Animation Versunkene Lok (Foto: SWR, SWR -)

1852 im Rhein verschwunden Jäger der versunkenen Lok

1852: Eine Dampflok, hergestellt in Karlsruhe, wird auf einem Segelschiff rheinabwärts transportiert. Ein Unwetter kommt auf, das Schiff gerät in Schräglage und die Lok versinkt im Rhein.

Warum wurde die Lok auf dem Rhein transportiert?

Stefan Ebenfeld vom DB Museum Nürnberg erklärt: "Das hat einen ganz einfachen Grund: Die Eisenbahn gab es noch nicht überall in Deutschland zu der Zeit. Wir sind in der Mitte des 19. Jahrhunderts. Wir haben 1852 ein Streckennetz von rund 6500 Kilometern. Im selben Jahr verlässt die Lokomotive die Fabrikhalle. Und man muss feststellen: Es gibt zwischen Karlsruhe und Düsseldorf keine durchgehende Eisenbahnstrecke, auf der die Lokomotive hätte nach Düsseldorf fahren können. Deswegen musste die Lok, immerhin als Ganzes, verladen werden auf ein Schiff."

Was ist das Besondere an der Lok?

Schon vor Jahrzehnten ist Horst Müller, damals selber noch aktiver Lokführer, auf die Geschichte des versunkenen Stahlkolosses aufmerksam geworden. Seitdem er die Suche nach der Dampflok begonnen hat, ist sie zu seinem Lebensthema geworden: "Aus der Zeit ab 1880 findet man in den Museen immer noch verschiedene einzelne Lokomotiven. Aus der Zeit um 1850, die Frühgeschichte der Eisenbahn, gibt es nur ganz wenige Objekte, die erhalten sind. Und hier diese versunkene Rhein-Lok wäre dann die älteste, die noch im Original erhalten ist." 

Horst Müller (Foto: SWR, SWR -)
Schon einmal, in den 90er Jahren, glauben der Lok-Sucher und seine Unterstützer, die Lok geortet zu haben. An der vermuteten Stelle finden sie aber nichts. SWR -

Doch Horst Müller gibt nicht auf und fährt immer wieder ins Landesarchiv nach Speyer ins Landesarchiv. Unzählige Stunden sucht er hier nach Hinweisen.

Horst Müller überträgt diesen Ort auf aktuelle Karten und ermittelt die wahrscheinliche Lage der Lok im Rhein.

Wo liegt die Lok?

Der von Horst Müller ermittelte Ort liegt mitten im Rhein bei Germersheim. Dass der Lok-Sucher gut gearbeitet hat, zeigen Messungen des Geophysikers Bernhard Forkmann: "Genau dort, wo er aus alten, historischen Unterlagen den Unfallpunkt hingelegt hat oder hinlegen konnte, haben wir den magnetischen Fußabdruck gefunden."

Bergung der Lok (Foto: SWR, SWR -)
Und weil alles so gut zusammenpasst, wird gerade genau an der ermittelten Stelle alles vorbereitet, um die Lok zu heben. Am 21. Oktober soll es so weit sein. SWR -

Und weil alles so gut zusammenpasst, wird gerade an der ermittelten Stelle alles vorbereitet, um die Lok zu heben. Am 21. Oktober soll es so weit sein.

Wie wird die Lok geborgen?

Die magnetische Ortung hat ergeben, dass die Lok über sieben Meter tief im Rheingrund unter Kies und Schlamm vergraben liegt. Der Großteil dieser Masse soll herausgebaggert werden, dann beginnt für die Bergungsfirma die Feinarbeit.

Wolfhard Neu von der OHF Hafen- und Flußbau GmbH aus Au am Rhein erklärt, dass sie die letzten Massen, die rausgeholt werden müssen, absaugen, um die Lok nicht zu beschädigen. Behutsam werden sie durch Pumpen, die vom Taucher geführt werden, die Lok freilegen. Es sollen Gurtbänder untergeschoben werden, um die Lok dann vorsichtig herauszuheben.

Fazit

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