Eine Frau hält Kleidung für die Altkleidersammlung in den Händen (Foto: Getty Images, Thinkstock -)

5 Fakten, die Sie rund ums Altkleidersammeln wissen müssen

Wer sammelt alte Kleidung, wohin werden die Klamotten transportiert und kann man Kleider auch "fair" spenden? Gut zu wissen.

Dauer
Sendedatum
Sendezeit
18:45 Uhr
Sender
SWR Fernsehen BW

1. Wer alte Kleider sammelt

Neben seriösen Sammlern wie Rotem Kreuz und Aktion Hoffnung stellen auch immer wieder rein kommerzielle Unternehmer illegal Container auf.

  „Das sind einfach private Geschäftemacher, die am Gesetz vorbei mit der Gutmütigkeit der Bevölkerung spielen und Kleidung in erheblichem Umfang sammeln und verkaufen.“ 

Andreas Voget, Dachverband Fairwertung

2. Warum Kleidersammeln teuer ist

Während private Sammler in die eigene Tasche wirtschaften, versprechen Hilfsorganisationen den Gewinn aus der Altkleiderverwertung einem gutem Zweck zukommen zu lassen. Nach Abzug der Kosten, denn Einsammeln, Sortieren, Verwerten und Entsorgen, schlägt jede Tonne mit 200 Euro zu Buche. Wenn man bedenkt, dass der Tonnenpreis seit 2013 wegen des Überangebots von bis zu 600 auf unter 300 Euro gesunken ist, bleibt da für Wohltätigkeit oft nicht viel übrig.

Auch die Kleiderkammern von Kirchen und Secondhandläden nehmen Altkleider entgegen. Und wer sie bei manchen Modeketten abgibt, bekommt einen Rabattgutschein: 15% auf einen Artikel. Bei gemeinnützigen Sammlern kommt der Erlös sozialen und ökologischen Projekten zu Gute.

Second Hand Kleidung in einem Sozialkaufhaus (Foto: picture-alliance / Reportdienste, picture alliance/Jens Kalaene/dpa-Zentralbild/dpa)
Second Hand Kleidung in einem Sozialkaufhaus picture alliance/Jens Kalaene/dpa-Zentralbild/dpa

3. Wo alte Kleider landen

Wer auf Container setzt, muss davon ausgehen, dass die Kleider in einem professionellen Sortierbetrieb landen. So einen gibt es beispielsweise im oberschwäbischen Langenenslingen. Dort lassen auch Hilfsorganisationen wegen des großen Aufwandes ihre Kleider aussortieren. Die sogenannte Creme, das sind sehr gut erhaltene moderne Kleidungsstücke, kommen in den Wiederverkauf. Wenig begehrte Ware wird oft nach Polen verkauft, wo Secondhandläden noch mehr boomen als bei uns. Minderwertige Ware wird oft nach Afrika verschifft. Dort wird sie jedoch nicht an Bedürftige verteilt, sondern meistens verkauft. Ein umstrittenes Millionengeschäft, weil die Altkleider eine Bedrohung für die lokale Textilindustrie sind. Ob sie in Ländern wie Tansania tatsächlich die heimische Kleidungsindustrie zerstört haben, ist aber unklar.

 4. Was mit unbrauchbarer Kleidung passiert

Die restlichen Kleider werden in Schneidebetrieben zu Putzlappen verarbeitet; zerschlissene Jeans werden in ihre Fasern aufgelöst und als Dämmstoff verwertet.

5. Wie man richtig spendet

Wer seine Altkleider in den Container wirft, sollte die Beschriftung kontrollieren. Verbände wie Fairwertung bieten auch Prüfsiegel an, die für Seriosität stehen. Regionale Verwerter wie das Rote Kreuz in Ravensburg sortieren die Kleider persönlich aus; verkaufen sie und bringen den Rest über eine private Initiative direkt zu Bedürftigen nach Rumänien.

Am nachhaltigsten ist es jedoch, gute Kleidung zu kaufen und sie länger zu tragen.

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