Spielfiguren Rentner auf Geldscheinen (Foto: picture-alliance / dpa, picture-alliance / dpa -)

Rentenerhöhung 2018 Wenn Rentner plötzlich steuerpflichtig werden

Zum 1. Juli steigen die Renten. Wer dann über die Freibeträge rutscht, muss für 2018 eine Steuererklärung abgeben. Ob und wieviel gezahlt werden muss, hängt von vielen Dingen ab.

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Dank der wirtschaftlichen Entwicklung bekommen die Rentner auch in diesem Jahr mehr aus der gesetzlichen Rentenkasse: Für die Rentner im Osten gibt es eine Erhöhung um 3,37 Prozent, die Senioren im Westen können sich über 3,22 Prozent Plus freuen.

Doch es gibt einen Wermutstropfen bei der Erhöhung, denn es kann passieren, dass Rentner plötzlich einkommenssteuerpflichtig werden. Mehr als 4,4 Millionen Rentner mussten im letzten Jahr bereits Steuern bezahlen. Für 2018 schätzt das Bundesfinanzministerium die Zahl auf knapp 4,6 Millionen.

Wer muss zahlen?

Doch ob jemand, der darüber liegt, auch wirklich Steuern zahlen muss, hängt noch von anderen Faktoren ab: Die gesetzliche Rente macht nur einen Teil der Einkünfte aus. Auch weitere Einnahmen wie Mieteinnahmen, Betriebsrenten und Erträge aus Kapitalanlagen zählen dazu. Die Steuerpflicht kann man erst am Ende des Jahres sehen, wenn man weiß, welche Einkünfte man alles hatte. "Das muss im Prinzip jeder selbst überwachen und ausrechnen", erläutert Dirk Schuhmacher vom Finanzamt Freiburg-Stadt.

Wie berechnet sich die Steuer?

Miniaturfiguren auf Münzen (Foto: picture-alliance / dpa, picture-alliance / dpa -)
Durch die Rentenanpassung werden viele Rentner steuerpflichtig - oft ohne es zu merken. picture-alliance / dpa -

Bei der gesetzlichen Rente hängt die Steuer vom Jahr des Renteneintritts ab. Das ist ausschlaggebend dafür, wie viel Prozent des jährlichen Brutto-Renteneinkommens versteuert werden müssen. Seit 2005 steigt der Prozentsatz kontinuierlich an. Wer zum Beispiel dieses Jahr in Rente geht, muss bereits 76 Prozent seiner Rente versteuern. Bis zum Jahr 2040 unterliegt dann die komplette Rente der Steuerpflicht.

Neben dem festgeschriebenen Steuersatz kommt der individuelle, je nach Einkünften, noch dazu. Steuererhöhungen müssen zu 100 Prozent versteuert werden. Wer Pech hat, rutscht mit der aktuellen Anpassung unbemerkt in die Besteuerung. Wer keine Einkommenssteuererklärung abgibt, obwohl er müsste, dem kann es passieren, dass er früher oder später eine rückwirkende Aufforderung vom Finanzamt bekommt.

Was können Rentner absetzen?

Wie alle Steuerzahler können auch Rentner eine Reihe von Ausgaben steuerlich geltend machen. Dazu zählen zum Beispiel die Kosten für Haushaltshilfen und Pflegedienste. Außerdem die Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung. Auch die Kirchensteuer und Spenden lassen sich absetzen. Bei Senioren können vor allem die Gesundheitsausgaben einen großen Posten ausmachen. Für sämtlichen Ausgaben gilt: Belege sammeln, denn nur so lassen sich Steuern sparen.

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