Mann auf E-Scooter (Foto: picture-alliance / Reportdienste, HANS KLAUS TECHT / APA / picturedesk.com)

Tretroller mit Elektroantrieb Warum E-Scooter so umstritten sind

Die elektrischen Tretroller sind klein, lassen sich gut mitnehmen und sollen auf kurzen Strecken das Auto ersetzen. Aber sind sie wirklich praktisch oder doch eher ein Verkehrsrisiko?

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Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) und viele seiner Kollegen in den Ländern halten die Tretroller mit Elektroantrieb für eine sinnvolle Ergänzung im Verkehr. Allerdings muss in Deutschland erst die Verkehrsordnung geändert werden, bevor die E-Scooter zugelassen werden können.

Was sind E-Scooter?

E-Scooter sind Mini-Roller, die elektrisch angetrieben werden. Die Reichweite einer Akkuladung beträgt 15 bis 30 Kilometer. Laden kann man die E-Scooter an einer normalen Steckdose mit 220 Volt. Nach zwei bis drei Stunden ist der Akku voll. Rund 16 Kilogramm wiegen die kleinen Flitzer.

Entgegen ersten Planungen ist der Gehweg für Elektroroller tabu, auch für Roller mit einer Höchstgeschwindigkeit von 12 km/h. Alle E-Scooter müssen stattdessen auf Radwegen oder der Fahrbahn fahren. ZUdem dürfen Jugendliche erst ab 14 Jahren mit einem E-Roller unterwegs sein - und nicht wie vorgesehen bereits mit 12 Jahren.

Sind E-Scooter ein Verkehrsrisiko?

Fußgänger- und Fahrradfahrerverbände sehen die Roller kritisch: Mit den E-Scootern werde der Raum in den Städten noch knapper. Auf Radwegen ist es sowieso schon eng, mit den Rollern würde es noch enger werden.

Was muss man beim Kauf von E-Scootern beachten?

Zunächst einmal braucht man ein zugelassenes Modell mit Betriebserlaubnis. Die neue Verordnung sieht dafür bestimmte technische Voraussetzungen vor:

  • E-Scooter brauchen zwei unabhängig voneinander funktionierende Bremsen
  • ein Lichtsystem
  • eine Hupe oder eine Klingel

Man braucht keinen Führerschein, aber der E-Scooter muss versichert werden. Der Fahrradhelm ist keine Pflicht, aber ratsam.

Wer sich für E-Scooter interessiert: Steffen Kloiber, Geschäftsführer OrangeBike, Karlsruhe rät, mit dem Kauf noch etwas abzuwarten. Denn bis auf zwei Modelle kennt er bislang keine Roller, die die Voraussetzungen schon erfüllen.

"Es wird fälschlicherweise oft damit geworben: kauft jetzt! Notfalls gibt es nachher ein Nachrüst-Kit. Dann drosseln wir die Software auf 20 km/h oder 12 km/h. Die Bremsen können wir nachrüsten. Das Licht können wir nachrüsten. Das sind alles sehr vage Versprechen."

Steffen Kloiber, Geschäftsführer OrangeBike, Karlsruhe
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