Mit Immuntherapie den Krebs besiegen (Foto: SWR, SWR -)

Die Chance auf ein zweites Leben Mit Immuntherapie den Krebs besiegen

Die Krankheit Krebs löst bei Betroffenen nach wie vor einen Schock aus. Allerdings werden Krebstherapien immer besser dank aufwändiger Forschung und effektiver Anwendung in der klinischen Praxis.

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Etwa jeder zweite Mensch erkrankt im Laufe seines Lebens an Krebs. Genauso wie Manfred Scharein aus Mainz. Aber immer mehr Menschen überleben den Krebs, so, wie Manfred Scharein. Ein wichtiger Grund: neue Therapieformen, die manchmal sogar in hoffnungslosen Fällen helfen, eben wie bei Manfred Scharein.

Manfred Scharein hatte Darmkrebs im Endstadium; aktuell ist der Krebs bei ihm komplett verschwunden. (Foto: SWR, SWR -)
Manfred Scharein hatte Darmkrebs im Endstadium; aktuell ist der Krebs bei ihm komplett verschwunden. SWR -

Manfred Scharein muss sich erst an die Situation gewöhnen: "Dann bin ich Sonntags Abends mal wieder mehr oder weniger komatös in den Schlaf gefallen, am nächsten Morgen aufgewacht und das erste, was ich immer gemacht habe, war erstmal die Schmerzmedikamente einträufeln zu lassen. Und irgendwann nach dem 20. Tropfen des ersten Schmerzmedikaments stellte ich dann fest, was mach ich hier eigentlich: Ich hab ja gar keine Schmerzen mehr und das war total surreal."

Welche Therapie hat Manfred Scharein geholfen?

Täglich beseitigt das Immunsystem Vorläufer von Krebszellen. Aber das klappt nicht immer. Manchmal kommt es doch zu Zellentartungen. Ist das passiert, wächst der Tumor ungebremst. Deswegen wird er zur Gefahr. Zumal sich der Tumor tarnt, um sich vor dem Angriff des Immunsystems zu schützen. Genau an dieser Stelle kommt die Immuntherapie ins Spiel. Sie wird auch von den Ärzten der Uniklinik Mainz angewendet.

Professor Markus Möhler von der Universitätsmedizin Mainz: "Wir machen mit dieser Immuntherapie den Tumor wieder sichtbar, dass die Killerzellen und die Immunzellen den Tumor abtöten können." (Foto: SWR, SWR -)
Professor Markus Möhler von der Universitätsmedizin Mainz: "Wir machen mit dieser Immuntherapie den Tumor angreifbar, so dass die Killerzellen und die Immunzellen den Tumor abtöten können." SWR -

In den vergangenen Jahren wurde die Therapie vor allem bei Hautkrebs, aber auch bei Lungenkrebs, Blasen- und Nierenkrebs angewendet. Allerdings kann sie auch unter bestimmten Voraussetzungen Darmkrebspatienten helfen.

Wie erfolgversprechend ist diese Therapie?

Allerdings klappt das nicht bei allen Patienten gleich gut: Die primäre Erklärung ist, dass die Menschen unterschiedlich sind und die Mechanismen, wie der Tumor dem Immunsystem entgeht, wahrscheinlich sehr viel komplizierter sind als wir uns das vorstellen.

Nur in wenigen Fällen hilft die Immuntherapie bislang bei Darmkrebs. Allerdings hatte ausgerechnet Manfred Scharein eine seltene Form, die auf einen familiär vererbten Gendefekt zurückzuführen ist. Und genau bei dieser Darmkrebsform existieren viele Abwehrzellen, die für den Kampf gegen den Krebs aktiviert werden können, und das sehr erfolgreich. Das war die Rettung für Manfred Scharein.

Worin liegen die Nebenwirkungen?

Der Name des Medikamentes, das Manfred Scharein geholfen hat, ist "Pembrolizumab".

Die Nebenwirkungen können stark variieren, sind aber nach Ansicht der Wissenschaftler beherrschbar:

  • Es kann mal Durchfälle geben.
  • Es kann auch mal Hautreaktionen geben
  • Leberwerte können leicht erhöht sein
  • Das Immunsystem, auch die Schilddrüse und andere endokrinen Organe können reagieren.

Mit Cortison kann man diese Nebenwirkungen sehr gut unter Kontrolle bekommen und auch entsprechend behandeln. Das Ergebnis ist so überragend, dass Manfred Scharein Nebenwirkungen sehr gut tolerieren konnte - auch wenn das für ihn mitunter ein harter und beschwerlicher Weg war. Aber er ist bei weitem nicht so anstrengend wie das bei den klassischen Chemotherapien der Fall ist.

Fazit

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