Problem Mikroplastik Wie jeder Einzelne Plastik vermeiden kann

Laut einer Studie findet sich Mikroplastik auch im menschlichen Stuhl. Die EU-Kommission sagt dem Plastik nun offiziell den Kampf an. Was aber kann jeder Einzelne tun, um Plastikmüll zu vermeiden?

Peelings, Fleecejacken, Autoreifen haben eins gemeinsam: Alle drei geben Mikroplastik an die Umwelt ab. Die EU-Kommission will den Plastikmüll bekämpfen. Kunststoffverpackungen um Lebensmittel sollen reduziert und bestimmte Einwegplastikprodukte ganz verboten werden - um unsere Gewässer und Felder zu schützen.

Wie gelangt Mikroplastik in die Umwelt?

Andreas Fath, Chemiker an der Hochschule Furtwangen, beschäftigt sich mit dem Schutz von Gewässern. Eine große Belastung ist Plastikmüll, der in die Natur gekippt wird. "Es zerkleinert sich, wird spröde, bricht, wird bei Hochwasser mitgenommen." Aus dem großen Makroplastik löst sich so das winzige Mikroplastik. Die Teilchen sind kleiner als fünf Millimeter.

Der größte Anteil an Mikroplastik gelangt durch den Abrieb von Autoreifen in die Umwelt. Aber auch bei Kleidung aus Kunststofffasern lösen sich beim Waschen kleinste Plastikpartikel. Und in vielen Kosmetikartikeln findet sich Mikroplastik. Zum Beispiel als Peeling im Duschgel. Auf der Inhaltsliste ist es dann unter anderem als Polyquaternium aufgelistet. Beim Duschen gelangen diese Teilchen über den Abfluss in unsere Gewässer.

Das Mikroplastik wird zu einem großen Teil in den Kläranlagen gefiltert, doch rund ein Drittel kommt in den Klärschlamm, der als Dünger auf unseren Feldern landet. Und auch bei falscher Mülltrennung gelangt Mikroplastik in die Umwelt. Etwa, wenn Plastik im Biomüll entsorgt wird. Andreas Fath: "Dieser Biomüll wird auch geschreddert und als Dünger genutzt."

Wie gefährlich ist Mikroplastik?

Plastiktüten (Foto: colourbox.de -)
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Für Tiere ist das Plastik gefährlich, sie nehmen es mit ihrer Nahrung auf. Doch am Ende der Nahrungskette steht der Mensch. Mikroplastik wurde in Lebensmitteln und im Trinkwasser nachgewiesen. Eine neue Studie hat sogar ergeben: Der Mensch scheidet Mikroplastik wieder aus. Eigentlich eine gute Nachricht. Doch ist es damit für unseren Körper ungefährlich?

Mikroplastik lagert Schadstoffe an, erklärt Andreas Fath. Und diese Schadstoffe könnten über das Mikroplastik in unseren Körper gelangen. Und zwar vielleicht in einer so starken Konzentration, dass sie uns schaden.

Wie kann ich Plastik vermeiden?

  • Spezielle Apps wie Codecheck zeigen an, ob sich in Kosmetik Plastik versteckt. Einfach den Strichcode scannen und leicht nachvollziehbar überprüfen, welche Inhaltsstoffe verwendet worden sind. Ganz verboten ist Mikroplastik in Naturkosmetik.
  • Glasflaschen statt PET-Flaschen kaufen: Plastikflaschen landen früher oder später alle auf dem Müll. Einweg-PET Flaschen werden geschreddert und eingeschmolzen. Daraus lassen sich in der Regel keine neuen Getränkeflaschen herstellen, weil das Plastik verfärbt ist. Mehrweg-Glasflaschen können dagegen bis zu 50 mal wiederbefüllt werden, erklärt Sylvia Pilarsky-Grosch vom BUND.
  • Beim Einkaufen kann man Stofftaschen für Obst und Gemüse und Edelstahlbehälter für Wurst, Fleisch und Käse mitnehmen.
  • Frischhaltefolie kann man durch ein Baumwolltuch, das mit Bienenwachs und Jojobaöl behandelt ist, ersetzen.
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