Stressfrei ins neue Jahr 5 gute Gründe gegen gute Vorsätze

Ganz oben auf der Liste der guten Vorsätze steht der Wunsch nach weniger Stress. Aber während wir uns ein entspannteres Leben wünschen, stressen wir uns selbst mit jeder Menge zusätzlicher Ziele, die in unserem Alltag kaum einen Platz finden.

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Symbolbild Kalender Kalendereintrag Neujahr neues Jahr Vorsätze (Foto: Imago/Christian Ohde -)
Nur wenige schaffen es, ihre "guten" Vorsätze auch einzuhalten. Imago/Christian Ohde -

1. Das Versagen macht uns unglücklich

Die jährliche Forsa-Umfrage im Auftrag der DAK zeigt, dass sich jedes Jahr nur etwa jeder zweite länger als drei Monate an seine Vorsätze hält. Britische Wissenschaftler sollen 2012 sogar nachgewiesen haben, dass 88 Prozent der Menschen ihre Vorsätze aufgeben – für die Mehrheit ist das Versagen also vorprogrammiert. Obwohl die Neujahrsvorsätze eigentlich zu einem zufriedeneren Leben führen sollten, bewirken sie in vielen Fällen genau das Gegenteil: Das Scheitern führt einem die eigenen Unzulänglichkeiten vor Augen und macht oft eher unglücklich.

2. Lieber Positives fokussieren

Unzulänglichkeiten ist das Stichwort: Pünktlich zum Jahresende reflektieren wir alles, was wir im vergangenen Jahr hätten besser machen können. Die ständige Suche nach Fehlern ist dem Umstand geschuldet, dass Menschen ein sogenanntes "katastrophisches Gehirn" haben: Der Fachbegriff aus der Psychologie beschreibt die Tatsache, dass unser Gehirn sich evolutionsbedingt automatisch auf Negatives fokussiert – denn bei Gefahr müssen wir handeln. In unserem alltäglichen Leben droht meistens keine unmittelbare Gefahr und trotzdem lassen wir den negativen Gedanken freien Lauf. Glücklicher als fünf Kilo weniger würde es dagegen vielleicht machen, sich die positiven Erlebnisse des vergangenen Jahres in Erinnerung zu rufen und sich vorzunehmen, ein weiteres spannendes Jahr zu erleben.

3. Verzicht weckt Verlangen

Denken Sie jetzt nicht an Schokolade!
Selbstverständlich haben Sie eben an Schokolade gedacht – und vielleicht sogar Appetit darauf bekommen. Wenn wir versuchen, Gedanken zu unterdrücken, werden sie umso präsenter und bringen uns dazu, genau das zu tun, was wir uns zu vermeiden vorgenommen hatten.

4. Vergleiche tun selten gut

Wer sich für das neue Jahr etwas vornimmt, ist damit meistens nicht allein. Am Silvesterabend wird noch mit den Vorhaben geprahlt; einige Monate später kommt gerne mal die Nachfrage aus dem Familien- oder Freundeskreis, wie es mit der Diät eigentlich liefe. Dass man schon Mitte Januar wieder Kekse genascht hat, kommt da gar nicht gut an – vor allem, wenn andere noch eisern an ihren Vorsätzen festhalten und damit scheinbar erfolgreicher sind. Eine Studie im Economic Journal aus dem Jahr 2010 zeigt jedoch: Solche Vergleiche machen unglücklich. Die Forscher hatten konkret herausgefunden, dass Menschen unzufriedener sind, je intensiver sie auf das Einkommen der anderen schielten.

5. Warum überhaupt zu Neujahr?

Trotz allem spricht natürlich grundsätzlich nichts dagegen, etwas in seinem Leben zum Positiven verändern zu wollen – beispielsweise gesünder, nachhaltiger oder stressfreier zu leben. Bleibt die Frage, ob Anfang Januar der richtige Zeitpunkt ist, sich bei Minusgraden zum regelmäßigen Joggen oder zum samstäglichen Marktbesuch zu motivieren. Und überhaupt: Warum bis Neujahr warten und nicht in dem Moment anfangen, in dem man das neue Ziel beschließt?

Stressfreier wird das Jahr jedenfalls bestimmt, wenn wir uns auf die schönen Dinge des Lebens konzentrieren, die Selbstoptimierung hintenanstellen und weniger streng mit uns selbst sind.

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