Gefahr durch Badeunfälle nimmt zu Darum ist Schwimmunterricht so wichtig!

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Schwimmbäder und Badeseen haben bei heißen Temperaturen verstärkt Zulauf. Doch auch die Gefahr für Badeunfälle nimmt zu. Mit ein Grund: Immer weniger Menschen lernen schwimmen. 22 Menschen starben letztes Jahr allein in Rheinland-Pfalz durch Ertrinken.

Nur ein Viertel aller Grundschulen können noch Schwimmunterricht anbieten. Es gibt immer weniger Bäder, zu viele schließen. Dazu kommt, dass vielen Eltern das Bewusstsein fehlt, wie wichtig es ist, dass ihr Kind in einem Kurs richtig schwimmen lernt.

Was ist sind die Folgen von fehlendem Schwimmunterricht?

Rettungskräfte in Booten der DLRG suchen nach Badeopfern (Foto: SWR)
Die Zahl der Badeunfälle mit tödlichen Folgen steigt an.
  • 504 Badetote waren es 2018 deutschlandweit.
  • 38 Prozent davon waren Kinder und Jugendliche.
  • Auch viele Migranten waren unter den Opfern – die meisten konnten nur schlecht schwimmen oder haben die Gefahren natürlicher Gewässer unterschätzt
  • Laut einer Studie, die die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft DLRG in Auftrag gegeben hat, sind bereits 60 Prozent der Zehnjährigen schlechte Schwimmer.
  • Nur etwas mehr als ein Drittel der Schulen in Rheinland-Pfalz bieten Schwimmunterricht an.
  • Die Anfahrtswege zu den Schimmbädern sind oft zu lang. Das gilt vor allem für den ländlichen Bereich.
  • Seit dem Jahr 2000 wurden in Rheinland-Pfalz 43 Bäder aus Kostengründen geschlossen.
  • Die Wartezeiten für Schwimmkurse betragen oft zwei bis drei Jahre.

Ein weiteres Problem: Oft werden Schwimmbäder zu Spaßbädern umgebaut, in denen Schwimmunterricht oder das Schwimmen von Bahnen kaum noch möglich ist. Dazu kommt oft noch, dass Eltern aus bildungsfernen Familien häufiger wenig Wert darauf legen, dass ihre Kinder Schwimmen lernen.

Worauf sollte man bei Schwimmunterricht achten ?

Babyschwimmkurse sind zwar sehr beliebt, doch sie machen Kinder erst mal nur mit dem Wasser vertraut.

Mit fünf bis sechs Jahren lernen  Kinder am besten Schwimmen.  (Foto: SWR)
Mit fünf bis sechs Jahren lernen  Kinder am besten Schwimmen.

Doch auch Erwachsene können noch bis ins hohe Alter schwimmen lernen - auch wenn die motorischen Fähigkeiten mit zunehmendem Alter immer mehr nachlassen.

Die  DLRG und viele Schwimmvereine bieten Kurse für Vorschulkinder, Schüler und Erwachsene in kleinen Gruppen an. Die Kosten liegen meist unter 100 Euro.

  • Auch Kinder mit Seepferdchen dürfen im Wasser nicht unbeaufsichtigt bleiben.
  • Noch bei einem fünf- bis sechsjährigen Kind gibt es, wenn es Wasser schluckt, einen Reflex, der die Stimmritze verschließt, sodass es im Ernstfall gar nicht um Hilfe rufen kann, sondern untergeht.
  • Erst mit dem Schwimmabzeichen in Bronze, für das man 200 Meter in 15 Minuten  schaffen muss,  kann ein Kind sicher schwimmen.
  • Das Abzeichen in Silber steht für 400 Meter, das in Gold für 600 Meter plus Zeitschwimmen, Tauchen und weitere Prüfungen.

Welche Baderegeln werden beim Schwimmuntericht vermittelt?

Zu jedem Schwimmabzeichen gehört die Kenntnis der Baderegeln, die jeder verinnerlichen und beherzigen sollte:

  • Abkühlen und Duschen, bevor man ins Wasser geht.
  • Nicht mit vollem oder leeren Magen ins Wasser gehen.
  • Als Nichtschwimmer nur bis zum Bauch ins Wasser gehen. Schwimmhilfen bieten keine echte Sicherheit im Wasser.
  • Nur ins Wasser springen, wenn es frei und vor allem tief genug ist.
  • Nie ohne Grund um Hilfe rufen, sich nicht selbst überschätzen.
  • Nicht baden, wo Schiffe und Boote fahren.
  • Bei Gewitter ist Baden lebensgefährlich.

Fazit

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