Bei Kindern schon weiter verbreitet als Karies Volkskrankheit Kreidezähne

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18:45 Uhr
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SWR Fernsehen RP

Zahnärzte sind beunruhigt. In Kindermündern breitet sich eine neue Krankheit aus. Der Volksmund nennt sie Kreidezähne.

Was sind Kreidezähne?

  • Der Zahnschmelz, die Schutzschicht eines jeden gesunden Zahnes, ist bei diesen betroffenen "Kreidezähne" viel zu weich.
  • Die Zähne sind porös, bröckeln.
  • Hinzu kommt eine gelblich-braune Verfärbung.
Gelb-braune Zähne (Foto: SWR, SWR -)
Kreidezähne sehen aus, als wären sie von Karies befallen. Dabei ist die Krankheit kein Ergebnis fehlender Mundhygiene. Die Zähne kommen bereits geschädigt aus dem Kiefer. SWR -

Kreidezähne gleichen Karies-befallenen Zähnen. Dabei ist die Krankheit kein Ergebnis fehlender Mundhygiene. Die Zähne kommen bereits geschädigt aus dem Kiefer.

Kreidezähne sind die Folge. Meist sind es die bleibenden Backenzähne, oft die Schneidezähne.

In der Gruppe der 12-Jährigen haben nach neuesten Daten der Deutschen Mundgesundheitsstudie (DMS5) über 30 Prozent der Kinder MIH. Hier hat die neue Krankheit die weit verbreitete Karies bereits überholt.

Angesichts dieser Zahlen sprechen Zahnärzte bereits von einer neuen Volkskrankheit.

Warum entstehen Kreidezähne?

Bisher hat die Forschung nur Hinweise, aber keine Beweise, was die Entstehung von MIH betrifft. Mögliche Ursachen könnten sein:

  • Probleme während der Schwangerschaft
  • Infektionserkrankungen in den ersten Lebensjahren der Kinder
  • Windpocken
  • Antibiotika-Gabe
  • Einflüsse durch Dioxine.

Ein weiterer Hinweis ist eine aktuelle Studie im Tierversuch, wo Weichmacher aus Kunststoffen, die mit der Nahrung aufgenommen werden, im Verdacht stehen, MIH zu begünstigen.

Neueste Forschungen haben den Verdacht erhärtet, dass der Stoff Bisphenol A, der in vielen Kunststoffprodukten eingesetzt wird, die Ursache ist. Im Tierversuch an Ratten konnte ein Zusammenhang zwischen der Einnahme dieses Stoffes und Kreidezähnen nachgewiesen werden.

Weichmacher werden flächendeckend eingesetzt. Vor allem in Lebensmittelverpackungen sind sie allgegenwärtig.

Speziell hier steckt der Stoff Bisphenol A drin:

Lieber vermeiden Hier steckt Bisphenol A drin

Verschiedene Schnuller hängen an einer Wäscheleine (Foto: Imago, Imago/blickwinkel -)
Imago Imago/blickwinkel - Bild in Detailansicht öffnen
Imago Imago/ZUMA Press - Bild in Detailansicht öffnen
Imago Imago/CHROMORANGE - Bild in Detailansicht öffnen
Imago Imago/photothek - Bild in Detailansicht öffnen
Konservendosen Imago Imago/Westenend61 - Bild in Detailansicht öffnen
Imago Imago/Levine-Roberts - Bild in Detailansicht öffnen

Wie kann man Kreidezähne behandeln?

Hat ein Kind die Diagnose "MIH", zielt die Behandlung beim Zahnarzt vor allem darauf, Karies von den betroffenen Zähnen abzuwenden. Denn in der porösen Oberfläche können sich schädliche Bakterien besonders gut einnisten.

Das A und O ist daher die häusliche Zahnpflege:

  • Mindestens zweimal am Tag, besser dreimal, sollten sich betroffene Kinder die Zähne putzen.
  • Einmal die Woche sollte außerdem ein Fluoridlack aufgetragen werden. Er legt sich wie ein Schutzfilm über die Zähne und macht betroffene Zähne weniger empfindlich gegenüber Kälte, Berührung und schützt gegenüber Kariesbakterien.

Wichtig hier: Der Fluoridlack sollte nach kurzer Einwirkzeit ausgespült werden.

Auch Kronen helfen, betroffene Zähne zu schützen. Ansprechpartner für alle diese Maßnahmen ist der Zahnarzt.

Fazit

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