Energy Drinks im Regal (Foto: dpa / picture alliance -)

Energy-Drinks im Fokus Schaden die Muntermacher der Gesundheit?

Kinder und Jugendliche konsumieren immer häufiger Energy Drinks, die Umsatzzahlen der Hersteller steigen von Jahr zu Jahr. Verbraucherschützer, Ärzte und Eltern sind alarmiert. Was ist dran an ihren Bedenken? Was ist drin in den Muntermachern? Wie sinnvoll wäre ein Verbot der Trend-Getränke?

In der Werbung verleihen Sie Flügel, versprechen mehr Leistungsfähigkeit und mehr Energie für die nächste Party: Energy Drinks. Doch werden Stimmen lauter, die ihnen die Flügel stutzen wollen:

  • Verbraucherschützer und Ärzte fordern, dass die süßen Koffeinbrausen an Kinder und Jugendliche unter 18 Jahre nicht verkauft werden dürfen, ähnlich wie bei Alkohol und Zigaretten
  • Die Weltgesundheitsorganisation WHO und die Verbraucherschutzorganisation "foodwatch" weisen schon seit längerem auf die Konsequenzen übermäßigen Koffein-Konsums bei Kindern hin
  • Die Gesellschaft der Europäischen Kinderkardiologen fordert ein entsprechendes Verbot für Minderjährige

Woher rühren die aktuellen Bedenken?

Allein 2015 sind rund 328 Millionen Liter der Trend-Getränke in Deutschland über die Ladentheke gegangen. 2014 waren es 290 Millionen Liter. Gerade Jugendliche mögen die süße Aufputsch-Brause. Aber: Welche Inhaltsstoffe sind problematisch? Zucker und Koffein sind in fast jedem Energy Drink enthalten. Laut Gesetz dürfen Energy Drinks maximal 320 Milligramm Koffein pro Liter enthalten. Diese Grenze wird bis nach oben ausgenutzt: Ein Energy-Drink enthält ungefähr dreimal so viel Koffein wie Cola und etwa eben so viel wie starker Kaffee.

Das Koffein kurbelt den Energieumsatz an, das Herz schlägt schneller, der Körper ist kurzzeitig tatsächlich stark angeregt. Befürchtete Negativ-Folgen können Herzrasen, Schlafstörungen, Bluthochdruck, Übelkeit oder Krämpfe sein.
Oben drauf kommt dann noch ziemlich viel Zucker: In einer nicht-zuckerreduzierten 0,5 Liter Dose verstecken sich oft zwischen 15 und 20 Stück Würfelzucker.

Zucker und Koffein – beides ungesund, aber noch lange kein Gift, wenn man sie in Maßen zu sich nimmt. Garniert wird das Ganze noch mit Zusatzstoffen wie Taurin, dem ebenfalls eine aufputschende Wirkung nachgesagt wird. Ob es ähnlich wie Koffein wirkt, ist allerdings wissenschaftlich nicht belegt.

Wer sollte besonders vorsichtig sein?

Es gibt aber Konsumenten-Gruppen, die am besten auf Energy Drinks verzichten sollten.

Hersteller sind dazu verpflichtet, darauf hinzuweisen, dass schwangere Frauen und Kinder lieber die Finger von der süßen Aufputschbrause lassen sollten. Umstritten ist der Effekt von Energy Drinks in Kombination mit Alkohol. Denn während Alkohol den Körper müde macht, putschen Energy Drinks auf: Trinker überschätzen sich leicht.

Wieviel Koffein ist ungesund?

Aber welche Werte sind denn nun gefährlich? Die EFSA hat Anfang des Jahres festgestellt, dass ein gesunder Erwachsener am Tag maximal 400 Milligramm Koffein verträgt. Das entspricht etwa fünf 0,25 Dosen Energy Drink oder eben fünf Tassen starken Kaffee. Schwangere Frauen sollten höchstens die Hälfte dieses Tagessatzes zu sich nehmen.

Kinder vertragen etwa 3 Milligramm Koffein pro Kilo Körpergewicht. Ein Jugendlicher, der 50 Kilogramm wiegt, überschreitet also bereits mit dem Konsum eines halben Liters Energy Drink diesen festgelegten Schwellenwert.

Fazit

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