Die süße Belohnung zwischendurch Wenn die Zuckerfalle zuschnappt, droht Diabetes

Dauer
Sendedatum
Sendezeit
18:45 Uhr
Sender
SWR Fernsehen RP

Wer verspürt es nicht ab und zu mal: Dieses Gefühl sich mit etwas Süßem selbst belohnen zu wollen? Diesen Impuls haben viele Menschen und das mehrmals am Tag! Doch die süßen Belohnungen zwischendurch haben auch eine bittere Seite. Denn wenn die Zuckerfalle zuschnappt, eine harmlose Nascherei zur Gewohnheit wird, kann man Diabetes bekommen.

Diabetes ist eine Krankheit, die man unbedingt erst nehmen muss, denn sie kann gefährliche Folgekrankheiten nach sich ziehen und sogar tödlich enden.

Dicker Mann und dickes Kind im Straßenbild (Foto: SWR)
Zu dick durch zuviel Süßes? Zuckerkonsum kann in jedem Alter zu Übergewicht führen.

Die Folgen sind fatal: Bundesweit gibt es etwa 7,5 Millionen Zuckerkranke – damit ist Diabetes die Volkskrankheit Nummer 1! Das Tückische an ihr: Man merkt nicht gleich, dass man krank ist.

Wie macht sich Diabetes bemerkbar?

Oberärztin Dr. Colline Nittel vom Katholischen Klinikum Mainz mit Patient (Foto: SWR)
Oberärztin Dr. Colline Nittel - Leiterin der Diabetologie im Katholischen Klinikum Mainz - kennt die Auswirkungen zu hohen Zuckerkonsums.

Dr. Colline Nittel macht darauf aufmerksam, dass man die Symptome der Krankheit selbst erkennen kann.

Wenn man das Bedürfnis hat, sehr viel am Tag zu trinken, dann könnte das ein Anzeichen für Diabetes sein. Ebenso der Drang, sehr oft am Tag auf Toilette zu gehen. Immer wieder wird allerdings erst im Klinikum festgestellt, dass ein Patient Diabetes hat.

Warum ist Zucker schädlich?

Zucker ist schädlich, weil man oft mehr isst, als der Körper vertragen kann. Nach Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation, sollte man nicht mehr als maximal 50 Gramm Zucker pro Tag essen. Das sind etwa 17 Würfelzucker.

Zum Vergleich:

  • 1 Glas Multivitaminsaft kann 8 Würfelzucker beinhalten.
  • Eine Tasse Cappuccino: 3.
  • Eine Schale Müsli: 9.
  • Ein Fruchtjogurt: 6.
Auswahl an Frühstücksangeboten, die Zucker enthalten (Foto: SWR)
26 Würfel Zucker können allein beim Frühstück schnell zusammen kommen. Das übersteigt die empfohlene Tagesration Zucker bereits um 50 Prozent.

Diabetespatienten müssen besonders aufpassen, dass sie nicht zu viel Zucker in ihrem Blut haben. Denn Diabetes ist eine Stoffwechselkrankheit, bei der es der Bauchspeicheldrüse nicht gelingt mit Hilfe von Insulin ausreichend Zucker in die Zellen zu schleusen.

Dr. Colline Nittel macht ausdrücklich darauf aufmerksam, dass man Diabetes unbedingt ernst nehmen muss, auch wenn man sich nicht krank fühlt. Wer Diabetes nicht behandelt, muss mit gefährlichen Folgekrankheiten rechnen.

  • Zuviel Zucker und zu wenig Bewegung können zu Übergewicht führen.
  • Andere Folgen können Herzinfarkt und Schlaganfall sein.
  • Es kann zu Beinamputationen kommen und im schlimmsten Fall zum Tod.

Zudem muss man die Ernährung komplett umstellen und darauf achten, wieviel Zucker in jedem Lebensmittel drinsteckt. Es gibt viele Lebensmittel, von denen glaubt man, dass sie kaum Zucker enthalten.

Was ist versteckter Zucker?

Versteckter Zucker ist in vielen Produkten, in denen man ihn nicht auf den ersten Blick vermutet: in Ketchup, Grillsoßen, allerlei Fertigprodukten und sogar in Frischkäse und Wurst.

Auch vermeintlich gesunde Lebensmittel wie Säfte oder Fruchtjoghurts können sich als Zuckerbomben entpuppen. In einen kleinen Müsliriegel können 3 Stück Zucker versteckt sein, in einer Packung Krautsalat sogar 6 Würfelzucker.

Welche Ersatzstoffe für Zucker gibt es?

Zuckeralternativen sind Süßstoffe: Sie stecken in vielen Light-Produkten und sind um ein Vielfaches süßer als normaler Zucker.

Süßstoff Stevia, Etikett mit Informationen (Foto: SWR)
Auch pflanzliches Stevia wird als Süßstoff verwendet.

Süßen kann man auch mit Sirupen, Dicksäften und kalorienarmen Zuckervarianten wie Xylit und Erythrit. Da muss man aufpassen, weil sie zu unerwünschten Nebenwirkungen wie etwa Durchfall führen können.

Fazit

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