Pedelec (Foto: SWR, SWR -)

Pedelecs boomen Radfahren mit Strom

1817 wurde das Fahrrad erfunden. Seitdem hat sich so einiges getan bei den Zweirädern. Die einstige Laufmaschine hat ja schon lange ausgedient. Heute boomen Pedelecs, also Fahrräder mit Elektromotor. Ob als Mountainbike, Lasten- oder Liegerad, Fat-Tire oder Klapprad, City- oder Trekking-Bike – es gibt sie in fast jeder Variation. Seit 2014 hat sich die Anzahl der Pedelecs in privaten Haushalten verdoppelt. Mehr als drei Millionen verkehren derzeit auf deutschen Straßen.

Was sind Pedelecs genau?

Der Motor unterstützt den Fahrer nur, wenn er selbst in die Pedale tritt. Bei 25 Stundenkilometern hört die Unterstützung aber auf. Allerdings ist Pedelec nicht gleich Pedelec, weiß Florian Bruns, Pedelec Service-Techniker in einem Fahrradladen in Kaiserslautern, denn ein Pedelec ist das ganz normale E-Bike, was die meisten Menschen kennen.

Nummernschild (Foto: SWR, SWR -)
Der Fahrradexperte erklärt: Ein S-Pedelec steht für Speed-Pedelec, das unterstützt bis 45 Stundenkilometer . So ein S-Pedelc hat einen etwas stärkeren Motor. Gilt aber nicht mehr als Fahrrad, sondern als Kleinkraftrad. Was die Konsequenz zur Folge SWR -

Welche Unterschiede gibt es beim Motor?

Aktuell sind drei unterschiedliche Motorenantriebe auf dem Markt. Der Elektromotor kann hinten, vorne oder in der Mitte angebracht sein. Der Mittelmotor ist aber der am häufigsten verwendete Antrieb.

Weiter betont er, dass der Hinterradnarbenmotor den Vorteil für Leute habe, die nicht geübt sind, den richtigen Gang zu finden, wenn sie zum Beispiel an der roten Ampel nicht rechtzeitig runtergeschaltet haben. Am wenigsten zu empfehlen ist der Vorderradnarbenmotor, der hat große Nachteile bei feuchter Witterung oder im Herbst. Das Vorderrad ist nicht geeignet, die Antriebskräfte adäquat auf die Straße zu bringen.

Worauf sollte man beim Akku achten?

Gemeinsam mit dem Motor bildet der Akku das Herzstück eines jeden Pedelecs. Das macht auch im Vergleich zu einem Rad ohne Elektroantrieb den Preis aus. Ein Markenrad kostet etwa 2.000 Euro aufwärts.

Akku Pedelec (Foto: SWR, SWR -)
Lithium-Ionen-Akkus haben sich am Markt durchgesetzt. "Beim Akku ist es wichtig, dass die Kapazität ausreichend ist für eine vernünftige Reichweite. Das sind heute - Stand der Technik - ungefähr 500 Wattstunden, damit man eine Reichweite von 80 bis SWR -

Wichtig ist, dass man den Akku vernünftig laden kann. Es hat nicht jeder die Steckdose direkt neben seinem Fahrradstellplatz. Das heißt, der Akku soll sowohl am Fahrrad als auch entnehmbar und einzeln in der Wohnung aufladbar sein, sagt der Fahrradexperte.

Allerdings hängt die Reichweite des Akkus auch von der Fahrweise des Kunden ab. Mit ein und demselben Akku kommen Pedelec-Fahrer unterschiedlich weit – abhängig von der Fahrweise. Wer wie beim Auto unregelmäßig fährt – viel "Stopp and Go" – der hat eine geringere Reichweite als der konstante Fahrer.

Wie kann man Pedelec-Fahren sicherer machen?

Genau daran arbeiten Wissenschaftler wie Nicolas Mellinger von der Technischen Universität Kaiserslautern seit zwei Jahren.

Kollisionswarner (Foto: SWR, SWR -)
Assistenzsysteme sollen Pedelec-Fahrer frühzeitig vor kritischen Situationen warnen. SWR -

Frontkollisionswarner könnten dafür sorgen, dass es in Zukunft weniger Unfälle gibt, erklärt Wissenschaftler Mellinger: Der Kollisionswarner arbeitet zusammen mit einem Sensor, der Abstände zu Objekten registriert, die sich vor dem Fahrrad befinden. Bei diesen Abständen gibt es einen kritischen Wert. Wird der Abstand zu klein, dann kommt es zu einer Warnung an den Fahrer: optisch, akustisch oder durch die Vibration in den Lenker.

Neben dem Frontkollisionswarner arbeiten die Forscher unter anderem auch an Spurverlassungswarnern. Sobald zum Beispiel eine Bordsteinkante oder eine durchgezogene Linie am Radweg erkannt wird und zu nahe kommt, erhält der Pedelec-Fahrer eine Warnung. Dadurch sollen ebenfalls Unfälle vermieden werden.

Laut einer Studie der Technischen Universität Kaiserslautern wären Tester bereit, für einen Frontkollisionswarner im Schnitt 140 Euro extra zu zahlen - zusätzliches Geld also für solche Assistenzsysteme und dadurch mehr Sicherheit.

Fazit

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