Seit 2010 steht Gebäude leer Ärger um Hertie-Baustelle in Neustadt

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Sendedatum
Sendezeit
18:45 Uhr
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SWR Fernsehen RP

Acht Jahre stand das alte Hertie-Gebäude in Neustadt an der Weinstraße leer. 2016 kaufte ein Investor das Gebäude von der Stadt und zwei Jahre später begannen dort die Bauarbeiten. Doch diese schreiten sehr schleppend voran, um nicht zu sagen, es herrscht inzwischen Stillstand. Restaurantbetreiber, Ärzte und Geschäftsleute in der Nachbarschaft fürchten um ihre Existenz: Die Baustelle schrecke Kunden ab.

Das Stoffgeschäft von Bernd Bantz zum Beispiel ist nur über Holzplatten zu erreichen. Er habe 40 Prozent weniger Umsatz im vergangenen Jahr gemacht und wisse nicht, wie lange sich sein Geschäft noch tragen würde, so der Geschäftsmann.

Bernd Bantz führt ein Stoffgeschäft in Neustadt (Foto: SWR)
Bernd Bantz führt ein Stoffgeschäft nahe der Baustelle.

"Die Kunden bleiben weg. Viele ältere Leute haben Angst, sie rutschen aus. Oder auch mit dem Rollator haben wir viele Kunden. Diese Leute fehlen uns."

Bernd Bantz

Auch wenn die Baufirma beabsichtigt, Kunststoffbahnen über die Holzplatten zu legen, genügt das Zeki Günel, der ein Restaurant gegenüber der Baustelle betreibt, nicht. Er fürchtet um seine Existenz und will notfalls auf Schadensersatz klagen.

Zeki Günel vor seinem Restaurant in Neustadt (Foto: SWR)
Restaurantbesitzer Zeki Günel fürchtet um seine Existenz.

"Wir haben dieses Jahr sehr große Einbußen gehabt. Nochmal so ein Jahr zu überstehen, ist schwierig."

Zeki Günel

Dem SWR teilte der Investor mit, dass die neuen Mietverträge so gut wie abgeschlossen seien und die Bauarbeiten im November weitergingen. Davon geht auch die Stadt aus.

Der Neustadter Baudezernent Bernhard Adams (Foto: SWR)
Baudezernent Bernhard Adams vertritt die Interessen der Stadt.

"Der Zustand ist nicht befriedigend. Mir ist zugesagt worden, dass hier kurzfristig eine Reaktion erfolgt."

Baudezernent Bernhard Adams

Bislang fühlen sich die Anlieger jedoch schlecht informiert. Im November soll eine Anwohnerversammlung von der Stadt und dem Investor organisiert werden, bei der die Anlieger erfahren sollen, wie und wann es mit der Baustelle weitergeht.

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