Glücksspielautomat (Foto: picture-alliance / dpa, picture-alliance / dpa -)

Glücksspiel Verändert Spielsucht das Gehirn?

Der Glücksspielmarkt boomt! Doch nicht jeder hat sein Spielverhalten unter Kontrolle. Die Zahl der Spielsüchtigen wird bundesweit auf 600.000 geschätzt. Und die Zocker setzen viel aufs Spiel - oft zu viel.

Dauer

Stuttgart, Baden-Baden, Konstanz - in den staatlichen Spielbanken Baden-Württembergs rollt der Rubel - vor allem aber für die Betreiber. Gut, wenn man da nur zum Vergnügen zockt und sein Spielverhalten im Griff hat. Bei Spielsüchtigen ist das leider nicht so - und häufig treiben sie sich und andere in den Ruin.

Entscheidungsfindung beeinflusst

In einer Studie hat Hirnforscherin Mira Fauth-Bühler rund 700 Menschen mit krankhaftem Spielverhalten untersucht: "Ein spannendes Teilergebnis der Studie war, dass das Gehirn von Glücksspielern verändert ist. Wir sehen, dass ein bestimmter relevanter Bereich im Gehirn der Spieler im Vergleich zu den gesunden Kontrollen verkleinert ist.

Besonders interessant ist, dass es sich um einen Bereich im Gehirn handelt, der mit Entscheidungsfindung zu tun hat, also auch damit, sinnvolle Entscheidungen treffen zu können. Der Befund könnte erklären, warum Spieler oft so negative Entscheidungen treffen und mit dem Spielen trotz aller negativer Konsequenzen nicht aufhören. Ihnen fehlen zudem Kontrollmechanismen, um dieses Verhalten zu unterdrücken."

Eine zentrale Rolle spielt auch das sogenannte Belohnungssystem des Hirns. Das ist bei Spielsüchtigen schwächer ausgeprägt. Sie brauchen einen stärkeren Kick als andere, bis in ihrem Gehirn der Botenstoff Dopamin ausgeschüttet wird.

Alternative Strategien lernen, um mit dem Verlangen umzugehen

Veränderungen im Gehirn sind nur sehr schwer wieder rückgängig zu machen. Betroffene müssen damit leben, dass sie ein übermäßiges Verlangen haben zu spielen und alternative Strategien lernen, wie sie mit diesem Verlangen umgehen, so Fauth-Bühler.

Alarmzeichen für Spielsucht

Alarmzeichen für eine Spielsucht gibt es viele. Der Abhängige hat immer weniger Zeit für Familie und Freunde, er verbringt zunehmend mehr Zeit in Spielhallen, hat häufig Geldsorgen, leiht sich Geld. Oftmals lügt er auch, um das Ausmaß seines Problems zu verschleiern. Kann der/die Betroffene nicht spielen, kommt es häufig zu Gereiztheit, Nervosität, Anspannung und teils auch zu Aggressvität.

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