Bissige Bettgenossen Warum es wieder mehr Bettwanzen gibt

Dauer
Sendedatum
Sendezeit
18:45 Uhr
Sender
SWR Fernsehen RP

Vom Hotelbett direkt ins heimische Schlafzimmer: durch die Reiselust verbreiten sich Bettwanzen immer mehr. Dabei galten sie vor Jahren als ausgerottet.

Mitte des 20. Jahrhunderts galten Bettwanzen als ausgerottet. Doch vor allem in Großstädten tauchen sie wieder häufiger auf. Durch die zunehmende Reiselust vieler Menschen verbreiten sich Bettwanzen immer mehr. Sie lauern in Hotelbetten, verstecken sich in Koffern und Kleidung, nisten sich in unseren Schlafzimmern ein.

Wie Sie Bettwanzen erkennen

Bettwanzen sind Insekten, nur wenige Millimeter groß. Vor allem, wenn sie lange Zeit keine Nahrung hatten, sind sie so klein, dass sie sich hinter Lichtschaltern oder Tapeten verstecken können. Die Plagegeister können mehrere Monate ohne Nahrung überleben. Sie sind nachtaktiv und verlassen nur in der Dunkelheit ihr Versteck auf der Suche nach Nahrung: Menschenblut. Oft finden sie nicht sofort ein Blutgefäß und beißen mehrfach zu. So entsteht eine "Wanzenstraße", ein typisches Merkmal für einen Wanzenbiss.

So erkennen Sie Bisse von Bettwanzen

Die Bisse lösen einen starken Juckreiz aus. Dazu kommen unangenehme Gedanken an die bissigen Bettgenossen, die einen nachts nicht mehr ruhig schlafen lassen.

Zumal ein Weibchen mehrere hundert Eier in sich tragen kann. Abhilfe kann ein Schädlingsbekämpfer schaffen, der das Schlafzimmer von den lästigen Blutsaugern befreien kann. Im Internet bieten zahlreiche Schädlingsbekämpfer ihre Dienste an. Die Preise variieren nach Behandlungsmethode und Aufwand.

Die Rückkehr der Bettwanzen (Foto: SWR, SWR -)
Wer aus dem Urlaub nach Hause kommt, sollte vorsichtshalber die Koffer nicht direkt im Schlafzimmer abstellen, damit Bettwanzen gar nicht erst in Kontakt mit dem Bett kommen. SWR -

So kann man mit Wärme Bettwanzen bekämpfen

Schädlingsbekämpfer René Weber kann bestätigen, dass die Einsätze wegen Bettwanzen in der Vergangenheit deutlich zugenommen haben. Hauptsächlich Hotels, aber auch Privatpersonen, zählen zu den Auftraggebern.

René Weber setzt vor allem auf Wärme, um die Bettwanzen zu besiegen. Mit dabei hat er immer ein sogenanntes Wärmezelt. Es sieht aus wie ein luftdichter Pavillon, der nach Möglichkeit in dem betroffenen Zimmer aufgestellt wird. Darin stellt er alle Möbel wie Bettgestell, Matratze, Kissen oder Schränke unter. Über einen Zeitraum von sechs Stunden wird dann das Zelt auf knapp sechzig Grad erhitzt. Solche Temperaturen überlebt keine Bettwanze, so Weber. Und bei dieser Methode wird keinerlei Gift eingesetzt und das Zimmer ist anschließend sofort wieder bewohnbar, betont der Schädlingsbekämpfer.

Betroffenen rät er, sämtliche Kleidungsstücke bei sechzig Grad zu waschen oder für einen Tag ins Gefrierfach zu legen.

Erfahrung mit Bettwanzen kann man sogar machen, wenn man selbst nicht auf Reisen war, zum Beispiel durch Besucherinnen und Besucher aus dem Ausland.

Fazit

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