Energiewende für den Hausgebrauch Mini-Photovoltaikanlagen: Sonnenenergie vom Balkon

Dauer
Sendedatum
Sendezeit
18:45 Uhr
Sender
SWR Fernsehen RP

Energieverbrauch im Haushalt reduzieren: Lange waren kleine, private Solarkraftwerke umstritten, seit etwa einem Jahr sind sogenannte Balkonkraftwerke oder Mini-PV-Anlagen (PV=Photovoltaik) legal.

Ob Internet-Router, Kühl- oder Gefrierschrank - es gibt einige Geräte in fast jedem Haushalt, die permanent Strom verbrauchen.

Robert Kuntz steckt sein kleines Solarmodul auf dem Gartenhäuschen ans Stromnetz  (Foto: SWR)
Wenn die Sonne scheint, steckt Robert Kuntz einfach sein kleines Solarmodul auf dem Gartenhäuschen ans Stromnetz und kann so die Grundlast seines Stromverbrauchs selbst tragen.

"Sobald die Module installiert sind, Stecker in die Steckdose und sofort wandelt sich die Sonnen-Energie in Strom um und speist ihn direkt ins Haus."

Robert Kuntz, Solarstromnutzer aus Kirrweiler in der Pfalz

Wie funktionieren Mini-PV-Anlagen?

Die Installation eines solchen Minikraftwerks ist denkbar einfach.

  • Es gibt Halterungen für Dächer oder Balkongeländer,
  • Manche Benutzer stellen die Anlage auch einfach auf einem Gestell in den Garten.
  • Über einen Wechselrichter kann die erzeugte Energie direkt in Wechselstrom gewandelt werden, der ganz einfach per Steckdose ans Stromnetz im eigenen Haushalt angeschlossen wird.

Anders als bei herkömmlichen Solaranlagen, wird bei Mini-PV-Anlagen kein eigener Anschluss gebraucht. Sie sind nur im Ausnahmefall dafür gedacht, den gesamten Strombedarf zu decken oder sogar Überschüsse ins Netz einzuspeisen.

Welche Regeln sind zu beachten?

Lange waren Guerilla-PV-Anlagen politisch umstritten. Es gab einige Versuche die Technologie ganz zu verbieten oder durch formale Hürden zu erschweren. Für das Geschäftsmodell der großen Energieerzeuger ist die flächendeckende Nutzung von Mini-PV-Anlagen Gift.

Wolgang Müller, Photovoltaikhändler aus Neustadt an der Weinstraße (Foto: SWR)
Wolfgang Müller bekam die Widerstände der Energieerzeuger gegen die smarte Technik zu spüren.

Der Photovoltaikhändler Wolfgang Müller aus Neustadt an der Weinstraße schreibt im Verband deutscher Elektrotechniker an Normen für die Handhabung der Anlagen mit. Die Netzbetreiber schafften oft formale Hürden, um die Nutzung der Mini-PV-Anlagen zu erschweren.

"Ich kenne Fälle von Netzbetreibern, die gedroht haben, dass sie den Kunden den Strom abstellen, wenn sie so ein Modul nutzen. Das war in den Anfangszeiten vor fünf bis sechs Jahren."

Wolgang Müller, Photovoltaikhändler aus Neustadt an der Weinstraße
  • Seit fast einem Jahr ist es legal solche Anlagen zu verwenden.
  • Allerdings muss die Benutzung beim Vermieter, dem Stromnetzbetreiber und der Bundesnetzagentur gemeldet werden.
  • Grundsätzlich ist laut VDE-Norm nur eine "sichere Steckverbindung" notwendig, es genügt eine handelsübliche Schuko-Steckdose, um die Mini-PV-Anlage ans Stromnetz anzuschließen.
  • Grundsätzlich besteht keine Pflicht, die Anlage von einem Elektriker in Betrieb nehmen zu lassen.

Wann rechnet sich die Mini-PV-Anlage?

Je nachdem, wie sich der Strompreis entwickelt, dauert es etwa sechs bis neun Jahre bis sich die Investition von etwa 550 Euro rechnet.

Die Technologie könnte ein wichtiger Baustein fürs Gelingen der Energiewende insgesamt sein.

Hochspannungsmasten und -leitungen (Foto: SWR)
Je mehr Bürger selbst Strom erzeugen, desto weniger Hochspannungsleitungen und Kohlekraftwerke werden gebraucht.

Fazit

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