Tipps wie Haus und Wohnung sicherer werden So schützen Sie ihr Zuhause vor Einbrechern

Dauer
Sendedatum
Sendezeit
18:45 Uhr
Sender
SWR Fernsehen RP

Alle vier Minuten geschieht in Deutschland ein Einbruch. Gerade in der dunklen Jahreszeit nutzen die Diebe ihre Chance. Ein schlecht gesichertes Fenster, ein Schraubenzieher und innerhalb von 30 Sekunden sind die Täter drin. Die Polizei versucht den Einbrechern das Leben schwer zu machen.

Häufigste Einbruchzeiten

Grundsätzlich schlagen die Täter meist tagsüber zu, wenn der Hausbewohner nicht zu Hause ist. Dass Einbrecher nachts kommen, wenn die Bewohner im Haus sind, ist eher selten der Fall. Die Haupteinbruchszeit liegt in der dunklen Jahreszeit meist zwischen 16 und 17 Uhr, wenn die Dämmerung bereits eingetreten ist und im Haus kein Licht brennt und es somit ersichtlich ist, dass die Bewohner noch nicht zuhause sind. Das gibt den Einbrechern schon von Weitem einen Tatanreiz, sich dieses Objekt auszusuchen.  

Fenster und Terrassentüren sind die größten Schwachstellen 

Auch bei Gudrun Herloch in Heidenfahrt/Heidesheim am Rhein haben Täter versucht über die Terrassentür einzubrechen. Doch nach einem Einbruch in ihrer Nachbarschaft vor ein paar Jahren hat sie sich von der Polizei beraten und ihr Haus auf Schwachstellen untersuchen lassen. Mehrere Fenster und Türen wurden mit Pilzköpfen verriegelt und mit abschließbaren Fenstergriffen montiert. Rund elf Mal haben die Täter an der Terrassentür von Gudrun Herloch gehebelt, aber glücklicherweise ohne Erfolg. Das Nachrüsten und die Einbruchsicherung ihrer Fenster und Türen hatte sich somit gelohnt.

Gudrun Herloch (Foto: SWR)
Gudrun Herloch ist dankbar, dass sie ihr Haus aufgerüstet hat und sie ihre Ruhe vor Einbrechern hat.

So schützt man sich vor Einbrechern

Die Polizei rät, Fenster und Terrassen-/Balkontüren, auch wenn man nur kurz das Haus verlassen möchte, vollständig zu schließen, die Haustüre abzuschließen und bei längerer Abwesenheit den Briefkasten durch den Nachbarn leeren zu lassen. Außerdem warnt die Polizei davor, Haustürschlüssel unter der Fußmatte oder unter einem Stein im Garten zu verstecken. Darüber hinaus sollte ein Haus grundsätzlich bewohnt aussehen, etwa indem man tagsüber die Rollläden oben lässt.

Der Grundsatz der Polizei ist Mechatronik vor Elektronik. Die Polizei setzt bevorzugt auf mechanische Lösungen, wie Fenster mit Pilzkopfverriegelungen, da die Mechanik die Fenster verriegelt und verhindert, dass sie mit einfachen Mitteln aufgehebelt werden können. Bewegungsmelder, Überwachungskameras und Alarmanlagen können zusätzlich einbruchhemmend sein.

Überwachungskamera (Foto: SWR)
Das Anbringen einer Überwachungskamera schreckt mögliche Einbrecher ab.

Fenster mit Rundzapfen verfügen über keine einbruchhemmende Verriegelung und sind innerhalb von 15 bis 30 Sekunden geöffnet, erklärt Sicherheitsberater für Einbruchschutz Simon Triller von der Polizei in Mainz. Sie haben nur die Aufgabe den Einpressdruck von den Fensterflügeln auf die Rahmen zu erhöhen und den Schlagregen und den Wind draußen zu lassen. Deshalb ist es empfehlenswert bei einfach gesicherten Fenstern einen Austausch der Rollzapfen, also ein Beschlagwechsel, vorzunehmen. Dann werden in der Regel Pilzkopfverriegelungen eingebaut, die einmal um das Fenster herum gehen, sodass man eine gute Einbruchhemmung erhält. Es gibt auch andere Möglichkeiten der Nachrüstung, wie beispielsweise Aufschraubsicherungen, Vergitterungen oder einbruchhemmende Rollläden.

Pilzkopfverriegelung (Foto: SWR)
Sind die Fenster mit einer Pilzkopfverriegelung gesichert, haben Einbrecher keine Chance. Denn beim Versuch die Tür aufzuhebeln, gleitet der Pilzkopf in ein Fließstück und sperrt die Tür.

Kosten für Einbruchschutz

Die Kosten für eine Nachrüstung können variieren, sagt Fachberater für Einbruchschutz Simon Triller. Es komme auf die Art der Nachrüstung an, für welche Systematik man sich entscheide, wo sich das Objekt befindet bzw. wie auch die Lage des Fensters oder der Tür ist und ob das einfach zu erreichen ist. Gudrun Herloch hat für das Nachrüsten von acht Fenstern und vier Terrassen-/Balkontüren insgesamt 4.000 Euro investiert.

"Die 4.000 Euro haben sich durchaus bezahlt gemacht. Man hat es den Einbrechern schwer gemacht und man sieht ja mit Erfolg, die kamen nicht rein – es hat sich also schon mehrfach bezahlt gemacht bei uns und ich würde es jedem raten auch für die seelische Sicherheit."

Gudrun Herloch aus Heidenfahrt

Fazit

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