Sofort erkennen, was drin steckt Nährwertekennzeichnung mit der Lebensmittelampel

Dauer
Sendedatum
Sendezeit
18:45 Uhr
Sender
SWR Fernsehen RP

Die Auswahl an Lebensmitteln in Supermärkten ist uferlos. Welche sind gesund? Und welche nicht? Eine Lebensmittelampel zur Kennzeichnung der Nährmittel könnte Orientierung geben.

Welche Modelle zur Nährwertekennzeichnung gibt es?

Insgesamt sind es mehr als zehn. Je nach Land und Besonderheiten variieren die Modelle.

Das Nutri-Score-Modell aus Frankreich, was auch in Belgien und Spanien verbreitet ist, soll nach dem Willen der Verbraucherzentrale auch in Deutschland eingesetzt werden.

Susanne Umbach, Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz (Foto: SWR)
Susanne Umbach von der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz kennt die Herausforderungen bei der Nährwertekennzeichnung von Lebensmitteln.

"Der Nutri-Score hat sich einfach bewährt in Frankreich und in anderen Ländern. Er ist wissenschaftlich basiert, er ist verständlich und er ist wirksam. Das hat man tatsächlich in Einkaufssituationen, in Testmärkten festgestellt, dass mehr Menschen zu den ausgewogeneren Lebensmittel greifen. Damit machen sie einen wichtigen Schritt, um sich gesünder zu ernähren."

Susanne Umbach, Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz

Was wird bei der Nährwertekennzeichnung erfasst?

Es geht vor allem um komplexe, stark verarbeitete Lebensmittel wie Fertigprodukte.

  • Die Skandinavier achten vor allem auf den Salzgehalt.
  • Die Briten auf den Zucker- und Fettgehalt.
  • Die Franzosen gehen mit dem Nutri-Score einen anderen Weg.

"Beim Nutri-Score werden unerwünschte, eher ungünstige Nährstoffe wie Zucker, Salz und Fett gegen gerechnet mit positiven Inhaltstoffen wie Ballaststoffgehalt oder aber Eiweißgehalt. Man kommt zu einem Wert, und dieser Wert wird sehr einfach in einer fünfskaligen Darstellung von einem grünen A bis hin zu einem roten E dargestellt."

Susanne Umbach, Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz

Wieso ist eine einfache Nährwertekennzeichnung sinnvoll?

Jeder fünfte Rheinland-Pfälzer ist übergewichtig. Eine Nährwertkennzeichnung kann das Problem zwar nicht beheben, aber eine zusätzliche Hilfe leisten, um sich gesund zu ernähren.

"Es ist ein Mosaikstein in einem Gesamtpaket, dazu gehört auch der Aspekt der Aufklärung, der frühzeitigen Erziehung. Aber dennoch ist es ein wichtiger Aspekt."

Susanne Umbach, Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz

Warum gibt es immer noch keine Nährwertekennzeichnung?

Die Ministerin zeigt sich wenig überzeugt von den bestehenden Modellen. Sie will ein eigenes kreieren, ohne farbliche Kennzeichnung.

"Generell hätten wir uns gewünscht, dass man auf ein Nährwerte-System wie dem Nutri-Score zurückgreift und eben nicht nochmal ein neues Modell entwickelt, was aus unserer Sicht nicht so günstig ist. Damit verzögert sich natürlich auch der gesamte Prozess."

Susanne Umbach, Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz

Klöckner's Modell, wenn es denn überhaupt käme, könnte von kurzer Dauer sein. Denn die EU plant ein europaweit einheitliches Kennzeichnungs-Modell.

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