Taser wird abgefeuert (Foto: picture-alliance / dpa, picture-alliance / dpa -)

Elektroschockwaffen in der Diskussion Taser für Polizisten in Rheinland-Pfalz

Taser oder Distanz-Elektroimpulsgeräte, so heißen die Elektroschockwaffen, die Rheinland-Pfalz als erstes Bundesland bei Streifenpolizisten einführt. Was es mit diesen Waffen auf sich hat und was sie für Polizei und uns Bürger bedeuten, wird kontrovers diskutiert.

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Bei einer Geiselnahme in Frankenthal wurde mit einem Taser der Täter außer Gefecht gesetzt und überwältigt. War diese Waffe bislang nur bei Spezialeinheiten im Einsatz, werden jetzt auch Streifenpolizisten in ganz Rheinland Pfalz damit ausgestattet.

Was ist ein Taser oder Distanz-Elektroimpulsgerät?

Zwei Taser-Pistolen auf einem Tisch stehen aufrecht in ihrem Halfter (Foto: SWR, SWR -)
Bislang war diese Waffe nur bei Spezialeinheiten im Einsatz, jetzt bekommen sie auch Streifenpolizisten. SWR -

In einem einjährigen Pilotprojekt beim Polizeipräsidium Trier wurde der Taser in der Praxis getestet.

Warum werden in Rheinland-Pfalz Polizeistreifen mit Tasern ausgestattet?

Polizeiinspekteur Jürgen Schmitt (Foto: SWR, SWR -)
"Die Ergebnisse waren sehr zufriedenstellend. Wir hatten insgesamt 31 Anwendungsfälle, so nennen wir das, davon 21 mal nur angedroht und 10 mal, wo er dann tatsächlich verwendet worden ist. Das heißt, wir haben hier eine Waffe, da genügt es oftmals SWR -

Häufig wird die Polizei bei Gewalttaten alarmiert. Insbesondere bei drohenden Angriffen mit Stichwaffen ist es wichtig, Täter auf Distanz zu halten. Spezialeinheiten der Polizei arbeiten in Rheinland-Pfalz schon länger mit Elektroschockpistolen.

Welche Vorteile bietet der Taser?

Eine solche Alternative ist aber dringend notwendig, sagt Experte Jürgen Schmitt. Er ist der ranghöchste Polizist im Land und fördert eine moderne Ausstattung der Polizeistreifen.

Bei vielen Einsätzen musste bislang zur Eigensicherung geschossen werden. Die Standard-Bewaffnung der Polizeistreifen bot keine Alternative. (Foto: SWR, SWR -)
"Wir wissen aber von ganz viele Fällen, wenn Täter unter dem Einfluss berauschender Mittel stehen, Alkohol, Drogen, oder psychische Krankheiten haben, dann bewirkt das Ganze, dass sie schmerzunempfindlich sind.  Das heißt, weder Schlagstock noch SWR -

Es gibt aber auch Kritik am Taser, beispielsweise von Amnesty International.

Wie beurteilt die Polizei die Kritik am Taser?

Die Menschenrechtler halten die Elektroschockwaffe wegen ihrer starken Wirkung für gefährlich. Amnesty International hatte vor dem hohen Missbrauchsrisiko und der Gefahr von Unfällen gewarnt.

Polizeiinspekteur Jürgen Schmitt teilt diese Bedenken nach dem erfolgreichen Pilotprojekt nicht: "Wir haben keinerlei Erkenntnisse, dass der Taser eine Herzschwäche verstärkt oder ähnliches. Wir setzen ihn nicht ein gegenüber erkennbar Schwangeren oder Menschen, von denen wir wissen, dass eine Herzschwäche da ist. Aber bei allen Personen, die entweder alkoholisiert waren oder unter Drogeneinfluss stehen, haben wir auch im Ergebnis der ärztliche Untersuchung – und alle werden untersucht – keinerlei Anzeichen festgestellt."

Fazit

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