Unser Gartenkalender Im April kommen das Gemüse und die Blumen ins Beet

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Unsere Gartenexpertin Heike Boomgaarden ist zu Besuch beim Kleingartenverein „Am Ebenberg“ in Landau in der Pfalz. Eine neue und moderne Anlage mit vielen bunten Holzhäusern. Sie umfasst 36 Kleingärten und wurde zur Landesgartenschau 2015 eröffnet. Unsere Expertin besucht Kristin Metz. Die Gärtnerin hat einen 300 Quadratmeter großen Kleingarten. Viele Obstbäume und Nutzbeete sind ihr wichtig, um sich selbst zu versorgen.

Was gibt es im Nutzgarten zu tun?

Jetzt können schon die ersten Gemüse- oder Blumenpflanzen vereinzelt werden. Zum Pikieren der Jungpflanzen braucht man einen kleinen Stab und Anzuchterde, damit die Pflanzen nicht zu schnell wachsen und gute Wurzeln bilden.

Tipp unserer Expertin: Statt Aufzuchttöpfe zu kaufen, kann man auch kleine Töpfe aus Altpapier herstellen. Das ist umweltfreundlicher und schont den Geldbeutel. Hierfür benötigt man eine Papiertopfpresse aus Holz. Die gibt es im Handel oder online zu bestellen. Alternativ kann man es auch mit einer kleinen Glasflasche versuchen. Wenn die Pflanzen größer sind, können sie samt dem Topf in die Erde gesetzt werden.

Im April kommen auch Bohnen, Kartoffeln und rote Rüben ins Beet.
Tipp unserer Expertin: die Pfälzer Sorte "Pfälzer Juni". Eine historische, sehr schmackhafte und frühe Buschbohnensorte aus der Region. Sie ist fadenlos und bereits nach sechs Wochen erntereif. Die Bohnen 12 bis 24 Stunden vorher in Kamillentee legen. Das beschleunigt das Keimen und schützt vor Pilzinfektionen. Was für alle Samenkörner gilt. Als rote Rübe pflanzen wir die Sorte "rote Kugel". Eine runde, dunkelrote Sorte für den Sommer– und Herbstanbau.
Bei den Kartoffeln bietet der Handel neben klassischen auch alte und bunte Sorten an.

Kartoffelsorte blaue St. Galler (Foto: SWR)
Die alte Kartoffelsorte blaue "St. Galler" gedeihen auch im eigenen Garten gut.

Die St. Galler ist eine blaue, nussig schmeckende Sorte. Im Backofen gegart, behält sie ihre intensive blaue Farbe. Als Pellkartoffel wird sie heller. Beim Schälen unbedingt Handschuhe tragen, denn die Knollen färben ab. Auch Kartoffeln kann man zwei Wochen vorher auf der Fensterbank vorkeimen, bevor sie in die Erde kommen.
Wer keinen Garten hat, der kann trotzdem auf dem Balkon Kartoffeln anbauen. Dazu braucht man eine Tonne oder einen Kartoffeltopf. Drei bis fünf Kartoffeln in den Topf und mit Erde bedecken. Dann die Pflanzen etwa zehn Zentimeter wachsen lassen und wieder bis unter das erste Blatt mit Erde auffüllen. So bildet die Kartoffel auf mehreren Ebenen Früchte aus.

  • Vorteil: Man muss kein Unkraut entfernen und die Schädlinge kommen nicht an die Erdäpfel.
  • Nachteil: Man muss regelmäßig wässern, sonst bleiben die Früchte klein.

Wie sieht es im Ziergarten aus?

Blumenwiesen für Insekten können schon im April angelegt werden. Der Handel bietet Samenmischungen für Schmetterlinge und Bienen. Zu Empfehlen sind auch Samenmischungen für Nachtfalter. 80 Prozent unserer Schmetterlingsarten sind nämlich Nachtfalter. Hierbei sollte die Erde nährstoffarm sein und unkrautfrei.

Tipp unserer Expertin: Auch im Balkonkasten kann man Wiesenblumen ziehen. Es gibt spezielle Blumenmischungen für den Balkonkasten. Die werden nicht so hoch und man kann sie mit Topfblumen mischen. Zum Beispiel: Primeln und Vergissmeinnicht. Neue Primelsorte: "Leaf Yellow Picotee". Eine winterharte Primelzüchtung, die an Wildblumen erinnert und von März bis Mai unentwegt blüht. Wenn die Primeln und Vergissmeinnicht sich nach der Blüte zurückgezogen haben, dann können die Wildblumen austreiben. So haben verschiedene Insekten über viele Monate Nahrung.

Blumenkasten (Foto: SWR)
Auch im Balkonkasten kann man mit der richtigen Blumenauswahl Nahrung für Insekten zur Verfügung stellen.

Woran muss man im April noch denken?

Im April brauchen alle Pflanzen besonders viel Stärkungsmittel. Aus den Schalen von Zwiebeln oder Knoblauch kann man ein Stärkungsmittel für die Wurzeln machen. Einfach die Schalen mit Wasser aufgießen und ein paar Tage stehen lassen, dann den Sud direkt ausbringen. Als Alternative gibt es Brennnesselpellets im Handel. Diese einfach um die Pflanze streuen und anschließend in die Erde einarbeiten. Um Pilzkrankheiten vorzubeugen, nehmen wir Ackerschachtelhalm. Den gibt es als Substrat im Fachhandel.
Neu ist Regenwurmhumus. Ein sehr hochwertiger Humus, den man an Obst, Gemüse und Zierpflanzen geben kann. Jetzt im April braucht zum Beispiel Rhabarber ganz viele Nährstoffe.

Fazit

Jetzt im April werden die Setzlinge vereinzelt. Alle Obst-, Gemüse-, und Zierpflanzen müssen gestärkt sowie die Blumensamen für die Insekten ausgebracht werden.

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