorts die Folge. Gerade in Hanglagen, die Wasser nicht gut halten können, ließ sich dieses Phänomen beobachten: Braun verfärbte Kronen inmitten noch satt grüner Bäume.

Welche weiteren Auswirkungen hat die Trockenheit auf den Wald?

So geschwächte Wälder verlieren die Fähigkeit, sich gegen Einflüsse von außen zu wehren.
Gerade die Fichte, hinter Buchen und Eichen mit einem Anteil von 19,5 Prozent in Rheinland-Pfalz weit verbreitet, ist vom Borkenkäfer in diesem Jahr regelrecht überrannt worden.

Borkenkäfer (Foto: SWR, SWR -)
Drei Generationen des Borkenkäfers konnten sich dank das warmen und trockenen Wetters ausbilden und haben großen Schaden hinterlassen. SWR -

Das so beschädigte Holz, das sogenannte Käferholz, verkauft sich nicht und geht so dem Holzhandel verloren.

Diese Ausfälle werden sich angesichts des Klimawandels in den nächsten Jahrzehnten regelmäßig wiederholen.

Wie kann man die Zukunft des Waldes im Klimawandel gestalten?

Die Fichte ist die große Verliererin des Klimawandels. Sie wurde gerade in den Nachkriegsjahren in großen Beständen angebaut. Diese ertragreichen Monokulturen sind zwar schnell gewachsen, konnten der Hitzeentwicklung und zu erwartenden Wetterextremen vielerorts aber nichts entgegensetzen.

In trockeneren tieferen Lagen setzen Förster auf hitzebeständigere Baumarten wie beispielsweise die Edelkastanie oder der Douglasie. Edelkastanien, von den Römern ins Land gebracht, gedeihen gut in Rheinland-Pfalz. Und auch die Douglasie aus Nordamerika trotzt, dank tiefer gehender Wurzeln, höheren Durchschnittstemperaturen.

Fazit

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