Fernsehgeschichte Von der Abendschau zur Landesschau

Was mit Was mit dem Regionalmagazin "Von Rhein, Main und Neckar" 1955 begann, lief 1957 erstmals unter dem Namen Abendschau. Ein halbes Jahrhundert Fernsehgeschichte.

SWR-Intendant Peter Boudgoust: "Die Landesschau Baden-Württemberg ist bis heute eine der starken Marken im SWR Fernsehen und im Land. Mit gutem Grund: Das Landesmagazin hat von Beginn an Brücken geschlagen zwischen den Menschen in den verschiedenen Landesteilen – und bis zur Fusion 1998 auch zwischen den beiden Sendern SWF und SDR. Bis heute verbindet die Landesschau Menschen vom Bodensee bis in die Kurpfalz, vom Schwarzwald bis ins Hohenloher Land mit Geschichten und Nachrichten aus Baden-Württemberg."

schwarze Uhr der Abendschau (Foto: SWR, SWR -)
Die Abendschau Uhr: Sie markierte den Beginn des Nachrichtenblocks SWR -

Unter der Leitung von Hans Ulrich Reichert lief die erste Sendung unter dem Titel "Abendschau" am 1. April 1957. Kurz vor Ende der Ferien in Baden-Württemberg und damit auch pünktlich zum Ende der Fernseh-Sommerpause verlegt das Landesmagazin sein Studio von der Sickstraße im Stuttgarter Osten nach Stuttgart-Degerloch auf den Fernsehturm.

Zunächst wurde die Abendschau von 19 bis 19.30 Uhr abwechselnd aus Frankfurt, Baden-Baden und Stuttgart gesendet. Die Hessen verabschiedeten sich 1961 aus dem Trio und 1966 wurde der Sender der Landeshauptstadt zum ständigen Domizil des Landesmagazins. Zu dieser Zeit entwickelte die Abendschau ihren typischen Charakter.

Die Menschen, die dazu unmittelbar beitrugen, waren Ulrich Kienzle, Manfred Strobach, Walter Mechtel und Dieter Schickling. Geprägt wurde die Abendschau auch von Serien wie die "Probe aufs Exempel", das "Ärgernis der Woche", die Umweltserie und Manfred Naegeles "Hitparade". Alles Serien, die heute zwar nicht mehr zu sehen, die bis heute aber Ideengeber und Vorbilder sind. Eine etwas jüngere Serie, das "Landesschau-Mobil", machte sich erstmals am 7. Januar 1991 auf, das Land zu erkunden. Im Fokus steht jede Woche eine Region mit den Menschen, die sie prägen.

Auch das Regional-Wetter ist ein Kind der Abendschau. 1986 eingeführt, hatte es schon alle für den Zuschauer heute noch bekannten Komponenten: eine aktuelle regionalbezogene Wetterprognose und Wetterkarten unterteilt in Klein-Klimazonen. "Eisenbahnromantiker" Hagen von Ortloff gilt als Erfinder des gestalteten Wetters. Dieser hat inzwischen das Wetter-Mobil gegen die Eisenbahn getauscht und den Job des Wetterreporters an seine Kollegen Thomas Miltner, Michael Kost, Harry Röhrle und Michael Kögel weiter gereicht. 

Logo der Landesschau -  Löwe mit Flügeln (Foto: SWR, SWR -)
Kennen Sie ihn noch? Ab Januar 1993 begrüßte der Landesslöwe die Zuschauer SWR -

"Statt 1 drück 3" hieß der Slogan, als im Juni 1993 auch die Nachrichten ins dritte Fernsehprogramm "Südwest 3" wanderten. Mit dem Programmwechsel ging ein Namenswechsel einher: Aus dem Landesmagazin, der Abendschau, wurde die "Landesschau" und die Landesschau – also die Nachrichten – hießen fortan "Landesschau aktuell". Jetzt läuft im SWR Fernsehen die Landesschau als Magazin 45 Minuten lang von 18.45 bis 19.30 Uhr und im Anschluss die Nachrichten "Landesschau Aktuell" von 19.30 bis 20 Uhr. Außerdem gibt es Nachrichten um 16, 17, 18 und 21.45 Uhr.

Arno Henseler, der auch als "Vater der Landesschau" bezeichnet wird, war es auch, der ein Symbol für die Landesschau suchte und dieses im Zimmer des damaligen SDR-Verwaltungsdirektors Friedrich Müller in Form der schwarzen Uhr fand. Auch wenn die Uhr den Beginn des Nachrichtenblocks markierte, gehört sie wie der geflügelte Löwe und der Fernsehturm zu den drei zentralen Symbolen, die für Fernsehen aus dem Land und damit auch für die Landesschau stehen. Seit September 2002 hat die schwarze Uhr einen Ehrenplatz im Stuttgarter Haus der Geschichte.

Ab Januar 1993 begrüßte der Landeslöwe die Zuschauer zum Landesprogramm. Weil es sich um einen symbolischen Informations- und Nachrichten-Überbringer handelte, wurde der Stauferlöwe aus dem Landeswappen mit den legendären Flügeln des Götterboten Hermes zum Medien-Maskottchen umgestylt. Geblieben ist der Fernsehturm, der bis heute für aktuelles und regionales Fernsehen aus Baden-Württemberg steht.

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