Fit für den tierischen Alltag Was bringt der Hundeführerschein?

Dauer
Sendedatum
Sendezeit
18:45 Uhr
Sender
SWR Fernsehen RP

Es klingt etwas ungewöhnlich, es gibt ihn aber: den "Hundeführerschein". Für Kampfhunde ist er sogar Pflicht in Rheinland-Pfalz. In den vergangenen Jahren ist er allerdings unabhängig von der Gefährlichkeit der Hunde bundesweit immer mehr ins Gespräch gekommen. Wer ihn mit seinem Hund absolviert, steigert die Alltagstauglichkeit seines Vierbeiners und hat auch noch mehr Spaß mit ihm.

Was ist der Hundeführerschein?

Mit dem Hundeführerschein erwirbt man Grundkenntnisse in der Hundehaltung und lernt dabei seinen Hund im Alltag zu führen und zu kontrollieren. Der Berufsverband der Hundeerzieher und Verhaltensberater hat den Hundeführerschein mit führenden deutschen Tier- und Verhaltenstherapeuten entwickelt. Dem Verband ist besonders ein gewaltfreies Training wichtig. Angewendet werden nur tierschutz- und artgerechte Methoden.

Heike Daniel und Annette Möckel sind beide im Berufsverband der Hundeerzieherinnen und Verhaltensberaterinnen. Sie haben eine jahrelange Aus- und Fortbildung hinter sich und auch die Qualifikation, den Hundeführerschein zu prüfen. Das gilt übrigens nicht für jede Hundeschule in Rheinland-Pfalz. Wer den Hundeführerschein machen möchte, sollte sich an den bundesweit agierenden Verbänden orientieren und eine Schule auswählen, die den Hundeführerschein tatsächlich prüfen kann.

Annette Möckel, Berufsverband der Hunde-Erzieher- und Verhaltensberater (Foto: SWR)
Annette Möckel ist es wichtig, dass die Halter geschult werden und lernen, Rücksicht zu nehmen, wenn sie unterwegs sind, und dass sie sich sicher in der Umwelt bewegen können.

Wer sollte den Hundeführerschein machen?

Von dem Hundeführerschein profitieren vor allem Halter, die sich viel draußen im Wald oder im innerstädtischen Bereich bewegen. Die meisten Menschen wissen nicht, wie sich ein Hund verhält. Man kann da sehr viel falsch machen und immer wieder kommt es zu Vorfällen. Wenn Hunde beißen, ein Tier reißen oder mit ihrem Gebell die Nachbarschaft belästigen – meist geht das auf eine falsche Erziehung zurück. Wenn ein Wildtier im Wald gehetzt oder gerissen wird oder Menschen in der Stadt zu Schaden kommen, kann das juristische Folgen haben.

Welche Voraussetzungen braucht man für den Hundeführerschein?

Es reicht nicht, nur einen Kurs zu belegen, auch der Hund muss eine Reihe von Vorrausetzungen erfüllen, um zugelassen zu werden: Er muss mit einem Mikrochip gekennzeichnet und geimpft sein, der Halter muss für ihn eine gültige Haftpflichtversicherung haben und das Tier muss mindestens zwölf Monate alt sein.

Wie läuft die Prüfung ab?

Hund (Foto: SWR)
Auch Befehle wie "Platz" müssen Hunde beherrschen, wenn die Halter den Hundeführerschein machen möchten.

Die Hunde müssen verschiedene Aufgaben bewältigen: etwa Sitz, Platz, Steh. Sie müssen an der Leine gehen können, sich einen Maulkorb anziehen lassen und mit ungewöhnlichen Situationen umgehen können: Hunde dürfen Menschen im Rollstuhl nicht belästigen oder Menschen mit Rollator. Das gilt auch für Jogger, Nordic Walker oder Radfahrer, die schnelle Bewegungen machen. Vor der praktischen Prüfung müssen die Hundehalter bei einer Theorieprüfung 40 Fragen beantworten können. Dabei reicht es, wenn man 80 Prozent der Fragen beantworten kann. Es geht um Rechtsvorschriften im Umgang mit den Hunden, Tierschutz, rassespezifische Eigenschaften, die Beurteilung von Gefahrensituationen und ähnliches.

Hunde in der Stadt (Foto: SWR)
Das Verhalten der Hunde in Alltagssituationen wird zum Beispiel in der Innenstadt trainiert.

Die praktische Prüfung findet in unterschiedlichen Umgebungen statt: Das kann eine belebte Innenstadt oder eine Buchhandlung sein, aber auch eine öffentliche Grünanlage oder ein ablenkungsarmer Bereich im Wald. Die Hunde zeigen dabei, dass sie alltagstauglich sind.

Die Hundeführerscheinprüfung kann beim Berufsverband der Hundeerzieher und Verhaltensberater in drei Stufen abgelegt werden und kostet je Stufe 85 Euro, 95 Euro und 105 Euro.

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