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Als Leiter der Mainzer Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie weiß Professor Klaus Lieb, was Stress oder Schicksalsschläge auslösen. Ihn beschäftigt, wie man Stress widersteht - resilient bleibt.

Dauer
Sendedatum
Sendezeit
18:45 Uhr
Sender
SWR Fernsehen RP

Dabei sei Stress nichts Schädliches und könne sogar förderlich sein. "Aber wenn der Stress chronisch wird, wenn die körperlichen und psychischen Reaktionen nicht abgefedert werden, - man also nicht resilient ist -, dann kann sich so ein Stresszustand fortsetzen," erklärt Professor Lieb. "Man kommt in ein Burn Out und hat damit ein erhöhtes Risiko, psychisch krank zu werden."

Wichtige Faktoren der Stressbewältigung

Aber Resilienz könne man trainieren, sagt der Mediziner und Forscher. Programme dafür werden zum Beispiel auch am Deutschen Resilienz Zentrum (DRZ) der Universitätsmedizin Mainz entwickelt. Gegenwirken kann unter anderem aber auch ein gutes soziales Netzwerk, rät der Experte.

Professor Lieb interessieren bei seiner Resilienzforschung auch ethische Fragen: Resilienz sollte nicht bedeuten, dass sich der Mensch immer weiter selbst optimiert, um möglichst allen Anforderungen stand zu halten. "Das ist zu wenig", sagt der Stressforscher. "Das Resilienzzentrum kümmert sich [Anm. d. R.: daher] auch darum, Arbeitsbedingungen vielleicht zu verändern, damit man gesund bleiben kann."

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