Intensives, einzigartiges Aroma Das macht Quitten zu besonders leckeren Früchten

Dauer
Sendedatum
Sendezeit
18:45 Uhr
Sender
SWR Fernsehen RP

Quitten bringen im Herbst Farbe auf den Tisch. Sie sind strahlend gelb und lecker. Obwohl es die Frucht schon seit 4.000 Jahren gibt, ist sie bei uns leider in Vergessenheit geraten. Zu Unrecht. Denn zum einen haben die Quitten gerade in den Weinbauregionen in Rheinland-Pfalz beste Wachstumsbedingungen, zum anderen sind sie sehr vielfältig verwendbar und gesund.

Quitten gibt es in zahlreichen Sorten

Quitten kommen ursprünglich aus dem östlichen Kaukasus und werden auch heute noch vor allem in Asien angebaut. Etwa 300 Sorten gibt es weltweit. Sie lassen sich in zwei Typen unterscheiden:

  • Apfelquitten sind rund, sehr hart und holzig, haben aber ein intensives Aroma.
  • Birnenquitten laufen zum Stil hin länglich zu, sind weicher, dafür aber mild im Geschmack.

Quitten liefern wertvolle Inhaltsstoffe

Über 53 Sorten Quitten wachsen bei Helmut Schiessl in Schifferstadt in der Vorderpfalz. Der Rentner setzt sich dafür ein, dass die Quitte nicht in Vergessenheit gerät. (Foto: SWR, SWR -)
Über 53 Sorten Quitten wachsen bei Helmut Schiessl in Schifferstadt in der Vorderpfalz. SWR -

Der Obstzüchter Helmut Schiessl setzt sich dafür ein, dass die Quitte nicht in Vergessenheit gerät. Bei ihm kommen die Quitten in die Saftpresse. Auch wenn die Ausbeute nicht so groß ist wie bei Äpfeln – es lohnt sich, weiß der Quittensammler. Quittensaft ist nicht so süß, hat also wesentlich weniger Zucker als Apfelsaft, dafür viel Vitamin C, Kalium, Eisen und B-Vitamine.

Quitten sind nicht nur vitaminreich, sondern enthalten in der Schale und im Kerngehäuse auch noch viel Pektin. Pektin ist ein natürliches Geliermittel.

Quitten wollen richtig verarbeitet werden

Egal was aus den Quitten mal werden soll – als erstes muss der filzige Flaum ab. Der enthält nämlich Bitterstoffe und beeinträchtigt den Geschmack. Am besten lässt sich der Filz mit einem Frottee-Tuch entfernen, durch die ölige Konsistenz verschwindet der Flaum beim Waschen nämlich nicht gut. Schale und Kerngehäuse können mitverarbeitet werden.

Anne-Marie Hamm schneidet die Kerne trotzdem gerne raus, weil innen oft grießartige Körnchen sind, die auch beim Kochen nicht weich werden. (Foto: SWR, SWR -)
Anne-Marie Hamm kennt sich bei der Verarbeitung der Quitten aus. SWR -

Zum Kleinschneiden empfiehlt sich das richtige Werkzeug. Zum Zerteilen nimmt man ein großes Messer, auf das man beide Hände und das gesamte Körpergewicht legen kann. So zerteilt man die harten Früchte mühelos. Das Kerngehäuse schneidet man mit einem kleinen Messerchen raus.

Anne-Marie Hamm aus Ingelheim schneidet die Kerne der Qitten raus, weil sich innen oft grießartige Körnchen befinden, die auch beim Kochen nicht weich werden wollen.

Dann lässt sie den Quittensud acht Stunden stehen. So können sich die Pektine lösen und der Saft bekommt eine schöne rote Farbe.

Anne-Marie Hamm den Quittensud acht Stunden stehen. So können sich die Pektine lösen und der Saft bekommt eine schöne rote Farbe. (Foto: SWR, SWR -)
Der köstliche Saft ist die Basis für zahlreiche leckere Quitten-Rezepte. SWR -

Quitten lassen sich vielfältig zubereiten

Quitten sind sehr variabel. Man kann den Saft ganz leicht zu Gelee oder Konfekt verarbeiten, aber auch zu herzhaften Gerichten. Auch zu Fleisch passen sie, da sie nicht so süß sind wie Äpfel und durch ihre leichte Säure den Geschmack gut unterstützen.

Auch wenn Quitten-Gemüse eher in der orientalischen Küche bekannt ist – die rheinhessische Küche steht dem in nichts nach.

Fazit

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