Projekt zum Thema Lichtverschmutzung Sternenpark im Pfälzer Wald

Satellitenaufnahmen von der Erde zeigen nachts ein strahlendes Lichtermeer. Wer jedoch von unten nach oben schaut, sieht oft nichts. Denn unsere Nächte werden immer heller. Zu viel Licht in unserer Umgebung nennt die Wissenschaft Lichtverschmutzung.

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Es ist also nicht mehr ausreichend natürlich dunkel in unserer Umgebung. Im Pfälzer Wald soll deshalb die Dunkelheit unter Schutz gestellt werden - mit einem Sternenpark. Sarah Köngeter leitet das Projekt im Biosphärenreservat Pfälzer Wald-Nordvogesen. Hier hat man erkannt, dass eine Welt mit möglichst wenig Licht einen besonderen Wert hat.

Sarah Köngeter, Leiterin des Projektes Sternenpark (Foto: SWR, SWR -)
"Lichtverschmutzung ist die Überlagerung von natürlichem Licht durch künstliches Licht", sagt Sarah Köngeter, Leiterin des Projekts Sternenpark. SWR -

Weltweit würden 80 Prozent der Bevölkerung vor einem lichtverschmutzten Himmel aufwachsen, meint Sarah Köngeter und stellt fest: "Viele Menschen wissen auch nicht mehr, wie die Milchstraße aussieht, weil sie die einfach noch nie gesehen haben."

Welche Auswirkungen hat zu viel Licht?

Das nächtliche Leuchtspektakel bringt uns zunehmend um den Schlaf. "Zuviel Licht hat die Auswirkung, dass die Produktion von unserem Schlafhormon Melatonin unterbrochen wird", beschreibt Sarah Köngeter das Problem. "Das kann dazu führen, dass wir schlechter einschlafen. Es kann Stoffwechselstörungen verursachen, aber beispielsweise auch die Entstehung bestimmter Krebsarten beschleunigen."

Auch die Tierwelt wird beeinflusst durch die Lichtverschmutzung:

  • Viele Tiere sind von Natur aus Nachtjäger – künstliches Licht stört sie bei ihrer "Nachtarbeit".
  • 100 Milliarden Falter verenden jährlich an alten Straßenlaternen, die ein eher blauweißes Licht verströmen. Sie verwechseln die Lampen mit dem Mond.
  • Zugvögel verlieren durch Licht-Smog die Orientierung. Ebenso Lachse unter beleuchteten Brücken.
  • Manche Pflanzen treiben längere Blätter aus und werden dadurch frostempfindlicher.

Wie kann man Dunkelheit messen?

Ein Team der Technischen Universität Kaiserslautern (TU) misst seit drei Jahren mit einem sogenannten "Sky Quality Meter" die Dunkelheit, die sogenannte Leuchtdichte des Himmels. Die "Dark Sky Association" hat eine Finsternis-Skala erstellt: Je höher der Wert, desto dunkler ist es. Zum Beispiel bedeutet ein Wert von 21,7 "natürlicher Himmelshintergrund, Milchstraße bis Horizont sichtbar, Wolken schwarz". "Das sind die Kategorien, bei denen es am dunkelsten ist und man den Sternenhimmel gut sehen kann", erklärt Marcel Schäfer von der TU Kaiserslautern.

Marcel Schäfer: "Das dunkelste in Deutschland ist im West-Havelland. Da wurden 21.75 gemessen. Da wollen wir hin. Ob wir das schaffen, steht in den Sternen." (Foto: SWR, SWR -)
Marcel Schäfer: "Am dunkelsten ist es in Deutschland im West-Havelland. Da wollen wir hin. Ob wir das schaffen, steht in den Sternen." SWR -

Was tun gegen zu viel Licht?

Um Energie zu sparen haben rund 20 Prozent unserer Städte und Gemeinden in Rheinland-Pfalz begonnen, alte Straßenlampen auszutauschen. Im Idealfall leuchten sie warmorange statt blauweiß und strahlen möglichst wenig nach oben. Sinnvoll wären auch Fassadenbeleuchtungen, die sich zeitautomatisch abschalten.

Welchen Nutzen hat der Sternenpark im Pfälzer Wald?

An gut erreichbaren Freiflächen entstehen Plätze zur Sternenbeobachtung. Die natürliche Dunkelheit im Pfälzer Wald soll unter Schutz gestellt werden und Möglichkeiten eröffnen, den Sternenhimmel zu erforschen und zu genießen.

Sarah Köngeter wünscht sich: "Dass wir es schaffen, das Kulturgut des Sternebeobachtens für die kommenden Generationen zu erhalten. Damit auch unsere Enkelkinder noch sagen können: 'Wir können die Milchstraße mit bloßem Auge erkennen'."

Fazit

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