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Mehr als hundert Kobolde und Wald-Wichtel trifft man auf dem knapp 13 Kilometer langen Rundwanderweg. Er führt über Hängebrücken, 15 Stege einer wunderschönen Klamm und sorgt für traumhafte Perspektiven auf den Rhein.

Diese  Wanderung hat alles, was die Seele liebt: Abwechslung, Spielfreude, Herausforderungen, Spaß, traumhafte Ausblicke und wunderbare Rastmöglichkeiten.

Der knapp 13 Kilometer lange Rundweg bietet mehrere Möglichkeiten, bequem zu starten. Wir empfehlen am Forsthaus Heiligkreuz loszulegen. Parkplätze gibt es dort reichlich. Fast alle liegen schön im Schatten. Gegenüber vom Forsthaus führen ein paar Stufen und ein kurzer steiler Anstieg  direkt auf den sogenannten Erlebnispfad. Wir gehen nach rechts und  folgen ihm ein Stück. Ein perfekter Einstieg in die Runde. Viele kleine Überraschungen bereichern die Wanderung. Dazu überall interessante Informationen über den Wald und seine Bewohner.

Von Anfang an heißt das Motto: Entschleunigen

Wir umarmen erstmals in unserem Leben Buchen. Ein überraschend tolles Gefühl. Die Rinde des Baumes kühlt und der Moment bereichert die Sinne. Die Buche ist ein Baum zum Anlehnen. Ein wenig abseits des Weges entdecken wir eine schöne kleine Hängebrücke. Da baumelt nicht nur die Seele, da baumelt der ganze Körper. Gefährlich ist es nicht. Unser Highlight ist ein umgedrehter Baum am Wegesrand. Ja, wirklich. Die  mächtige Wurzel ragt in den Himmel. Verborgenes wird sichtbar.

Weiter geht´s. Vorbei an der VILLA RUSTICA. Ein alter Hof aus der Römerzeit, der ab 150 n. Chr. zum Beispiel Soldaten versorgte. Teile des Hofes wurden wieder ausgegraben. Schilder, Tafeln und Bilder machen das Leben vor 2.000 Jahren anschaubar. Wir gehen weiter durch dichten Wald. Auf breiten Wegen, ständig leicht bergauf. Anstrengend ist es aber nicht.

Dann verlassen wir den Erlebnispfad: Es geht in die  Steckeschlääferklamm

Jetzt kann sich das Auge kaum noch satt sehen. Da sind zum Beispiel die vielen Holzbrücken. Sie führen kreuz und quer über den kleinen Haselbach. 15 Stege sind es insgesamt. Alle in einem sehr gepflegten Zustand. In der Mitte der Klamm grinsen uns Kobolde und Zwerge an. Bunt, listig und verwegen, so schauen sie aus. Geschnitzt direkt in die Baumstämme. Mehr als hundert von ihnen gibt es inzwischen. Von hier aus ist die restliche Strecke der Klamm schnell hinunter gelaufen. Am Ausgang erreichen wir das Morgenbachtal. Der Bach ist erstaunlich breit. Klar und sauber. Wir gehen nach rechts und sind jetzt auf dem Soonwaldsteig unterwegs. Der Weg wird wieder breiter. Ist bequem zu wandern. Es geht - wie in der Klamm - weiter bergab.

Dann müssen wir uns entscheiden: entweder jetzt den Rückweg des Rundweges beginnen oder noch eine zusätzliche Schleife drehen. Wir empfehlen weiter geradeaus zu gehen. Nach zwei Kilometern geht es auf einem steilen, schmalen Pfad in die Höhe. Festes Schuhwerk ist hier Voraussetzung. An heißen Sommertagen auch gute Kondition. Ein Abschnitt über Felsen, gut gesichert mit Seilen zum Festhalten. Zehn Minuten dauert der Aufstieg. Wir befinden uns nun oberhalb der Burg. Ein traumhafter Moment. Die Burg, der Rhein, die Weinberge des Rheingaus gegenüber.

Die Landesschau Wanderchecks

Ob Wald, Weinberge oder Schluchten - Wanderwege in Rheinland-Pfalz sind etwas für geübte und körperlich fitte Wanderer, aber auch für alle, die es etwas ruhiger angehen wollen.  mehr...

Nach kurzer Rast, geht es auf dem Pfad noch einige Meter bergauf. Oben angekommen, folgen wir dem Weg bis zu einer Holzbank. Links davon schlängelt sich ein schmaler verwunschener Pfad stetig begab. Wir folgen dem engen Pfad. Plötzlich weitet sich der Blick und direkt vor uns liegt die Burg Rheinstein. Wir gehen weiter nach rechts, vorbei an der Burg. Denn nach wenigen Metern weiter hat man einen ersten phantastischen Blick auf die Burg. Wir bleiben auf dem Pfad und erreichen nach 200 Metern die Ruine eines alten Wehrturms. Nur ein paar Stufen hinauf und wir erleben drei unvergessliche Perspektiven: auf die Burg, auf das gegenüberliegende Assmannshausen und die wunderschöne Weite des Obere Mittelrheintals.

Wir bleiben weiter auf dem Pfad und erreichen nach 500 Metern Anstieg das Schweizerhaus. Es liegt etwa 200 Meter über dem Rhein. Uns erwartet der nächste atemberaubende Blick. Der Gasthof trägt seinen Namen wie wir finden zurecht, denn vieles erinnert uns an eine Schweizer Bergalm. Essen gibt es hier nicht, nur Getränke. Dafür dürfen die Gäste von Stullen bis Grillgut alles mitbringen. Für einen Euro bekommt man Besteck, Teller und Gas für den Grill. Unser Tipp: Fragen Sie unbedingt nach frischem Quellwasser. Und beachten Sie: Montag und Freitag ist Ruhetag. Wir trinken Apfelsaft-Schorle und füllen unseren Wasservorrat mit Quellwasser auf.

Hinter dem Schweizerhaus folgen wir dem Soonwaldsteig etwa 100 Meter leicht bergauf. Nach einer Linkskurve und weiteren 150 Metern verlassen wir den Weg und gehen links über einen schmalen Naturpfad etwa 30 Höhenmeter bergab. Immer wieder müssen wir uns etwas bücken. Zweige ragen über den Weg. Am Ende des Naturpfades kommen wir an eine Kreuzung. Dort biegen wir nach rechts und folgen weiter dem Sonnwaldsteig, Richtung Forsthaus Heiligkreuz. Es geht ein letztes Mal bergauf. Etwas mehr als einen Kilometer lang.

Oben am Gipfel angekommen, lohnt sich ein Abstecher auf den Damianskopf. Er liegt einhundert Meter entfernt vom Hauptweg. Ein großes Schild weist den Weg zu dem traumhaft schönen Blick auf den Rhein. Zurück auf dem Hauptweg geht es bis zum Forsthaus  bergab. Wir bleiben auf den Soonwaldsteig. Auf einem breiten, dicht-bewaldeten, schattigen Pfad.

Wir sind umgeben von dichtem Blätterwald

Selbst im Sommer können wir durch das dichte Blätterdach des Waldes immer wieder schöne Aussichten auf das Rheintal geniessen. Wenige hundert Meter vor dem Forsthaus müssen wir noch mal Halt machen. Ein überdimensionales Waldsofa für zwei Personen aus Holz lädt verführerisch ein. Der Platz bietet eine phantastische Aussicht. Einen Weitblick über den Rhein bis weit hinter den Binger Rochusberg und die Rochuskapelle  bis in die Ingelheimer Auen.

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