Nahaufnahme: Eine Frau dampft eine E-Zigarette. (Foto: Getty Images, Thinkstock -)

Dampfen statt Rauchen Trendprodukt E-Zigarette

Dampfen oder "vapen" ist en vogue. Der Absatz von E-Zigaretten ist in den letzten Jahren explodiert. Ein Trend, der eine altbekannte Kontroverse fortschreibt: Lifestyle trifft auf Verbraucherschutz.

Dauer

E-Zigaretten sind innerhalb eines Jahrzehnts zum Massenprodukt geworden. Nun steigt auch die Tabakindustrie großflächig in das Geschäft ein. Grund einmal nachzufragen: Wie gesund oder ungesund ist die E-Zigarette?

Viele Verbraucher haben es dadurch geschafft, das Rauchen aufzugeben. Allerdings wird auch immer wieder gewarnt, dass gerade Jugendliche die E-Zigaretten als vermeintlich gesündere Alternative zum herkömmlichen Rauchen häufig unterschätzen.

Wie funktioniert die E-Zigarette?

E-Zigaretten kosten zwischen fünf und dreihundert Euro. Es gibt eine große Vielfalt an Geräten, von Einsteigermodellen, die man einfach nur einschaltet, bis zu High-End-Geräten für Bastler, um wirklich jedes Detail der Dampfentwicklung zu kontrollieren.

Lars Stricker, Inhaber des E-Zigarettenladens "Freaky Ally" in Kaiserslautern (Foto: SWR, SWR -)
Lars Stricker besitzt einen E-Zigarettenladen in Kaiserslautern. SWR -

"Grundsätzlich funktionieren aber alle E-Zigaretten gleich", erklärt Lars Stricker, Inhaber eines E-Zigarettenladens in Kaiserslautern. "Es gibt zwei Teile: Akku und Verdampfer."

  • Im Verdampfer befindet sich eine kleine Heizspirale und etwas Watte.
  • Der Tank wird von oben befüllt, dann wird die Flüssigkeit gleichmäßig mittels Watte zu der Heizspirale transportiert.
  • Durch Tastendruck wird diese Heizspirale aktiviert.
  • Das Liquid aus dem Tank verdampft, nun kann der "Vaper" über das Mundstück den Dampf inhalieren.

Die meisten E-Zigaretten werden mit flüssigem Liquid befüllt. Das kann man fertig kaufen oder selbst zusammenmischen. Außer Nikotin können hier - je nach Geschmack - auch Aromastoffe beigemischt werden. Andere Systeme funktionieren mit Kapseln anstatt von eigenhändig befüllbaren Tanks.

Warum sind E-Zigaretten so beliebt?

Philippe Hirst aus Kaiserslautern benutzt seit zehn Jahren E-Zigaretten (Foto: SWR, SWR -)
Philippe Hirst aus Kaiserslautern benutzt seit zehn Jahren E-Zigaretten. SWR -

Philippe Hirst aus Kaiserslautern ist sozusagen ein "Dampfer" der ersten Stunde. Er hat damit angefangen, um von den Zigaretten wegzukommen. "Ich habe pro Tag mindestens ein Päckchen geraucht, also 20 Zigaretten am Tag auf jeden Fall. Vom Körpergefühl her ist es ein Weltenunterschied zu E-Zigaretten." Neben einer verbesserten Lungen- und Atemwegsfunktion berichtet er von einem gestiegenen allgemeinen Wohlbefinden: "In Zigaretten ist ja auch Kohlenmonoxid und das unterbindet die Sauerstoffzufuhr im Gehirn und im Körper. Das merkt man, und diese Grundträgheit ist verschwunden."

E-Zigarettenhändler Lars Stricker erklärt, Händler beachteten die Jugendschutzgesetze und verkaufen keine Dampfwaren an Unter-18-Jährige. "Wir empfehlen Nichtrauchern, kein Nikotin beizumischen, um nicht süchtig zu werden", erklärt er.

Lungenärzte wie Stefan Kniele, Leiter der Pneumologie im Westpfalzklinikum Kaiserslautern, fürchten dennoch, die E-Zigarette sei als Einstiegsdroge für Nichtraucher geeignet.  (Foto: SWR, SWR -)
Lungenarzt Stefan Kniele, Leiter der Pneumologie im Westpfalzklinikum Kaiserslautern.  SWR -

Was sind die gesundheitlichen Risiken der E-Zigarette?

Lungenärzte wie Stefan Kniele, der Leiter der Pneumologie im Westpfalzklinikum Kaiserslautern, fürchten, die E-Zigarette sei als Einstiegsdroge für Nichtraucher geeignet. 

Unabhängige Langzeitstudien gäbe es allerdings insgesamt zu wenige, betont der Lungenfacharzt Stefan Kniele. Einige Inhaltsstoffe der E-Zigaretten findet er bedenklich: "Da ist Formaldehyd in geringer Konzentration drin, sogenannte Glykole, da ist natürlich auch das Glycerin drin, was als unbedenklich eingestuft wird, aber wir wissen nichts über die Langzeitwirkungen, wenn man es inhaliert."

Für aktive Raucher seien E-Zigaretten allerdings durchaus eine Alternative "als Kompromiss zum kompletten Rauchstopp," so Kniele. Die beste Lösung sei es allerdings, komplett auf herkömmliche und elektronische Zigaretten zu verzichten.

Fazit

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