Glyphosat 1 (Foto: picture-alliance / dpa, picture-alliance / dpa -)

Pflanzenschutzmittel bleibt weitere fünf Jahre erlaubt Wie gefährlich ist Glyphosat?

Bei der Risiko- und Gefahren-Beurteilung dieses Pestizids waren sich die EU-Länder lange nicht einig. Von Umweltschützern und anderen Glyphosat-Gegnern gab es in Brüssel immer wieder Protestkundgebungen. Auch in der Weltgesundheitsorganisation gibt es verschiedene Standpunkte.

Wer sein Unkraut vernichten möchte, hat im Bau- und Gartencenter eine große Auswahl. Am beliebtesten: Round up – ein Unkrautvernichtungsmittel mit dem chemischen Wirkstoff Glyphosat. Ein Mittel, das häufig in Privatgärten verwendet wird. Glyphosat ist aber auch Marktführer in der Landwirtschaft.

Was ist Glyphosat?

Werner Eckert, SWR-Umweltexperte, meint: "Glyphosat ist ein Total-Herbizid. Das heißt es ist ein Unkrautvernichter im wahren Sinn des Wortes, es macht alles Grüne kaputt. Es ist das meist verwendete Pestizid weltweit und in Deutschland."

Warum ist das Pflanzengift so umstritten?

Bei der Risiko- und Gefahren-Beurteilung dieses Pestizids waren sich die EU-Länder lange nicht einig. Von Umweltschützern und anderen Glyphosat-Gegnern gab es in Brüssel immer wieder Protestkundgebungen. Auch in der Weltgesundheitsorganisation gibt es verschiedene Standpunkte!

Dazu Werner Eckert: "Es ist tatsächlich so dass das eine Gremium sich mit der Krebsforschung beschäftigt hat und sagt: ja, das ist grundsätzlich krebserregend. Ein anderes Gremium beschäftigt sich mit der Frage: wie schwierig ist die Lage für den Verbraucher, der am Ende einer langen Kette mit Glyphosat in Kontakt kommt? Die kommen zu dem Schluss: da kommt so wenig beim Verbraucher an, dass das keine Relevanz mehr hat. Also zwei völlig verschiedene Aussagen."

Wie gefährlich ist Glyphosat?

Glyphosat ist vor allem für die Natur gefährlich: Es tötet nach kurzer Zeit alles Grüne ab und schadet auch den Tieren. Besonders gefährlich ist es, wenn es in Gewässer gelangt. Dann sind Amphibien die ersten Opfer.

Ein Beispiel: die seltene Wechselkröte. Einige Tiere wollten in diesem naturnahen Gartenteich in Rheinhessen ablaichen. Der Nachbar spritzte Round up. Das Opfer: die Kröten. Auch ein Sprung ins Wasser konnte diese streng geschützte Art nicht retten. Ob Glyphosat tatsächliche die Todesursache war, untersuchten Wissenschaftler von der Uni Trier.

Werner Eckert, SWR-Umweltexperte: "Für die Natur ist es klar eine Einschränkung der Artenvielfalt, es unterbricht die Nahrungskette ganz gewaltig. Das ist eindeutig. Auf der anderen Seite sind die Folgen für den Menschen nicht ganz so klar abzusehen. Für den Verbraucher im Normalfall sicher kein Problem, wohl aber haben Bauern in Frankreich mittlerweile als Berufskrankheit Glyphosat-Folgen anerkannt bekommen. Einfach weil die sehr engen Kontakt haben und weil man nicht ausschließen kann, dass sie das eine oder andere Krankheitsbild durch diesen Wirkstoff erhalten haben."

Glyphosat ist gefährlich, weil es auch in unsere Nahrungskette gelangt. Es wurde zum Beispiel schon in Brot, Käse, Milch und sogar in der Muttermilch festgestellt. Laut mancher Studien soll es sich auf Gene, das Nervensystem und die Hormone auswirken.

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