Umstrittener Trend E-Zigaretten in der Kritik

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18:45 Uhr
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SWR Fernsehen RP

"Dampfen" ist in. Der Markt für E-Zigaretten ist in den letzten Jahren geradezu explodiert. Die Idee der elektronischen Zigarette: flüssige Aromen dampfen statt getrockneten Tabak rauchen.

Bundesweit gibt es geschätzt fast vier Millionen Raucher von E-Zigaretten. Die meisten waren vorher Tabakraucher. Die Umsätze mit E-Zigaretten steigen rasant. Zum Vergleich: Fünf Millionen Euro waren es noch 2010. In diesem Jahr wird ein Umsatz von 570 Millionen Euro erwartet.

Was Sie über E-Zigaretten wissen sollten

Elektronische Zigaretten gibt es in vielen verschiedenen Formen und Farben. Sie bestehen in der Regel aus zwei Teilen: einem Akku und einem Verdampfer mit Tank. Im Verdampfer befindet sich eine kleine Heizspirale und etwas Watte. Der Tank wird von oben mit Flüssigkeit befüllt. Indem der Taster am Akku gedrückt wird, erhitzt sich die Heizspirale.

Die Flüssigkeiten, Liquids genannt, gibt es mit und ohne Nikotin zu kaufen. Ohne Nikotin enthält der Dampf zwar deutlich weniger Schadstoffe als der Zigarettenrauch, trotzdem sind auch hier Chemikalien enthalten.

Was ihre Anhänger an den E-Zigaretten schätzen

Aus mehr als 7.000 Aromen kann man auswählen: vom Dönergeschmack über Kaffee bis hin zu Apfelkuchen. Die Aromen gibt es mit und ohne Nikotin, das schmeckt vielen besser. Außerdem macht es weniger Schmutz und der kalte Tabak-Geruch ist nicht mehr in der Wohnung.

Ursprünglich waren die E-Zigaretten eingeführt worden, damit Raucher mit dem Rauchen aufhören. Aber das Gegenteil registrierten Experten. Vor allem Jugendliche, die E-Zigaretten rauchen, steigen später auf normale Zigaretten um.

Was Kritiker sagen

Eine Studie von Prof. Thomas Münzel und seinen amerikanischen Kollegen der Havard Universtity in Boston belegt, dass auch E-Zigaretten gefährlich sind. Denn beim Rauchen entstehen Gifte wie Formaldehyd, die sich negativ auf die Organe auswirken können.

Kardiologe Prof. Thomas Münzel von der Universitätsmedizin Mainz gibt ein Interview in seinem Büro (Foto: SWR)
Kardiologe Prof. Thomas Münzel von der Universitätsmedizin Mainz erforscht seit mehreren Jahren die Auswirkungen von E-Zigaretten


"Wir haben wir deutlich gesehen, dass das akute E-Zigarettenrauchen die Gefäßfunktionen drastisch verschlechtert, dass Bluthochdruck entsteht und insgesamt die Stressaktivität gesteigert wird."

Prof. Thomas Münzel, Kardiologie, Universitätsmedizin Mainz

Mit dem Dampf der E-Zigarette gelangen feinste Partikel bis tief in die Lunge und lagern sich dort ab. Die Folgen: Husten, verringerte Lungenfunktion und Entzündungen im Körper.

Fazit

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