Fuchsbandwurm (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance / Frank Mächler)

Vorsicht vor einer Infektion So gefährlich ist der Fuchsbandwurm

Eine Infektion mit dem Fuchsbandwurm kann für Menschen lebensbedrohlich werden. Wie kann man sich schützen und woran erkenne ich eine mögliche Erkrankung?

Dauer
Sendedatum
Sendezeit
18:45 Uhr
Sender
SWR Fernsehen BW

Wie verbreitet sich der Fuchsbandwurm?

Eigentlich lebt der Bandwurm im Darm von infizierten Füchsen und Mardern. Der Hundebandwurm kommt wiederum bei Hunden und Katzen vor. Dabei bohren sich die Bandwürmer in die Darmwand der Endwirte von Fuchs, Marder oder Hund und vermehren sich dort. Die Eier werden über den Kot ausgeschieden und Zwischenwirte, wie zum Beispiel Mäuse, nehmen diese auf.

Rotfuchs (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance / blickwinkel)
Der Rotfuchs ist der häufigste Hauptwirt des Fuchsbandwurms. Picture Alliance / blickwinkel

Der Mensch kann versehentlichen zum Zwischenwirt werden, wenn er die Eier über den Mund aufnimmt. Die Larven gelangen dadurch in die Leber oder andere Organe. Nehmen Menschen Wurmeier auf, spricht man von einer Echinococcus-Infektion. Doch da der Mensch ein Fehl- oder Blindwirt ist, ist eine Übertragung von Mensch zu Mensch nicht möglich. Ein infizierter Patient stellt somit keine Gefahr für seine Mitbürger dar.

Wie kann man sich anstecken?

  • Verzehr von bodennahem Obst oder Gemüse, auf dem Bandwurmeier sitzen
  • Enger Kontakt mit infizierten Tieren (Hunde und Katzen), in deren Fell Wurmeier sitzen
  • Verzehr von rohem Fleisch
  • Kontakt mit Erde oder Pflanzen, die mit infiziertem Kot in Berührung gekommen sind
  • Kontakt mit kontaminiertem Wasser
Brombeere (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)
Bodennahes Obst wie Brombeeren können mit Bandwurmeiern befallen sein. Picture Alliance

Welche Symptome tauchen auf?

Die Symptome sind abhängig davon, welches Organ vom Fuchsbandwurm befallen ist. Beispielsweise Atemnot, starker Husten, Gewichtsverlust, Lähmungen und starke Schmerzen im Oberbauch. Die Leber ist vermehrt betroffen, was sich unter anderem mit einer Gelbsucht äußert.

Wie wird eine Infektion diagnostiziert und behandelt?

Bei Verdacht auf eine Infektion, sollte man einen Arzt aufsuchen. Nach einem Gespräch kann er unter Umständen bereits durch Abtasten des Bauchraums Zysten in der Leber feststellen. Weitere Gewissheit liefert ein Blutbild, bei dem erhöhte Entzündungs- und / oder Leberwerte klare Anzeichen sind.

Blutbild (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)
Mit einem Blutbild können Entzündungen in der Leber festgestellt werden. Picture Alliance

Teilweise werden Bandwürmer bei einer Ultraschalluntersuchung zufällig entdeckt. Damit lassen sich die befallenen Organe gut abbilden und die Bandwürmer erkennen. Die genauesten Methoden sind jedoch Computertomographie und Magnetresonanztherapie.

In der Regel werden infizierte Patienten medikamentös behandelt. Damit der Parasit zuverlässig an der Ausbreitung gehindert wird, müssen die Medikamente jedoch ein Leben lang eingenommen werden. Außerdem ist in wenigen Fällen eine Operation mit der Entfernung des befallenen Gewebes möglich.

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