Aromatherapie Heilen mit ätherischen Ölen?

Ätherische Öle sorgen für ein gutes Gefühl und sollen bei der Behandlung von Krankheiten wie Erkältungen helfen. Was steht die Schulmedizin zur Aromatherapie? Und wer trägt die Kosten?

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Wie wirken ätherische Öle?

Gelangt ein Duft in die Nase, docken die Duftmoleküle an die Riechzellen in der Nase an. Dadurch wird ein Impuls ausgelöst, der die Duftinformation an das limbische System im Gehirn weiterleitet. Das limbische System ist beim Lernen und Verarbeiten von Emotionen aktiv und ist zuständig für Gefühle und Erinnerungen. Düfte können also angenehme und unangenehme Gefühle auslösen. Lavendel beispielsweise wird eine entspannende Wirkung nachgesagt, Thymianöl soll Erkältungsbeschwerden lindern.

Auch die Haut nimmt beim Einreiben und Massieren oder bei Fuß- und Handbädern Wirkstoffe der ätherischen Öle auf. Dabei gelangen sie über die Blutbahn in den ganzen Körper und so weiter in den Stoffwechsel. Durch Zerstäuber können die Öle außerdem die Raumluft beeinflussen.

Was sagt die Schulmedizin?

Die Schulmedizin stehe der Wirkung von ätherischen Ölen skeptisch gegenüber, so der Allgemeinmediziner Andreas Tosch. "Wenn wir schulmedizinisch reden, sprechen wir von einer so genannten 'evidence-based medicine', das heißt, alle Arten von Therapien, die eingesetzt werden, müssen über Studien belegt werden. Das ist der moderne Weg unserer Medizin. Für die Aromatherapie gibt es meines Wissens nach keine groß angelegten Untersuchungen. Unabhängig davon wird die Naturheilkunde zum Beispiel in der hausärztlichen Praxis häufig angewandt und ist eine Erfahrungsmedizin, die man dann jeden Tag an seinen Patienten erkennen kann."

Deshalb setzt er die Aromatherapie als Ergänzung zur herkömmlichen Behandlung von Grippe & Co. ein. Verschreiben kann er die Öle allerdings nicht. Man bekommt sie in der Apotheke oder in spezialisierten Läden.

Wer zahlt für die Therapie?

Für ätherische Öle können auf die Kunden hohe Kosten zukommen, je nach Inhaltsstoff zwischen drei und 170 Euro pro Fläschchen. Diese werden von der Krankenkasse nicht übernommen.

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