Wohnen. Mieten. Abzocken (Foto: SWR, SWR)

Wohnen, mieten, abzocken Mietwucher in Stuttgart

Die Mietpreise in den Städten explodieren. Auch weil global agierende Finanzunternehmen Mietpreise nach oben treiben. Ein Beispiel aus Stuttgart.

Dauer
Sendedatum
Sendezeit
18:45 Uhr
Sender
SWR Fernsehen BW

Ein Stuttgarter Rentnerpaar soll für seine 60 Quadratmeter große Wohnung, in der es seit 50 Jahren lebt, statt 431 Euro nun 1.137 Euro Miete zahlen. Leisten können sich die beiden Rentner die Wohnung dann nicht mehr. Einfach schlucken wollen sie die Mieterhöhung jedoch auch nicht.

Immer mehr Menschen gehen gegen steigende Mieten auf die Straße. © SWRHanspeter Michel (Foto: ard-foto s2-intern/extern, Hanspeter Michel)
Immer mehr Menschen gehen gegen steigende Mieten auf die Straße. © SWR/Hanspeter Michel ard-foto s2-intern/extern Hanspeter Michel

Goldgrube Wohnungsmarkt

Das Stuttgarter Rentnerpaar ist kein Einzelfall. Viele Mieterinnen und Mieter müssen schon die Hälfte ihrer Einkommen für Wohnen ausgeben. Das kann nicht gut gehen, weiß Barbara Steenbergen. Sie vertritt gegenüber der EU die Interessen deutscher Mieter und trifft in Berlin auf Menschen, die nicht wissen, wem ihre Wohnung oder ihr Haus gehört. Denn global agierende Finanzunternehmen haben den deutschen Wohnungsmarkt längst als Goldgrube entdeckt und treiben die Preise nach oben.

Weiterverkäufe erhöhen Profit

Rund eine Million Wohnungen in Deutschland befinden sich unter der direkten Kontrolle von finanzmarktorientierten Fondsgesellschaften und Börsenkonzernen. Dabei gibt es Gebäudekomplexe, wie etwa in Freiburg-Landwasser, die in den vergangenen Jahrzehnten viele Male den Besitzer gewechselt haben. Jeder Weiterverkauf bringt Geld. Schließlich muss das Investment global konkurrenzfähig sein. Dazu optimieren die Firmen ständig ihre Wohnungsbewirtschaftung. Für Mieter sind die Folgen oft fatal: Ihnen drohen drastische Mieterhöhungen aufgrund von Modernisierungsmaßnahmen oder Umwandlung in Eigentumswohnungen.

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