Die eigenen Belange vertrauensvoll delegieren Vorsorgevollmacht gibt Sicherheit im Notfall

Dauer

Wer kann helfen, wenn man sich selbst nicht mehr helfen kann - im Alltag, bei Behördengängen, bei Amtsschreiben, in Gesundheitsbelangen?

Früher übernahm das oft die Familie, heute ist das anders. Selten leben mehrere Generationen unter einem Dach. Viele Dinge, die man früher untereinander unbürokratisch geregelt hat, bedürfen heute einer juristischen Absicherung. Mit einer Vorsorgevollmacht.

Was ist eine Vorsorge-Vollmacht?

Mit einer Vorsorge-Vollmacht wird festgelegt, wer Entscheidungen trifft, wenn man selbst dazu nicht in der Lage ist.

Sei es durch unvorhergesehene, schicksalhafte Ereignisse wie Krankheit oder Unfall. Aber auch um bei persönlicher Abwesenheit entscheidungs- und handlungsfähig zu bleiben. Folgende Bereich werden unterschieden:

  • Gesundheitsvorsorge: betrifft alles, was mit Ärzten zu tun hat.
  • Vermögensvorsorge: betrifft alles, was mit Geld zu tun hat.
  • Aufenthaltsbestimmung: betrifft die persönliche Wohn- und Lebenssituation.
  • Kommunikationshoheit: betrifft die Aufhebung von Post- und Fernmeldegeheimnis.

Banken und Krankenkassen prüfen sehr ernsthaft, ob eine Vollmacht vorliegt. Die meisten Banken haben eigene Vollmachtsformulare, die ausgefüllt werden müssen. Wenn es um Vermögen und Immobilien geht, kann notarielle Hilfe sinnvoll sein.

Welche Form muss eine Vorsorge-Vollmacht haben?

  • Eine Vorsorge-Vollmacht muss schriftlich vorliegen.
  • Es gibt im Internet jede Menge Beispiele, wie eine Vorsorgevollmacht rechtssicher formuliert wird.
  • Es gibt auch vorformulierte Vollmachten, bei denen man in den entsprechenden Bereichen nur noch "ja" oder "nein" ankreuzen muss.

Eine empfehlenswerte Vorlage befindet sich auf der Internetseite des Bundesministeriums der Justiz und für Verbraucherschutz.

Auf keinen Fall sollte man Bedingungen formulieren, wie "für den Fall, dass ich schwer krank bin". Dann müsste der Bevollmächtigte bei jeder wichtigen Handlung einen Gesundheitsnachweis führen.

In Rheinland-Pfalz gibt es um die 150 anerkannte Betreuungsvereine, die beraten und informieren. Betreuungsvereine helfen weiter, wenn Bevollmächtigte sich im Amts- und Medizin- oder Krankenkasse-Dschungel überfordert fühlen. Und zeigen bei Problemen Lösungswege auf.

Wer braucht eine Vorsorge-Vollmacht?

Eigentlich jeder. Denn weder volljährige Kinder noch Ehepartner können automatisch für einen Dritten entscheiden.

Allerdings: wenn man Dinge, die die persönliche Selbstbestimmtheit betreffen, geregelt haben möchte, ist man gut beraten, eine Person des absoluten Vertrauens schriftlich zu bevollmächtigen. In diesem Fall gilt:

  • Man kann jederzeit ablehnen als Bevollmächtigter eingesetzt zu werden, auch wenn man anfangs damit einverstanden war.
  • Man kann auch als Erteilender die Vollmacht wieder zurückziehen. Dies sollte auf jeden Fall schriftlich geschehen.
  • Die Vorsorge-Vollmacht wird schriftlich niedergelegt.
  • Ein Bevollmächtigter sollte ein solches Dokument im Fall des Falles unmittelbar zur Verfügung haben.

Was wenn keine Vorsorgevollmacht vorliegt? Dann bestimmt das Amtsgericht einen Betreuer. Es gilt:

  • In den meisten Fällen wird zuerst die Familie gefragt.
  • Wenn das Amtsgericht hier Vorbehalte hat, wird ein externer Betreuer eingesetzt. Das sind meistens Menschen, die diese Aufgabe ehrenamtlich übernehmen und nach bestem Wissen und Gewissen handeln.

Vorsorgevollmacht ist keine Frage des Alters. Auch in jungen Jahren kann einem etwas zustoßen.

Worin liegen Vor- und Nachteile einer Vorsorge-Vollmacht?

Ein Vorteil ist, dass man seine Angelegenheiten bei einer Person des Vertrauens in guten Händen weiß. Und dass man sich sicher ist, dass diese Person weiß, wie man selbst entscheiden würde.

Im Ernstfall kann der Bevollmächtige sofort handeln, ohne weitere Unterschriften einholen zu müssen.

Ein Nachteil ist, dass Bevollmächtigte nicht kontrolliert werden. Sie können im Grunde genommen entscheiden, wie sie wollen. Sie werden durch keine Instanz überprüft. Im Gegensatz zu amtlich bestellten Betreuern. Diese werden regelmäßig kontrolliert.

Fazit

Mit einer Vorsorgevollmacht wird Macht übereignet. Man sollte sich gut überlegen, wem man diese Vollmacht übergibt, wer im eigenen Namen die wichtigen Dinge entscheiden soll. Es ist für Vollmachtgeber und Bevollmächtigen jederzeit möglich, die Vollmacht zurückzuziehen oder zurückzutreten. Alles sollte schriftlich geschehen.

STAND