Mehr als nur ein Familienfest Die Bedeutung von Ostern

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Ostern – das ist für viele ein Familienfest, bei dem man das Frühlingserwachen genießt, freie Tage, ausschlafen, gut essen, spazieren gehen. Doch Ostern ist noch viel mehr...

Warum feiern wir Ostern?

Ostern ist ein Familienfest. Wir verbinden es meist mit Eiersuchen und Osterhasen, der spielerischen Seite dieses Festes. Alfred und Helgard Gilster aus Böhl-Iggelheim zum Beispiel haben etwa 750 ganz verschieden gestaltete Ostereier zusammengetragen.

bemalte Ostereier (Foto: SWR)
Ostereier aus aller Welt sammeln Alfred und Helgard Gilster seit Jahren mit großer Leidenschaft.

Der ernsthaftere Hintergrund des Osterfestes ist der christliche Glaube daran, dass an Karfreitag Jesus gekreuzigt wurde und am Ostersonntag auferstanden ist. Für Philipp Müller, Pastoraltheologe an der Uni Mainz, ist die Auferstehung das höchste Fest im kirchlichen Jahr. Er sieht darin einerseits die erneute Prüfung und andererseits auch die Stärkung des Glaubens. 2.000 Jahre lang galt für die Gläubigen die Auferstehung als Zeichen für die Liebe Gottes zu dieser Welt, der seinen Sohn sogar sterben und wiederauferstehen lässt.

Woher kommt der Name Ostern?

Für den Namen Ostern gibt es mehrere Erklärungen. Eine besagt, dass am Grab Christi die trauernden Frauen nach Osten geblickt und von dort seine Rückkehr erwartet hätten. Der Sonnenaufgang im Osten gilt auch als Auferstehungsymbol. Einer anderen Version nach soll der Name von der germanischen Frühlingsgöttin Ostara abstammen.

Katholiken und Protestanten feiern Ostern am 1. Sonntag nach dem Frühlingsvollmond. Ein Datum, das im vierten Jahrhundert nach Christus festgelegt wurde.

Wieso spielen Ei und Hase zu Ostern eine so große Rolle?

Der Hase, das Symboltier für Ostern, ist elegant, wendig und verdammt schnell – bis zu 70 Kilometer pro Stunde. Und er symbolisiert Frühling und Fruchtbarkeit - und wohl deshalb auch das Osterfest. Richtig geklärt ist das aber bis heute nicht. Der Osterhase wurde 1682 zum ersten Mal erwähnt und im 19. Jahrhundert stellte man schon viele Häschen aus Teig und Schokolade her.

Schokoladenosterhase (Foto: SWR)
Bis heute ist der Schokoladenosterhase ein Verkaufsschlager.

Als Dreihasenbild symbolisiert der Hase die Dreieinigkeit. Und genau wie das Ei gilt er als Auferstehungssymbol für den Neuanfang des Lebens. Eine von vielen Erklärungen, warum Hase und Ei zusammengehören.

Welche Osterbräuche haben wir in Rheinland-Pfalz?

In Steffeln in der Eifel gibt es das "Kleppern". Die Holzrasseln ersetzen die Glocken, die in der Karwoche ab Gründonnerstag verstummen. Für die Kinder ein Osterbrauch der sich lohnt. Verbreitet ist er vor allem in katholischen Gegenden.

Im Eifelort Schönecken startet jeden Ostermontag einer der ältesten Osterbräuche Westeuropas: Die sogenannte "Eierlage". Dabei treten zwei Junggesellen zu einem Wettlauf an, bei dem die Eier natürlich heil bleiben müssen. Egal, wer den Sieg davonträgt, gefeiert werden beide.

"Spitz auf Spitz und Arsch auf Arsch" – so heißt es zu Ostern in Winningen an der Mosel. Beim "Eierkibben" gewinnt der, dessen Ei am Ende ganz bleibt. Der Verlierer muss dem Sieger seines überlassen.

Fazit

Ostern ist das höchste christliche Fest, an dem wir die Auferstehung Christi feiern. Hase und Ei sind Fruchtbarkeits- und Auferstehungssymbol zugleich. Osterfeuer als Sinnbild für das Licht des Erlösers werden an vielen Orten entfacht und alte Bräuche wie das "Eierkibben" noch gepflegt.

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