Kaminöfen umweltschonend nutzen Gemütliche Wärme oder Feinstaubfalle?

Die Deutschen sind Feuer und Flamme für den Ofen: Aber ein Kamin ist nicht einfach nur ein schönes Möbelstück. Wer mit Holz heizen will, muss Wert auch auf die "inneren Werte" legen.

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Worauf sollte man beim Kauf achten?

Beratung ist wichtig, weil immer neue Vorgaben in Kraft treten. Zum Beispiel ist auch bei Kaminöfen inzwischen das Energie-Effizienzlabel Pflicht. Außerdem muss nachgewiesen sein, dass ein Ofen die aktuellen Schadstoffgrenzwerte einhält. Der Ofenbauer Günter Meurer aus Bad Kreuznach rät vor allem vom Kauf im Internet ab. Vereinzelt gebe es dort noch Öfen zu kaufen, die in Deutschland gar nicht mehr betrieben werden dürfen. Wichtig sei es, dass die Norm, die aktuell seit 2015 besteht, erfüllt werde. Das Feuer im heimischen Wohnzimmer ist also keine Privatsache mehr.

Weshalb werden Kaminöfen strenger kontrolliert?

Nach Zahlen des Umweltbundesamtes gab es 2016 knapp 12 Millionen so genannte Einzelraumfeuerungsanlagen in Deutschland und sie alle stoßen Schadstoffe aus.

Ein Studie der Deutschen Umwelthilfe zeigt: Die Schadstoffkonzentration kann nicht nur außen, sondern auch innen im Wohnzimmer steigen, wenn ein Feuer brennt.

Was kann ich dagegen tun?

Der Schadstoffausstoß lässt sich ein ganzes Stück weit verringern, indem man gut durchgetrocknetes Holz verwendet und richtig heizt. Das ist gar nicht so einfach, denn es fängt schon mit dem Anzünden an. Wie früher zerknüllt so mancher noch ein Stück Zeitung, schichtet darauf Anzündhölzer und dann dicke Scheite.

Der Mainzer Schornsteinfeger Michael Bauer erklärt, dass dies mittlerweile überholt sei und man heute spezielle Anzünder aus Holzwolle benutze, die in Wachs getränkt sind. Zuerst werden die Scheite geschichtet, dann kommen die Anzündhölzer, auf die der Anzünder kommt. Das Feuer soll sich so von oben nach unten durch das Holz brennen. "Das sorgt für deutlich weniger Schadstoffe und die Geruchsbelästigung für den Nachbarn wird dann auch erträglich", weiß Michael Bauer.

Wissenschaftler erforschen auch immer bessere Filtersysteme, um den Rauch sauberer zu machen. Bestimmte Modelle gibt es schon ab einigen hundert Euro zu kaufen. Pflicht sind Filter aber nicht, wenn man einen neuen Kaminofen hat.

Wie sieht die Zukunft von Kaminöfen aus?

Die Luft könnte dünner werden für Öfen. Die Deutsche Umwelthilfe hat bei Feinstaubmessungen in Wohngebieten schon hohe Luftbelastungen gefunden. Vor kurzem hat sich auch die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin dafür ausgesprochen, dass die Luft in Deutschland besser werden muss. Und das Umweltbundesamt rät Verbrauchern im Internet ganz offiziell, Öfen nicht regelmäßig zu betreiben, da ihre Emissionen die Gesundheit der Menschen belasten können.

Fazit

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